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Veröffentlicht am 25.10.2024 18:00

Meldeaktion: Stachelritter im Landkreis Neustadt gesucht

Den Tag verbringen die nachtaktiven Insektenfresser in einem sicheren Versteck. Das können Laub-, Holz- oder Steinhaufen mit Hohlräumen sein. Sehr gerne werden auch Komposthaufen genutzt. (Foto: Martina Gehret)
Den Tag verbringen die nachtaktiven Insektenfresser in einem sicheren Versteck. Das können Laub-, Holz- oder Steinhaufen mit Hohlräumen sein. Sehr gerne werden auch Komposthaufen genutzt. (Foto: Martina Gehret)
Den Tag verbringen die nachtaktiven Insektenfresser in einem sicheren Versteck. Das können Laub-, Holz- oder Steinhaufen mit Hohlräumen sein. Sehr gerne werden auch Komposthaufen genutzt. (Foto: Martina Gehret)

Der Verein „Pro Igel“ und der Bund Naturschutz starten laut der Kreisvorsitzenden Karin Eigenthaler eine großangelegte Igel-Meldeaktion. Jeder kann mitmachen. Der Projektstart ist erfolgt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Gemeinsam rufen sie dazu auf, Igel in ganz Deutschland online oder per App zu melden. „Diese Tiere sind zunehmend gefährdet, was ihre Erfassung und Überwachung besonders wichtig macht“, erklärt die Biologin Moni Nunn aus der Gemeinde Sugenheim den Sinn des Monitorings.

Schutzmaßnahmen entwickeln

Dieses soll dazu dienen, langfristig Daten über Igel zu sammeln und den Zustand der Bestände besser einschätzen zu können. „Daraus sollen dann konkrete Schutzmaßnahmen entwickelt werden“, so Nunn, die auch Mitglied im Arbeitskreis Artenschutz der BN-Kreisgruppe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ist. Unter www.bund-naturschutz.de/aktionen/igel-challenge sind Technik und Regeln zu finden.

Mähroboter nur am Tag arbeiten lassen

Die Meldungen und Fotos werden dann von Expertinnen und Experten geprüft, um eine hervorragende Datenqualität zu garantieren. „Wichtig ist, dass nur zufällig gesichtete Tiere in ihrer natürlichen Umgebung gemeldet werden. Fotos von Igeln an Futterstellen oder in Pflegestationen sind nicht von Interesse“, so Nunn.

Keinesfalls mit Motorsensen

Wer neben dem Datensammeln auch dem Igel gleich noch etwas Gutes tun möchte, kann sofort beim eigenen Garten anfangen und ihn igelfreundlich gestalten sowie mögliche Gefahrenquellen entschärfen. „Bitte keinesfalls mit Motorsensen unter Hecken mähen, ohne diese vorher zu kontrollieren.“ Für ganz wichtig hält es BN-Expertin Nunn zudem, Mähroboter nur tagsüber arbeiten zu lassen oder besser noch ganz darauf zu verzichten. Denn ihre Sensoren erkennen nur ausgewachsene Igel. „Wenn sich die Kleinen zusammenrollen, werden sie überfahren und häufig verstümmelt oder getötet“, weiß die Biologin. „Auch Kellerschächte können für Igel zur Falle werden. Daher: Bitte abdecken.“

Autofahrer sollten in diesen Tagen ebenso besonders wachsam sein, da viele Stachelritter auf der Straße unterwegs sind. „Die Undurchlässigkeit vieler Gartenzäune zwingt die Igel auf die Straße“, warnt Nunn.

Naturnahe Gärten helfen den Tieren

„Pro Igel“ und Bund Naturschutz raten deshalb dazu, Igeldurchgänge von einem Garten zum nächsten anzulegen, oder besser gleich ein mindestens zehn Mal zehn Zentimeter großes Loch in den Gartenzaun zu schneiden. Generell freuen sich Igel über naturnahe Gärten mit heimischen Blühpflanzen, alten Obstbäumen und dichten Hecken, heißt es seitens der Tierschützerin.

Beliebte Jagdgebiete sind Stauden- und Kräuterbeete sowie Grünflächen mit Wildblumen. Den Tag verbringen die nachtaktiven Insektenfresser aber am liebsten in einem sicheren Versteck. Das können Laub-, Holz- oder Steinhaufen mit Hohlräumen sein. Sehr gerne werden darüber hinaus auch zugängliche Komposthaufen genutzt, informiert der BN.

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