Filter, Pumpen, Zusatzmittel: Ein ganz schöner Aufwand muss betrieben werden, damit die 280 Kubikmeter Wasser im Rangaubad alle zweieinhalb Stunden wieder aufbereitet sind und ungetrübtes Badevergnügen bieten.
Anlässlich der Feier der ersten Hallenbaderöffnung im Landkreis bot Oliver Fink Führungen an, in denen er die Technik erklärte. Fink ist offiziell der Badbetreiber, allerdings kann er viele Aufgaben auch aus der Ferne erledigen. Proben vor Ort entnehmen andere.
Denn die Qualität des Badewassers wird engmaschig überprüft: Chlorwert (der Anteil gebundenes Chlor ist ein Maß für die Verschmutzung des Wassers), pH-Wert und weitere Parameter werden ständig automatisch erhoben und übermittelt. Zusätzlich wird dreimal am Tag noch manuell gemessen, einmal im Monat erfolgt eine Beprobung durch ein Labor und einmal jährlich eine durch das Gesundheitsamt.
Zur Reinigung des Wassers fließt es durch einen Aktivkohlefilter. „Ein Gramm Aktivkohle hat die Oberfläche eines Fußballfeldes“, erläutert Fink. Neben der Filterwirkung für mechanische Partikel reagieren auch die Chloramine mit der Aktivkohle.
Über eine Schmutzglocke wird der Filter gereinigt. Im Spülabwasserspeicher ist an einem Bullauge dann das Wasser zu sehen, in dem eine beachtliche Menge herausgefilterten Drecks hängt. In einem anderen Speicher daneben, dem Rohwasserspeicher, wird dagegen das saubere Wasser aufgefangen, das durch Verdrängung in die Überlaufrinnen am Rand des Beckens schwappt. Das ist also nicht verloren, sondern kann wieder zugeführt werden.
Badewasser muss außerdem desinfiziert werden: Neben Chlor stünden auch UV-Strahlung, Ozon und (bei kleinen Bädern) Brom für diese Aufgabe zur Verfügung. Chlor ist wegen seiner Depot-Wirkung beliebt, erläuterte Fink. Während die Wirkung von UV-Strahlung und Ozon nur im Moment der Reinigung greifen, wirken Chlor und Chlordioxid stunden- oder gar tagelang. Die Dosierung von 0,3 bis 0,6 Milligramm pro Liter sei geringer als in vielen anderen Ländern. Dort werde zum Teil das Zehnfache an Chor eingesetzt.
Ständig ersetzt Frischwasser entnommenes Wasser – durch einen Wärmetauscher steigt seine Temperatur bereits. Geheizt wird das Schwimmbad über Pellets, es ist ans Nahwärmenetz angeschlossen.
Im Keller kommen übrigens auch die Trennleinen zwischen den einzelnen Schwimmbahnen an, die automatisch eingezogen werden können. „Eine gute Sache“, findet Fink. Sonst stehe im Bad immer eine Haspel irgendwo im Weg und sorge für eine Stolperfalle.
Auch den Hubboden findet er prima: Der lässt sich innerhalb von sieben Minuten zwischen einer Wassertiefe von 30 Zentimetern und 1,80 Metern verstellen, zu Wartungszwecken aber auch über die Wasseroberfläche hinaus anheben. Bei der Eröffnung des Bads konnten so die Pfarrer tatsächlich übers Wasser gehen.
Die Erneuerung von Verschleißteilen im Wert von mehr als 20.000 Euro, die dem Markt und dem Gemeinderat sehr teuer vorkam, scheint ihm nicht dramatisch: Es sei gut, dass kein pneumatischer Hubboden eingebaut worden sei. Diese verkanten leicht und sind laut Fink teuer im Unterhalt. Der im Rangaubad verbaute Boden ist dagegen überall mit Schlitzen versehen und liegt immer auf Wasser. Mittels Scheren wird er angehoben und gesenkt.