Die Marktgemeinde Dietenhofen muss künftig deutlich mehr für Strom bezahlen. Der Preis macht zur Jahreswende einen Sprung um satte 45 Prozent. Danach sinken die Kosten aber wieder etwas. Die Differenz zum laufenden Jahr beträgt im Schnitt aber auch 2025 noch 40 Prozent und 2026 immerhin noch 30 Prozent.
Dies teilte Bürgermeister Rainer Erdel dem Marktgemeinderat mit. „Da unser Stromvertrag zum Jahresende ausläuft, haben wir gemeinsam mit vielen anderen Kommunen über den Bayerischen Gemeindetag und den Dienstleister Kubus an einer Bündelausschreibung teilgenommen“, erläuterte er. Für die gemeinsam bezogenen, großen Strommengen könnten bei den Anbietern natürlich günstigere Preise abgerufen werden.
Insgesamt sind die Nettopreise sogar um das Dreifache gestiegen. Auf der anderen Seite sind aber die Nebenkosten, die sich aus Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelten zusammensetzen und die insgesamt fast 50 Prozent des Preises ausmachen, gesunken. Einer der Gründe dafür ist der Wegfall der EEG-Umlage im vergangenen Jahr.
Somit zahlt die Marktgemeinde für seine Großverbraucher Hallenbad und Kläranlage sowie die Liegenschaften, Pumpwerke und Regenüberlaufbecken im nächsten Jahr einen Nettopreis von 14,4 Cent und einen Gesamtpreis von 27,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Bei einem geschätzten Verbrauch von gut 600.000 kWh wird mit Kosten in Höhe von etwa 166.000 Euro gerechnet. Hinzu kommen rund 24.000 Euro für die Straßenbeleuchtung. Der Strom für die LED-Anlagen ist 0,4 Cent günstiger zu haben. In den darauffolgenden Jahren sinkt der Preis in allen Kategorien wieder leicht.
„Seit wir an diesen Ausschreibungen teilnehmen, finde ich unseren Strom zu teuer“, kritisierte Gemeinderat Hans Pfeiffer. Käme es nicht günstiger für die Gemeinde, sich direkt an die Anbieter zu wenden? „Ich war kürzlich bei der Verbandsversammlung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung Dillenberg-Gruppe dabei, die diesen Weg gegangen ist“, berichtete Erdel daraufhin. Man habe die Anbieter abgefragt, die jeweils Angebote mit einer Gültigkeit von nur wenigen Stunden abgegeben hätten. „Während der Sitzung haben wir den Zuschlag für drei Jahre erteilt.“ Dies habe aber nur zu einem geringfügig niedrigeren Preis geführt.
Jürgen Rudolph regte an, doch einmal beim Energieversorger RegioGrünstrom des Projektentwicklers Wust - Wind und Sonne anzuklopfen, der zwei Windkraftanlagen im Gemeindegebiet errichtet. „Vielleicht gibt es Sonderkonditionen für Standortkommunen“, meinte Rudolph.
Dies bewertete Erdel allerdings als wenig aussichtsreich: „Im Zuge der Bündelausschreibung hat RegioGrünstrom gar kein Angebot abgegeben.“ Offenbar bestehe also kein Interesse. Außerdem verstoße es gegen Vergaberecht, nach der Erteilung des Zuschlages noch einmal nachzuverhandeln. „Deswegen könnten wir verklagt werden.“
Den Zuschlag, in den kommenden drei Jahren den Strom für die Marktgemeinde zu liefern, habe im Übrigen mit der N-Ergie ein regionaler Anbieter bekommen. In den Jahren 2021 bis 2023 bezog Dietenhofen seinen Strom über die Stadtwerke Flensburg und Dachau.