Letzte Ruhe in Schillingsfürst: Naturnahe Bestattungen sind jetzt möglich | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 30.05.2026 11:03

Letzte Ruhe in Schillingsfürst: Naturnahe Bestattungen sind jetzt möglich

Am Andachtsplatz im „Ruhebaum Schillingsfürst” schaffen eigens gefertigte Holzbänke einen würdevollen Rahmen für Abschied und Erinnerung im Wald. (Foto: Cornelia Schmidt/Fürst Wallerstein)
Am Andachtsplatz im „Ruhebaum Schillingsfürst” schaffen eigens gefertigte Holzbänke einen würdevollen Rahmen für Abschied und Erinnerung im Wald. (Foto: Cornelia Schmidt/Fürst Wallerstein)
Am Andachtsplatz im „Ruhebaum Schillingsfürst” schaffen eigens gefertigte Holzbänke einen würdevollen Rahmen für Abschied und Erinnerung im Wald. (Foto: Cornelia Schmidt/Fürst Wallerstein)

Eine Alternative zur klassischen Bestattung will der neue Standort im Wald bei Schillingsfürst sein. Es gibt Gemeinschaftsbäume mit Einzelruhestätten und Familienbäume.

Mit dem Standort „Ruhebaum Schillingsfürst” entsteht einer Pressemitteilung zufolge in der Region ein neuer Ort für naturnahe Bestattungen. Die offizielle Eröffnung findet am 30. Mai statt. Bereits im Vorfeld stößt das Angebot auf spürbares Interesse – insbesondere bei Menschen, die sich frühzeitig mit ihrer Bestattungsvorsorge beschäftigen.

Trend sei erkennbar

Der Trend hin zu naturnahen Bestattungsformen ist laut Mitteilung seit Jahren deutlich erkennbar. Immer mehr Menschen wünschten sich eine Alternative zu klassischen Bestattungsorten – verbunden mit dem Bedürfnis nach Natur, Ruhe und einer individuellen Form des Abschieds. Auffällig sei dabei, dass diese Entscheidung zunehmend nicht mehr erst im Trauerfall getroffen werde, sondern bewusst im Rahmen der persönlichen Vorsorge.

„Wir erleben aktuell, dass sich viele Interessenten bereits lange vor einem konkreten Anlass mit dem Thema beschäftigen und gezielt nach naturnahen Lösungen suchen“, wird Carl-Eugen Oettingen-Wallerstein, Geschäftsführer von „Ruhebaum”, in der Pressemitteilung zitiert. Und weiter: „Der Standort in Schillingsfürst greift genau diese Entwicklung auf und bietet einen würdevollen Ort, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt.“

Enge Abstimmung mit der Stadt

Der neue Bestattungswald sei in enger Abstimmung mit der Stadt Schillingsfürst sowie den zuständigen Behörden entwickelt worden. Ziel sei es gewesen, einen Ort zu schaffen, der sowohl den Bedürfnissen der Menschen als auch den Anforderungen an Natur- und Landschaftsschutz gerecht wird. Gleichzeitig sollte der Standort gut erreichbar sein und eine möglichst barrierearme Nutzung ermöglichen.

Der Standort selbst sei behutsam in die bestehende Waldstruktur integriert worden. Ein zentraler Andachtsplatz bietet Raum für Abschied und Erinnerung. Die Wege im Wald seien naturnah angelegt und mit Hackschnitzeln belegt worden, so dass eine gute Begehbarkeit bei gleichzeitig möglichst geringem Eingriff in die Natur gewährleistet sei. Die Wegeführung sei überwiegend eben und auch mit Rollator nutzbar, wenngleich es sich bewusst um einen Wald mit seinen natürlichen Gegebenheiten handele, heißt es in der Mitteilung weiter.

In Teilen des Waldes breitet sich ein dichter Teppich aus Immergrün und Maiglöckchen aus, der im Frühjahr mit seiner dezenten Blüte eine besonders eindrucksvolle, fast meditative Atmosphäre schafft. Ergänzend sei eine dezent in die Landschaft eingebundene Parkbucht angelegt worden.

Es gibt regelmäßige kostenfreie Führungen

Zur Orientierung seien dezente Informationspunkte eingerichtet worden. Kleine, farbige Plaketten an den Bäumen gäben eine erste Übersicht: Blaue Kennzeichnungen stehen für Gemeinschaftsbäume mit Einzelruhestätten, rote Kennzeichnungen für Familienbäume.

Es werden laut Mitteilung regelmäßige kostenlose Waldführungen angeboten, bei denen Interessierte den Standort kennenlernen und offene Fragen in persönlicher Atmosphäre klären können. Das Angebot richtet sich sowohl an Angehörige im Trauerfall als auch an Menschen, die sich frühzeitig mit ihrer letzten Ruhestätte auseinandersetzen möchten.

Die letzte Ruhe am Erholungsort des Lebens

„Viele Menschen möchten dort ihre letzte Ruhe finden, wo sie schon zu Lebzeiten Erholung gesucht haben – in der Natur, im Wald“, wird Oettingen-Wallerstein weiter zitiert. Der Wald bleibe dabei in seiner natürlichen Entwicklung weitgehend erhalten und werde langfristig als ruhiger Erinnerungsort gesichert.

Zur Eröffnung werden neben Vertretenden der Stadt Schillingsfürst auch der Eigentümer des Waldstücks, Constantin zu Hohenlohe-Schillingsfürst, sowie weitere regionale Entscheidungstragende, darunter vom Landratsamt und umliegenden Kommunen, erwartet.


Von Gerhard Krämer [GERHARD KRÄMER] (kraemergerhard@t-online.de)
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