Die Stauferwallbrücke in Dinkelsbühl ist seit dieser Woche eine Baustelle. Für geschätzte 2,4 Millionen Euro wird das marode Bauwerk abgebrochen und durch ein neues ersetzt. Bis Weihnachten soll das Projekt beendet sein, wie Steffen Brückner, der für den Ingenieurbau zuständige Bauleiter, gestern beim Ortstermin mitteilte.
Die Fahrbahn ist bereits abgefräst. Im April wird dann der Überbau über die stillgelegte Bahnlinie abgebrochen. Danach geht es an die Spezialgründung. Dabei werden laut Brückner acht Meter tiefe Löcher in den Untergrund gebohrt und mit Beton verfüllt. Auf den Bohrpfählen wird später das eigentliche Brückenfundament aufgebaut. Da für die Bohrarbeiten schweres Gerät zum Einsatz kommt, will die beauftragte Firma Leonhard Weiss dazu die Gleise ausbauen.
Wie Brückner und Martin Hemm vom Stadtbauamt erläuterten, werde die neue, knapp 40 Meter lange Brücke ohne Verwendung von Fertigteilen vor Ort betoniert. Die Fahrbahnbreite gab Hemm mit sieben Metern an. Auf der südlichen Seite wird ein drei Meter breiter Geh- und Radweg angelegt.
Die Stadt rechnet bei dem Projekt mit einer 60-prozentigen Förderung. Wie Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer beim Ortstermin betonte, gehe man davon aus, dass der Kostenrahmen von 2,4 Millionen Euro gehalten werde. Der Rathauschef wies darauf hin, dass im Stadtgebiet in diesem Jahr gleich drei Brücken gemacht werden: neben derjenigen am Stauferwall noch die Brücke an der Reichertsmühle – ein Projekt des Staatlichen Bauamtes – sowie an der Inselwiese der Fußgängersteg über die Wörnitz.
Die Stauferwallbrücke liegt der Stadt mit Blick auf die gewünschte Bahnreaktivierung am Herzen. Klar sei, so der Oberbürgermeister, dass die Brücke – genauso wie die in der Bechhofener Straße – vor einer Wiederaufnahme des Schienenverkehrs instand gesetzt sein müsse.
Hammer wies auf die lange Zeit der Sperrung hin. Die Umleitungen führten zwar zu einem Mehrverkehr in der Luitpoldstraße, der aber aufgrund des leistungsfähigen Kreisels zu bewältigen sei. Einen Umweg muss im Juli bei der Eröffnung der Kinderzeche auch der Festzug nehmen, der vom Weinmarkt aus zum Bierzelt auf dem Schießwasen marschiert. Die Teilnehmenden laufen die Nördlinger Straße sowie die Straße „Am Brühl“ entlang.
Gefragt sind beim Bauprojekt am Stauferwall auch die Stadtwerke. Wie technischer Werkeleiter Andreas Karl erläuterte, müssen aus dem Baufeld störende Gas- und Wasserleitungen heraus verlegt werden.
Korrosion hatte der Stauferwallbrücke, die 1963 aus Fertigteilen errichtet worden war, erheblich zugesetzt. Das Bauwerk war daher in den vergangenen Jahren nur noch mit einer Gewichtsbeschränkung auf 20 Tonnen nutzbar. Bei der neuen Brücke wird es keine Einschränkungen mehr geben.