Nur 25 Stunden: Ansbacher Radsportlerin Anja Bertleff siegt beim Race Across Austria | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.06.2025 15:48

Nur 25 Stunden: Ansbacher Radsportlerin Anja Bertleff siegt beim Race Across Austria

Anja Bertleff kommt nach 512 Kilometern quer durch Österreich als erste ins Ziel. (Foto: Race Across Austria)
Anja Bertleff kommt nach 512 Kilometern quer durch Österreich als erste ins Ziel. (Foto: Race Across Austria)
Anja Bertleff kommt nach 512 Kilometern quer durch Österreich als erste ins Ziel. (Foto: Race Across Austria)

Den höchsten Punkt erreichte sie nach 322 Kilometern. Da war für Anja Bertleff beim Race Across Austria aber längst nicht Schluss. Erst nach 512 Kilometern stoppte für die Radfahrerin der RSG Ansbach bei dem Ultra-Distanz-Rennen die Uhr. Und Bertleff war die strahlende Siegerin.

Beim Race Across Austria von Nord- nach Südösterreich und zurück wurden verschiedene Streckenlängen angeboten. Bertleff startete auf der 500-Kilometer-Distanz in der Kategorie Solo Unsupported. Bei diesem Format starten die Teilnehmer im Zwei-Minuten-Takt, sie müssen die Strecke ohne Unterstützung innerhalb von längstens 48 Stunden bewältigen. Windschattenfahren ist nicht erlaubt.

Am Oppenberg war es finstere Nacht

Anja Bertleff ging in Linz am Donnerstag um 15 Uhr als erste der sieben Frauen – dazu kamen 20 Männer – ins 500-Kilometer-Rennen. Die ersten 55 Kilometer verliefen flach entlang der Donau, doch bald sollten zahlreiche Anstiege kommen.

Der Hengstpass führte erstmals auf fast 1000 Meter. Bei der Auffahrt wurde es zunehmend dunkler, um 21.30 Uhr erreichte Bertleff den Gipfel. Beim folgenden Phyrenpass und dem Oppenberg war es schon finstere Nacht. Doch die Ansbacherin kam damit gut zurecht.

Nach 25 Stunden und acht Minuten im Ziel angekommen

Mit Reflektorbändern am Rad, Warnweste und Licht ausgestattet – die Sportler fuhren im normalen Straßenverkehr – genoss sie die kühlere Luft und kam durch den geringen Verkehr und die ausgeschalteten Ampeln schnell voran. Um 1.20 Uhr erreichte Bertleff nach 228 Kilometern die einzige Verpflegungsstation. Mit Nachweisstempel, vollen Flaschen und Trikottaschen ging es nach nur kurzer Pause weiter. Die Verpflegung und auch das Anschließen der Powerbank erledigte sie unterwegs auf dem Rad.

Den höchsten Anstieg, die Postalm (Lienbachsattel) mit 1304 Höhenmetern, erreichte sie am Freitagmorgen nach 322 Kilometern. Vorbei an Wolfgangsee, Mondsee und Attersee führte die Strecke über Wels zurück nach Linz. Nach 512 Kilometern und 7277 Höhenmetern erreichte Bertleff nach 25:08 Stunden um 16.08 Uhr das Ziel. Gerade mal 32 Minuten hatte sie unterwegs gestanden. Mit dieser beeindruckenden Leistung sicherte sie sich den 1. Platz bei den Frauen vor der erfahrenen Ultraradsportlerin Angelika Kuhn (26:36 h) aus Oberösterreich. Nur drei der Männer waren schneller als Bertleff.

Für die Deutsche Meisterschaft auf der Straße gemeldet

Nun ist erstmal Erholung wichtig, um fit und ausgeruht bei den kommenden Rennen zu sein. Das nächste Rennen ist ein großes: Am Samstag, 28. Juni, ist Bertleff bei der Deutschen Meisterschaft im Straßenfahren in Linden bei Kaiserslautern gemeldet. Dort trifft sie auf etliche Profis und auch auf ihre Vereinskameradin Ricarda Bauernfeind (Canyon-Sram). Danach werden die Distanzen wieder länger. Mitte Juli geht es quer durch Deutschland, von Flensburg über Ansbach nach Garmisch-Partenkirchen.


Von Bodo Schwager
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