Zu Weihnachten feiert die Christenheit die Geburt des Erlösers. Die evangelische Kirchengemeinde Schnodsenbach-Scheinfeld tat dies kürzlich schon zum zweiten Mal hintereinander ohne einen regulären Pfarrer. Doch ein drittes Christfest ohne hauptamtlichen Seelsorger soll es nicht geben.
Die evangelische Gemeinde mit der Michaelskirche in Schnodsenbach und der Erlöserkirche in Scheinfeld hat Aussicht darauf, dass die Pfarrstelle voraussichtlich ab September neu besetzt wird. Dann wird die Vakanz ziemlich genau zwei Jahre gedauert haben. Denn der letzte evangelische Pfarrer, Joachim Roth, war bereits im Sommer 2024 weggezogen – ins oberpfälzische Postbauer-Heng. Ob das so kommt, soll sich in wenigen Tagen entscheiden, kündigte der Ruhestandspfarrer Hans Stubenrauch auf Nachfrage unserer Redaktion an. Er verwaltet die Kirchengemeinde während der Vakanz – ehrenamtlich, wie der Geistliche anmerkte.
Er berichtete auch, dass sich am Dienstag, 13. Januar, der örtliche Kirchenvorstand mit einem Bewerber trifft. Wer das ist, weiß Stubenrauch selbstverständlich, zumal er den Bewerber vor etlichen Jahren schon bei sich in Ausbildung hatte. Doch Namen werden erst genannt, wenn die Neubesetzung spruchreif ist, betont der Geistliche. Der Kirchenvorstand trifft wohl noch am selben Tag seine Entscheidung.
Falls das achtköpfige Gremium zusagt, muss das dann allerdings noch von der evangelischen Landeskirche bestätigt werden, die Roths Nachfolger offiziell auf die Pfarrstelle berufen muss. Es wäre jedoch sehr ungewöhnlich, wenn die Landeskirche dem Votum des örtlichen Kirchenvorstands nicht folgen würde, erläuterte Stubenrauch. Im Übrigen verwundert es ihn, dass die Ausschreibung bislang auf so wenig Nachfrage gestoßen sei. Denn die Stelle sei „eigentlich attraktiv”.
Stubenrauch erwog, ob es etwas mit der Umbruchphase zu tun haben könnte, die Bayerns evangelische Kirche gerade durchmacht. Insbesondere ist die Zukunft des Dekanats Markt Einersheim, zu dem die Kirchengemeinde Schnodsenbach-Scheinfeld gehört, noch etwas unklar. Ob es diesen Zusammenhang mit der Bewerbungsflaute gibt, sei aber reine Spekulation, betonte der Ruhestandspfarrer.
Stubenrauch selbst muss als Verwalter also noch „bis September durchhalten”, sagte der Endsiebziger. Ein Stellenwechsel zu diesem Zeitpunkt entspräche jedenfalls den Gepflogenheiten in der evangelischen Landeskirche.
Die Gemeinde wäre in Kürze allerdings auch auf einen früheren Dienstbeginn eingestellt. Die aktuelle Vakanz wurde und wird auch dazu genutzt, das Pfarrhaus wieder auf Vordermann zu bringen. Hergerichtet wurden und werden etwa das Bad, die Holzfußböden, die Haustechnik und einige Fenster der Dachgauben. Auch einige Schönheitsreparaturen stehen auf dem Sanierungsplan. Zudem hatte ein leckes Abflussrohr der Dachrinne eine Kellerwand eingenässt. Die Maßnahmen summieren sich auf etwa 130.000 Euro, berichtete Stubenrauch. Sie sollen bis zum Frühjahr abgeschlossen sein, kündigte er unter Berufung auf eine Auskunft der beauftragten Architektin an.