Schule zu marode: Diakoneo schließt Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 17.10.2025 10:05, aktualisiert am 17.10.2025 10:25

Schule zu marode: Diakoneo schließt Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau

Das Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau ist so marode, dass der Betreiber Diakoneo die Einrichtung schließt. (Archivbild: Antonia Müller)
Das Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau ist so marode, dass der Betreiber Diakoneo die Einrichtung schließt. (Archivbild: Antonia Müller)
Das Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau ist so marode, dass der Betreiber Diakoneo die Einrichtung schließt. (Archivbild: Antonia Müller)

Der Sozialkonzern Diakoneo schließt sein Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau zum Ende dieses Schuljahres. Rund 200 Kinder müssen eine neue Schule finden.

Die Schule befindet sich nach den Worten von Verena Bikas, Vorständin Bildung bei Diakoneo, in einem so schlechtem baulichen Zustand, dass ein Weiterbetrieb trotz erheblicher Instandhaltungsmaßnahmen nicht mehr möglich sei. Eine Generalsanierung wäre notwendig. Dafür hat das Unternehmen, das seit geraumer Zeit gegen finanzielle Probleme kämpft, aber kein Geld.

Diakoneo kann sich eine Sanierung nicht leisten

17 Millionen Euro wären nötig, sagte Bikas im Gespräch mit der FLZ – zu viel in der aktuellen Lage von Diakoneo, die vor allem auf Verluste im Krankenhausbereich zurückzuführen ist.

Im Förderzentrum werden aktuell 210 Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf vor allem im sozial-emotionalen Bereich in den Klassenstufen 1 bis 9 betreut, in den Klassen 3 bis 8 teilweise als Ganztagsbetreuung. Für einige Schülerinnen und Schüler kann Diakoneo voraussichtlich Plätze in eigenen Förderzentren in Neuendettelsau, Bruckberg und Ansbach anbieten.

Eltern laufen Sturm gegen die Schließung des Förderzentrums St. Laurentius in Neuendettelsau. (Foto: Antonia Müller)
Eltern laufen Sturm gegen die Schließung des Förderzentrums St. Laurentius in Neuendettelsau. (Foto: Antonia Müller)

„Pädagogische Katatrophe”: Schließung des Förderzentrums in Neuendettelsau empört

Noch haben Mütter und Väter Hoffnung, dass es für St. Laurentius weiter geht. Der Elternbeirat spart nicht an heftiger Kritik am Träger Diakoneo.

In den vergangenen Jahren sei regelmäßig in Sanierungen und Instandhaltungen investiert worden, um einen sicheren Betrieb des Förderzentrums zu ermöglichen. Allein habe man rund eine Million Euro für die Erneuerung der maroden Fenster aufwenden müssen, teilte Diakoneo mit. Doch die Mängel im Gebäude hätten inzwischen einen Umfang erreicht, der eine gefahrlose Nutzung langfristig nicht mehr garantiert. Schon jetzt sind einige Klassenräume gesperrt. So lange der Unterricht noch läuft, finden regelmäßige Begehungen statt, damit nichts passiert.

Seit über acht Jahren bestehe der Plan für eine umfassende Generalsanierung, die jedoch noch nicht realisiert werden konnte. Ein „konstruktives Gespräch” mit den zuständigen Behörden in jüngster Zeit habe leider keine tragfähige Lösung gebracht.

Sicherheit nicht langfristig gewährleistet

Vor dem Hintergrund der unzureichenden baulichen Sicherheit und fehlenden Sanierungsperspektive sieht sich Diakoneo nun gezwungen, den Schulbetrieb im Förderzentrum St. Laurentius zum Ende des Schuljahres 2025/26 einstellen zu müssen. Der Entschluss sei nach sorgfältiger Abwägung aller möglichen Alternativen getroffen worden – letztlich aber sei keine Möglichkeit geblieben, die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen langfristig zu garantieren. Eine Elternbeirätin hält das für eine „Katastrophe”.

Diakoneo arbeite derzeit „mit großer Dringlichkeit und in enger Abstimmung” mit dem Lehrpersonal sowie den Verantwortlichen der Diakoneo-Förderzentren St. Martin in Neuendettelsau und Bruckberg sowie der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule Ansbach an einem Konzept, um möglichst vielen der betroffenen Kinder alternative Schulplätze anbieten zu können. Bereits heute ist aber absehbar, dass die Kapazitäten der drei Einrichtungen nicht ausreichen, um alle Schülerinnen und Schüler unterzubringen. Einigen können voraussichtlich Plätze an drei Standorten angeboten werden, vorbehaltlich notwendiger behördlicher Genehmigungen.

Auch die knapp 50 Lehrkräfte an der Schule sind betroffen. Nicht alle werde Diakoneo übernehmen können, kündigte Bikas an. Über 30 von ihnen sind allerdings staatliche Lehrerinnen und Lehrer, die lediglich an das private Förderzentrum abgeordnet sind.

Kooperation mit Landratsamt und Schulaufsicht

Diakoneo betont, eng mit dem Landratsamt und der Schulaufsicht zu kooperieren, um möglichst bald zu erfahren, wo die fehlenden Plätze bereitgestellt werden können. Diakoneo hat nach eigener Einschätzung die betroffenen Eltern, Schülerinnen und Schüler bewusst so früh wie möglich informiert – auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle Fragen abschließend geklärt werden könnten. Zur Zukunft der zwei Diakoneo-Förderzentren St. Martin (Neuendettelsau und Bruckberg) sowie der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule Ansbach betont Diakoneo, dass die Gebäude dieser Einrichtungen einen sicheren Fortbestand gewährleisten.

Was aus dem Schulgebäude künftig wird, ist derzeit offen. Die Gemeinde mit Bürgermeister Christoph Schmoll sei bereits über die Situation informiert, teilte die Vorständin mit.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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