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Veröffentlicht am 18.03.2026 11:12

Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ansbach: Veranstalter ziehen Fazit

Die Veranstalter der Eröffnung des Jahres für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ziehen laut einer Mitteilung ein positives Resümee: Die Veranstaltungen waren gut besucht.

Wichtige Impulse für den christlich-jüdischen Dialog, gegen den Antisemitismus, für das Verständnis der Geschichte unseres Landes und dessen Beziehungen zum Staat Israel wurden gesetzt.

Die gut besuchte Auftaktveranstaltung eröffnete das Jahr der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit 2026 mit einem Vortrag zum Jahres Thema „Schulter an Schulter miteinander“. Professor Dr. Andreas Nachama hob hervor, wie wichtig die persönliche Begegnung im christlich-jüdischen Dialog ist.

Die persönliche Begegnung stand auch im Mittelpunkt der Exkursion zu den beiden jüdischen Gemeinden Bambergs. In einer Fahrt des Evangelischen Bildungswerks (EBW) im Dekanat Ansbach besuchte eine Gruppe von rund 20 Teilnehmenden die jüdische liberale Gemeinde Mischkan Ha-Tefilah. Rabbinerin Dr. Yael Deusel informierte über die Entwicklung der Gemeinde.

Referat über Geschichte und Gegenwart der Einheitsgemeinde Bamberg

Am Nachmittag referierte die Gemeindereferentin Tatiana Manastyrskaia zur Geschichte und Gegenwart der jüdischen Einheitsgemeinde in Bamberg. Die Gemeinde in der Lessingstraße zeigte alle ihre Schätze: den wunderbaren synagogalen Raum, den Toraschrein mit vielen Thorarollen und die Mikwe, das rituelle Tauchbad der Gemeinde.

Für den Vortrag „Konrad Adenauer und die Juden. Der Kanzler nach der Katastrophe. Biografie“ von Professor Dr. Norbert Frei reichte der Platz im evangelischen Gemeindezentrum von St. Johannis kaum aus. Der Adenauer-Biograf brillierte mit seinem umfangreichen und detaillierten Wissen zum Altkanzler. Der Fokus auf die Fragestellung „Adenauer und die Juden“ führte noch über die Themen der Buchvorstellung hinaus.

Außerdem besuchten Schulklassen mit einer Führung die Synagoge. Am Samstag nutzten auch andere Menschen die Gelegenheit, das jüdische Gotteshaus kennenzulernen. Zum Abschluss der Woche führte Alexander Biernoth am Sonntag über den Jüdischen Friedhof.

Der Historiker und Stadtführer ging etwa auf Grabsteine, Ansbachs Rabbinergeschichte oder das zerstörte Taharahaus ein. Solche Gebäude dienen dazu, den Leichnam rituell zu waschen, bevor man ihm die Totenkleidung anlegt. So definiert es das Haus der Bayerischen Geschichte. „Vor dem Verlassen des Friedhofs reinigen sich dort auch die Teilnehmer einer Trauergemeinschaft.”

Eine Führung über den Jüdischen Friedhof mit dem Historiker und Stadtführer Alexander Biernoth (rechts) bildete am Sonntag den Abschluss der Woche. (Foto: Oliver Herbst)
Eine Führung über den Jüdischen Friedhof mit dem Historiker und Stadtführer Alexander Biernoth (rechts) bildete am Sonntag den Abschluss der Woche. (Foto: Oliver Herbst)
Eine Führung über den Jüdischen Friedhof mit dem Historiker und Stadtführer Alexander Biernoth (rechts) bildete am Sonntag den Abschluss der Woche. (Foto: Oliver Herbst)

Von mhz/oh
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