Eigentlich ist der 29. Februar immer etwas Besonderes, schließlich gibt es dieses Datum nur alle vier Jahre. Noch interessanter mag es sein, wenn man an diesem Datum das Licht der Welt erblickte. Dominic Treuheit weiß aus eigener Erfahrung: „Alle finden das toll, aber keiner will das selbst haben“, meint der Scheinfelder schmunzelnd.
Ausnahmsweise darf das Alter gleich am Anfang verraten werden. Puristen würden sagen, Treuheit wird zwölf Jahre alt. Realisten wissen: Tatsächlich vollendet der IT-Fachmann, Feuerwehrkommandant und Stadtrat sein 48. Lebensjahr. Rechtlich gesehen zählt für Schaltjahrkinder übrigens der 1. März als nachfolgender Geburtstag. Vorher feiern bringt Unglück – das habe seine Mutter einmal so festgelegt, sagt Treuheit grinsend. Ganz ohne Spaß ging auch für ihn sein Wiegenfest nie über die Bühne.
Das begann schon im Kindergarten: Der erste echte Geburtstag mit vier Jahren – „das war etwas ganz Besonderes. Den anderen Kindern war das nicht so geläufig.“ Der Ausgleich im julianischen Kalender mit einem 366. Tag, er ist und bleibt eben ein Höhepunkt. Der 1976 Geborene weiß: Wer an an so einem Tag Geburtstag hat, der steht zwangsläufig im Mittelpunkt.
Man wird auch gerne mal geneckt, was bei Dominic Treuheit vor allem in jungen Jahren der Fall war. So hatten ihm seine Kumpels zum 16. Geburtstag ein Puzzle für vierjährige Kinder geschenkt, lacht er. Weiter erinnert er sich daran, dass er an seinem 35. Geburtstag keine neun Kerzen, sondern nur acht plus eine nur dreiviertelgroße Kerze auf der Torte vorfand. Für Scherzchen war er immer aufgeschlossen.
Im Stadtrat zieht ihn Bürgermeister und SPD-Parteigenosse Claus Seifert alle Jahre wieder auf, wenn er die monatlichen Geburtstagskinder verliest. So gratuliere man einem, der eigentlich keinen Geburtstag hat. Immer wieder falle dem Stadtoberhaupt dafür ein neues Sprüchlein ein. Hat ein Geburtstagskind des 29. Februar also mehr zu lachen? Möglicherweise schon. In einem Schaltjahr, wenn es wieder so weit ist, habe er seinen 29. Februar „immer ein bisschen ausgeschlachtet“, also größer gefeiert, erzählt Treuheit.
Doch mit den Jahren tat Dominic Treuheit das, was wohl jeder berufstätige Erwachsene macht: Fiel sein Geburtstag auf einen Wochentag, lud er seine Liebsten am Wochenende ein. Seit der Geburt seiner Tochter im Jahr 2018 gelten sowieso andere Regeln.
Einen schönen Brauch hat sich Dominic Treuheit aber behalten: Jährlich am 28. Februar gratuliert er jemandem anderem – dem Scheinfelder Peter Wächtler – zum Geburtstag, und dieser meldet sich dann tags darauf bei ihm. Einen Menschen, der direkt am 29. Februar geboren wurde, kennt der Feuerwehrmann übrigens nicht.
Für seinen diesjährigen Geburtstag hat sich Treuheit freigenommen, mit der engeren Familie wird nachmittags Kaffee getrunken, zum Abendessen kommen noch weitere Familienmitglieder hinzu. „Und sicherlich steht noch der eine oder andere vor der Türe“, meint er. Und was sagt nun unser Geburtstagskind anlässlich seines Ehrentages? „Ich bin froh, dass ich ihn erleben darf – und das in friedvoller Umgebung angesichts der Situation in der Welt. Das ist einem in jungen Jahren gar nicht so bewusst.“
Gesundheit ist und bleibt für ihn sein persönlich größter Wunsch. Töchterchen Philine hat für ihn eine Überraschung parat, die Frau backt ihm einen Kuchen. Mal sehen, wie viele Kerzen dann auf dem Backwerk stehen werden. Sollten es zwölf sein, dann ist eines ganz sicher: Sie sind dann alle gleich hoch.
Eine weitere 29.-Februar-Jubilarin ist Gabi Fränkel aus Burgoberbach. Sie wird heute 60.