Erinnerungen an längst vergangene Zeiten werden derzeit im Vogteimuseum in Aurach wach: Edeltraud Maier vom Gartenbau- und Heimatpflegeverein Aurach hat mit einer aufwendigen Präsentation den modischen Aufschwung ab den 1950er Jahren mit schwingenden Petticoats, Miniröcken und bunten Blumenkleidern dargestellt.
Bei den Mädchen, so erklärt sie dazu, wurden seinerzeit statt Hosen wieder bunte Kleider getragen. Der Petticoat und breite Röcke hielten Einzug. Die Frauen kauften meist knitterfreie bunte Stoffe ein und schneiderten ihre Kleider selbst. Bei den jungen Männern waren wiederum Lederklamotten gefragt und erste Jeans eroberten den Markt. „Diese Modeepoche, in der der Begriff ,Rockabilly‘ in der Musikgeschichte seinen Ursprung hatte, war für alles offen, sie war lässig und cool.“
Im Eingangsbereich des Vogteimuseums stellt dessen Leiterin Petticoats, feine Tanzkleider aus Seide und mit Perlen bestickte Kinderkleidung – alles aus den 1950er Jahren – zur Schau. Dazwischen sind Plattenspieler, ein Telefon mit Wählscheibe sowie Mieder, Dessous und feine Perlonstrümpfe, die die Weiblichkeit hervorheben sollten, als weitere Exponate aus dieser Zeit zu entdecken.
In der oberen Etage des Hauses sind verschiedene Miniröcke zu sehen. Diese kurzen Röckchen tauchten erstmals 1932 bei der Aufführung der Operette „Der Zarewitsch“ in Deutschland auf. Im Jahr 1962 wurden sie von der britischen Designerin Mary Quant wieder salonfähig gemacht, wie die Besucher der Ausstellung erfahren. „Das zunächst als skandalös empfundene Kleidungsstück hat schnell zum weltweiten Verkaufsschlager avanciert“, so Ausstellungsmacherin Maier.
In einer Ecke sind männliche Pappfiguren in schicken Hosen und Sakkos mit buntgemusterten Hemden und Krawatten aufgereiht. Mit dabei steht auch eine Frauenpuppe, die im Stil der schrillen 1960er Jahre gekleidet ist. Darüber hinaus werden Dirndl, Mini-Strickkleider und Kleider aus Trevira-Stoff präsentiert. Sie stammen aus einer ehemaligen Strickwarenfabrik mit Sitz in Herrieden, die diese während der 1960er und 1970er Jahren produziert hatte.
Bei sämtlichen Exponaten handelt es sich um Leihgaben von Personen, die in Aurach oder der näheren Umgebung wohnen, wie Maier erzählt.
Das Vogteimuseum wird in der neuen Saison erstmals am Ostermontag, 10. April, in der Zeit von 14 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.