Landschaftspflege ist harte Arbeit und keinesfalls umsonst. Neben dem Bezirk Mittelfranken, der die Geschäftsführung des Landschaftspflegeverbandes Mittelfranken innehat, engagiert sich auch die Sparkasse Ansbach im größeren Stil für Natur und Umwelt in Stadt und Landkreis Ansbach: aktuell mit 50.000 Euro.
Der Verband bekommt größtenteils Förderungen aus den Töpfen der Umwelt- und Landwirtschaftsministerien. Vom Bezirk Mittelfranken kommen jährlich 300.000 Euro. Er hat den Umweltverband seit der Gründung 1986 mit rund 8,4 Millionen Euro gefördert. Im vergangenen Herbst ist die Sparkasse Ansbach eine Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband eingegangen. Es handele sich um eine Förderpartnerschaft mit jährlicher Grundförderung sowie projektabhängigen Zuwendungen, die langfristig angelegt sei. 2022 waren es 7500 Euro. Jetzt legte das Geldinstitut noch eins drauf.
Für die Übergabe des symbolischen Spendenschecks über 50.000 Euro ging es in die Natur, zum großen Schafstall von Klaus und Ralf Fleischmann mit angrenzenden Schafweiden nahe Eichholz bei Leutershausen. Vater und Sohn sind Vollerwerbshirten mit rund 750 Merino- beziehungsweise Schafkopfschafen. Außerdem halten sie Ziegen, die im Gegensatz zu den Schafen Büsche wie Weißdorn, Schlehen und Wacholder fressen, wodurch eine Überwucherung auf den Magerwiesen verhindert wird.
Wanderschäfer wie die Fleischmanns beweiden mit ihren Tieren geschützte Biotope, die sonst verbuschen würden. Schafe halten Gras und andere Pflanzen kurz. Die wolligen Vierbeiner selektieren, was sie fressen, nehmen auch Blüten, Blätter, Falllaub, Triebspitzen von Büschen und jungen Bäumen auf.
Bevorzugte Pflanzenteile rupfen die Tiere zuerst, andere fressen sie erst später. Einige Pflanzen meiden sie, solange sie besseres finden. Manches lassen sie links liegen. Was Schafe nicht oder weniger mögen, hat verbesserte Chancen, sich auszubreiten. Dadurch entstehen artenreiche Lebensräume für Insekten und Vögel.
Durch die Kooperation mit der Sparkasse und die aktuelle Spende können „mehr Pflegemaßnahmen im Landkreis Ansbach realisiert werden“, führt Eva Schmid vom Landschaftspflegeverband aus. Und zählt auf: „Also mehr Orchideenwiesen mähen, mehr neue Obstbäume pflanzen und an mehr Stellen die artenreichen Schafweiden auf der Frankenhöhe von starken Gehölzen befreit werden.“
Die Spende biete auch die Chance, „neue Akzente zu setzen“. Die Frankenhöhe-Schafwoll-Pellets als Naturdünger würden den Schäfern ein Zusatzeinkommen sichern, neben der Vermarktung von Lammfleisch und Schafwolle entlang der regionalen Verwertungskette.
Praktischen Umweltschutz leisteten außerdem auch 13 Auszubildende der Sparkasse. Auf dem „Kappelbuck“ bei Beyerberg (Landkreis Ansbach) halfen sie bereits zum zweiten Mal tatkräftig bei der Entbuschung von Streuobstwiesen mit und sammelten das Obst für Fruchtsaft ein.
Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken ist ein Zusammenschluss von Landwirten, Naturschützern und Kommunalpolitikern. Er wurde im März 1986 mit Unterstützung des bayerischen Umweltministeriums und des Bezirks Mittelfranken gegründet. Er hat die Rechtsform eines gemeinnützigen eingetragenen Vereins. Mitglieder sind mittelfränkische Gemeinden, Städte, Naturschutzverbände, Bayerischer Bauernverband, Flurbereinigungsverband sowie Einzelpersonen.
Die Vorstandschaft setzt sich paritätisch aus Interessenvertretern von Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik zusammen. Dadurch findet eine Interessenabwägung statt. Verschiedene Fachbehörden gehören dem Vorstand beratend an. Das Grundprinzip ist ein gleichberechtigtes Miteinander. Insgesamt ist es ein Bündnis für die Natur, um Aufgaben und Projekte in der Landschaftspflege und im Naturschutz zu realisieren.