Nachwuchstalent Sina Weber: Die beste Sattlerin Deutschlands kommt aus Wiedersbach | FLZ.de | Stage

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Nachwuchstalent Sina Weber: Die beste Sattlerin Deutschlands kommt aus Wiedersbach

Sina Weber im Werkstattraum der FE-Autosattlerei in Neusitz. (Foto: Constantin Prosch)
Sina Weber im Werkstattraum der FE-Autosattlerei in Neusitz. (Foto: Constantin Prosch)
Sina Weber im Werkstattraum der FE-Autosattlerei in Neusitz. (Foto: Constantin Prosch)

Mit den eigenen Händen Dinge schaffen und erschaffen – das machen zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker jeden Tag. In einer Serie stellt die FLZ erfolgreiche Nachwuchstalente aus Westmittelfranken und ihre Berufe vor. Dieses Mal geht es um die Sattlerin Sina Weber.

Aus Wiedersbach zur besten Nachwuchs-Sattlerin Deutschlands: Sina Weber hatte selbst bei der Verkündung der Ergebnisse nicht daran geglaubt, hat aber die Deutsche Meisterschaft im Fahrzeugsattler-Handwerk gewonnen. Nun strebt die 22-Jährige ein Stipendium an.

Seit gut drei Monaten arbeitet die Gesellin, die in Wiedersbach wohnt, im fünf Personen starken Betrieb der FE-Autosattlerei in Neusitz. Im August erst hatte Weber ihre Ausbildung in Ludwigsburg abgeschlossen. Direkt danach kehrte sie zurück in die fränkische Heimat – und in jenen Betrieb, in dem sie einst bereits ein Praktikum begeisterte.


Dann hat mir das voll Spaß gemacht.

Sina Weber

Als sie damals ein Auto kaufen wollte, „habe ich eins mit roten Ledersitzen gesehen und dann wollte ich unbedingt das Auto haben. Damit habe ich erst so richtig gecheckt, was einen Fahrzeuginnenraum überhaupt ausmacht.” Das Praktikum im Neusitzer Betrieb überzeugte sie endgültig: „Dann hat mir das voll Spaß gemacht und ich habe gesagt, okay, das will ich machen.”

Die Entscheidung hat offensichtlich gesessen, denn wenige Jahre später gewinnt Weber die deutsche Meisterschaft im Raumausstatter-Nachwuchs und wird als beste Fahrzeugsattlerin ausgezeichnet. Wie kam es so weit?

„Aus meiner Klasse war ich die Beste von 20 Leuten”, berichtet die heute 22-Jährige. Ihre Abschlussarbeit – einen Sitz – habe sie an die Handwerkskammer geschickt, die ihn als beste Arbeit des Bundeslands befand. Damit stand die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft.

Hierzu waren die Teilnehmenden – insgesamt sechs Handwerkerinnen und Handwerker aus ganz Deutschland – für siebeneinhalb Stunden am Stück im niederbayerischen Mainburg gefordert. In dieser Zeit galt es, eine Motorrad-Sitzbank anzufertigen, eine Cabrio-Verdeckscheibe einzunähen sowie das Können in verschiedenen Nähtechniken zu beweisen.


Ich war echt ein bisschen geschockt.

Sina Weber

Weber ist mit den gestellten Aufgaben gut zurecht gekommen, „aber es gibt natürlich immer Kleinigkeiten, mit denen ich unzufrieden bin”, erinnert sie sich. „Ich hätte so mit dem zweiten oder dritten Platz gerechnet, weil echt starke Konkurrenten da waren. Als ich dann gehört habe, dritter Platz war es nicht, zweiter war es nicht, dachte ich mir schon, ‘okay, wurde nichts’. Und dann war ich echt ein bisschen geschockt.”

Die Jury zeichnet Webers Arbeit mit dem ersten Platz aus. Die mitgereiste Familie ist entsprechend begeistert. „Der Papa war schon sehr stolz”, weiß die Gesellin noch, die sich nach der anfänglichen Überforderung „schon krass gefreut” habe.


Cool, dass man das allein geschafft hat.

Sina Weber

Was macht für Weber den Reiz ihres Handwerks aus? „Dass man am Abend sieht: Das habe ich geschafft.” Im Vergleich zu früheren Tätigkeiten schätze sie die Verantwortung, die sie übertragen bekommt: „Es ist schon cool zu sehen, dass man das allein geschafft hat.” Am meisten Spaß machen ihr Arbeiten an Motorradsitzbänken und das Schleifen von Schaumstoff.

Nach dem nationalen Erfolg richtet sich der Blick nun nach vorn. Die 22-Jährige hat sich für ein Stipendium beworben. Wenn das klappt, strebt sie den Meisterabschluss in ihrem Gewerbe an. Ihr Ziel ist es, damit noch fitter und selbständiger zu werden. Anfang des nächsten Jahres entscheidet sich, ob sie den Zuschlag erhält.


Constantin Prosch
Constantin Prosch
Volontär
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