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Veröffentlicht am 28.12.2023 07:00

Rothenburger Krippenweg in Buchform

Maria und Josef knien im Stall vor dem Jesuskind, die Hirten und Engel sitzen im Moos davor: Die Krippe in der Jakobskirche ist aufwendig geschmückt. Sie ist Teil des Krippenwegs und kommt auch in dem neuen Buch von Herbert Dersch vor. (Foto: Pauline Held)
Maria und Josef knien im Stall vor dem Jesuskind, die Hirten und Engel sitzen im Moos davor: Die Krippe in der Jakobskirche ist aufwendig geschmückt. Sie ist Teil des Krippenwegs und kommt auch in dem neuen Buch von Herbert Dersch vor. (Foto: Pauline Held)
Maria und Josef knien im Stall vor dem Jesuskind, die Hirten und Engel sitzen im Moos davor: Die Krippe in der Jakobskirche ist aufwendig geschmückt. Sie ist Teil des Krippenwegs und kommt auch in dem neuen Buch von Herbert Dersch vor. (Foto: Pauline Held)

Pfarrer Herbert Dersch hat im Wildbad seine Publikation über einen besonderen Brauch vorgestellt: Ein Gang zu den Krippen der Stadt.

Während der Adventszeit wird traditionell täglich ein individuell gestaltetes Adventsfensters am Rothenburger Rathaus erleuchtet. Herbert Dersch hat an vielen Abenden die Fenstereröffnung begleitet. Irgendwann kam ihm die Idee, den Menschen das Thema noch auf andere Art näherzubringen – der Krippenweg war geboren.

Wo, wenn nicht hier, am „Sehnsuchtsort Weihnachten“, mit der Schäferskirche im Norden, der Franziskanerkirche in der Mitte und der Evangelischen Tagungsstätte Wildbad im Süden, solle man dem Geheimnis von Weihnachten auf die Spur kommen? Das fragte sich Dersch. Im Jahr 2011 startete er mit der ersten Führung. Jetzt, zwölf Jahre später, hat der Pfarrer im Ruhestand, den Krippenweg als Buch vorgelegt.

Geschehnisse rund um das Weihnachtsfest

Der Rothenburger Künstler Helmut Günter Lehmann, mittlerweile in Traunstein beheimatet, hat bereits während seiner Jugendzeit in den Kirchengemeinden schöpferisch mitgewirkt. Leuchtende, kontrastreiche Bilder führen den Betrachter des Buches zu den Geschehnissen rund um das christliche Weihnachtsfest.

Hirten, Ochs und Esel sind in der Schäferskirche St. Wolfgang zu sehen, Lehmann platziert einen goldgelben Strahl inmitten seines Bildes, zwei Hirten und eine Frau stehen darauf, umgeben von Schafen. „Fürchtet euch nicht. Euch ist heute der Heiland geboren“, ist die frohe Botschaft des Engels, die er an die einfachen, kleinen Leute richtet.

Sie diskutieren nicht lange, trauen der guten Nachricht, brechen auf, suchen das Zeichen und finden das Kind. Aus dem goldgelben Strahl wird ein Stern, auf dem sich die heilige Familie mit dem Christkind findet, mit Engel, Ochs und Esel, eingebettet in kräftige Blau- und Rottöne.

Zwei Krippen aus Tansania

Der Krippenweg strahle eine große Freude aus, die Rothenburg durchzieht, so Lehmann. Eine Besonderheit stellen die beiden Krippen aus Tansania dar: Makondekünstler haben das Weihnachtsboot geschnitzt, das in der Jakobskirche zu sehen ist. Die Figuren der Krippe in der Franziskanerkirche sind aus Ebenholz gefertigt. Sie gestaltet Lehmann in ihrer Farbgebung authentisch, der jeweilige Hintergrund leuchtet bunt, zeigt die architektonische Struktur des jeweiligen Gotteshauses und verweist auf das Geheimnis der Menschwerdung Christi.

Autor und Künstler zeigen die verborgenen Krippenschätze Rothenburgs, auf dem Marktplatz, im Weihnachtsmuseum, bei der Metzgerei Kneup, bei der Familie Wohlfahrt im Heringsbronnengässchen, der Höll in der Burggasse, der St.-Johannis-Kirche, der Heilig-Geist-Kirche mit der Krippe von Marta Hinckeldey und schließlich dem Krippenstamm im Wildbad, ebenfalls aus Tansania. Dersch und Lehmann arbeiten uneigennützig, ihnen ist die Weihnachtsbotschaft wichtig. Verdienen am Verkauf des Buches wollen sie nicht. Je fünf Euro pro verkauftem Exemplar werden an die Schule in Lerai in der Massai-Steppe in Tansania weitergeleitet.

Eine warme Mahlzeit in der Schule

Silvia Dersch stellte das Schulprojekt vor, das mit dem Erlös unterstützt wird: Mädchen werden von den Eltern nur zur Schule geschickt, weil sie dort eine warme Mahlzeit bekommen. Doch natürlich erhalten sie in erster Linie Bildung, ein großer Schritt zur Eigenständigkeit. Helmut Günter Lehmann bietet auch die Originalgemälde zum Kauf an – den Erlös spendet der pensionierte Lehrer ebenfalls an die Schule.

Lilly und ihre Mutter Anja Endress fingen bei der Buchpräsentation mit stimmungsvoll vorgetragenen Weihnachtsliedern die festliche Stimmung ein, ebenso wie Konstanze Paul, die mit Musik von Valentin Rathgeber und weihnachtlichen Weisen die Besuchenden begeisterte.


Von Margit Schwandt
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