Sägewerk in Wilburgstetten besucht: Aiwanger fordert mehr Durchforstung | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 25.06.2024 15:54

Sägewerk in Wilburgstetten besucht: Aiwanger fordert mehr Durchforstung

Geschäftsführer Dr. Stephan Lang (links) erklärte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (rechts), wie im Sägewerk in Wilburgstetten Bäume zu Brettern verarbeitet werden. (Foto: Thomas Schaller)
Geschäftsführer Dr. Stephan Lang (links) erklärte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (rechts), wie im Sägewerk in Wilburgstetten Bäume zu Brettern verarbeitet werden. (Foto: Thomas Schaller)
Geschäftsführer Dr. Stephan Lang (links) erklärte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (rechts), wie im Sägewerk in Wilburgstetten Bäume zu Brettern verarbeitet werden. (Foto: Thomas Schaller)

Bei einem Besuch im Sägewerk in Wilburgstetten hat sich der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) für eine stärkere Nutzung von Holz als Baumaterial und Energieträger eingesetzt.

Dr. Stephan Lang, Geschäftsführer der Rettenmeier Holding AG, hieß den stellvertretenden Ministerpräsidenten auf dem Werksgelände willkommen und führte ihn auch durch die mit modernster Technologie ausgestatteten Hallen. Im Werk gilt das Null-Abfall-Prinzip, alles wird verwertet.

Schwache Baukonjunktur macht der Holzbranche zu schaffen

Beim Meinungsaustausch stellte Lang, der auch Präsident des Bundesverbands der deutschen Säge- und Holzindustrie ist, die Unternehmensgruppe Rettenmeier vor, die am Standort Wilburgstetten rund 400 Mitarbeitende beschäftigt. Die schwächelnde Baukonjunktur macht der Holzbranche derzeit zu schaffen, erläuterte der Geschäftsführer.

Er sprach sich vehement dafür aus, Holz noch mehr als bisher als klimafreundlichen Baustoff zu verwenden. Damit lag er voll auf der Linie von Wirtschaftsminister Aiwanger. Dieser argumentierte, dass die Menge des Holzes in den Wäldern derzeit sehr hoch sei. Man nähere sich der Schwelle, an der ein weiterer Zuwachs an seine Grenzen stoße. „Mehr kann nicht draußen stehen“, sagte er. Daher sei es sinnvoll und richtig, Bäume zu fällen und das Holz wirtschaftlich zu verwerten. Auch das derzeit in erheblichen Mengen anfallende Käferholz ändere nichts an dieser grundsätzlichen Situation. Durchforstung sei kein Raubbau.

Aiwanger will private Waldbesitzer motivieren

Aiwanger rief dazu auf, aus seiner Sicht ideologisch motivierte politische Konzepte zu bekämpfen. Dahinter stehe das Bestreben, das Eigentum anzugreifen. Er will sich dafür einsetzen, die privaten Waldbesitzer – von denen es allein in Bayern 700.000 gebe – mehr als bisher für solche politische Bestrebungen zu sensibilisieren, so dass sie sich für ihre eigenen Interessen einsetzen und sich nicht demotivieren lassen: „Lass deinen Wald nicht vergammeln, sondern nutze ihn“, riet er.

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Dazu diene auch der Pakt Holzenergie Bayern, den Vertreter der Waldbesitzer, der Forstwirtschaft, der Holzenergiebranche, des Bauernverbands und der Kommunen geschlossen haben. Dieses Bündnis will Aiwanger bundesweit ausbauen und auf europäischer Ebene ebenfalls agieren.

Kein weiterer Naturpark für Bayern

Der Minister zeigte sich als Gegner weiterer Nationalparks in Bayern, aber auch der europäischen Entwaldungsverordnung. Es gebe zwar problematische Rodungen vor allem in tropischen Gebieten, deshalb dürfe aber die Nutzung heimischer, nachhaltiger Wälder nicht leiden.

Landrat Dr. Jürgen Ludwig nutzte die Gelegenheit, den Minister auf die Bedeutung der Bahnanbindung für das Sägewerk Rettenmeier und den Industrielandkreis Ansbach hinzuweisen. Die Bahnstrecke könne auf Dauer nur erhalten bleiben, wenn die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Route von Dombühl über Wilburgstetten bis nach Nördlingen gelinge. Auch die Landtagsabgeordneten Helmut Schnotz (CSU) und Wolfgang Hauber (Freie Wähler) nahmen an der Visite teil.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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