Triesdorfer Forschende sollen auf COP30 in Belém sprechen – dann bricht Feuer aus | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 25.11.2025 17:34

Triesdorfer Forschende sollen auf COP30 in Belém sprechen – dann bricht Feuer aus

Prof. Dr. Dietrich Darr, Prof. Klemens Laschefski, Dr. Kathrin Meinhold und André Alves de Souza (von links) bei der COP30 in Brasilien. (Foto: privat)
Prof. Dr. Dietrich Darr, Prof. Klemens Laschefski, Dr. Kathrin Meinhold und André Alves de Souza (von links) bei der COP30 in Brasilien. (Foto: privat)
Prof. Dr. Dietrich Darr, Prof. Klemens Laschefski, Dr. Kathrin Meinhold und André Alves de Souza (von links) bei der COP30 in Brasilien. (Foto: privat)

Die Weltklimakonferenz (COP30) ist vorbei. Die Veranstaltung hat zwar in Belém (Brasilien) stattgefunden, aber auch ihre Fühler bis nach Triesdorf im Landkreis Ansbach ausgestreckt. Prof. Dr. Dietrich Darr und Dr. Kathrin Meinhold von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) waren vor Ort, um ein Projekt vorzustellen.

EcoSiPas heißt das Projekt. Es will zeigen, wie wertvoll silvopastorale Systeme sind. Silvopastorale Systeme (SPS) sind eine Mischung aus Weideflächen für Tiere und einheimischen Bäumen. Diese Mischung hilft der Natur und kann auch für Landwirtinnen und Landwirte gut sein. EcoSiPaS möchte messen, welche Vorteile für die Umwelt diese Systeme bringen. Durch Kohlenstoff-Gutschriften oder die Nutzung von Produkten aus dem Wald, die kein Holz sind, sollen SPS für Landwirtinnen und Landwirte vor Ort außerdem mehr Gewinn bringen.

Brasilianischer Cerrado stark bedroht

Geforscht wird am brasilianischen Cerrado. Er ist eine sehr artenreiche Savanne in Brasilien und einer der wichtigsten Lebensräume für Tiere und Pflanzen auf der Welt – aber auch stark bedroht. Mehr als die Hälfte des Cerrado wurde schon für die Landwirtschaft abgeholzt.

Ziel des Projekts, an dem etwa 40 Leute arbeiten: den Cerrado mit SPS besser zu schützen. Aber Silvopastorale Systeme bringen bisher weniger Geld ein als intensive Landwirtschaft, erklärt Dietrich Darr im Gespräch mit der FLZ. Darum will EcoSiPaS zeigen, wie viel sie der Natur und den Menschen wirklich bringen – und wie man diese Leistungen bezahlen kann.

Damit Klima, Wasser und Vielfalt an Tieren und Pflanzen erhalten bleiben, braucht es eine nachhaltigere Landwirtschaft, davon sind Meinhold und Darr von der HSWT überzeugt. Um ihre Forschung vorzustellen, sind die beiden den weiten Weg nach Brasilien angereist. Im deutschen Pavillon bei der Weltklimakonferenz hätten sie eine Präsentation über ihr Projekt, das an der HSWT koordiniert wird, halten sollen. Doch genau an diesem Abend brach ein Feuer aus.

Nachholtermin ist geplant

Die Veranstaltung hatte bereits begonnen, der Part der beiden HSWT-Dozierenden stand noch aus. Dann musste alles evakuiert werden. „Am Anfang war unklar, was los ist. Die Leute sind einfach gelaufen”, erzählt Kathrin Meinhold. Größere Verletzungen gab es bei dem Feuer nicht. Aber die Präsentation musste ausfallen. Ein Nachholtermin ist geplant. Zumindest konnten sie ihr Projekt am Tag zuvor in einem anderen Zelt vorstellen.

Die ersten Ergebnisse der Studie liegen bereits vor, so Darr. Sie geben ein klares Bild. „Wir sind zwar noch nicht am Ende unserer Analysen, doch die bisherigen Daten belegen, dass die Ökosystemleistungen des Cerrado jene der Eukalyptus-Plantagen übertreffen und SPS eine nachhaltigere Alternative darstellen können.“

Seit vielen Jahren arbeitet die HSWT für das Projekt „mit den brasilianischen Kollegen” zusammen, sagt Darr. Es läuft noch bis Mitte nächsten Jahres. Die Studie der HSWT „bestätigt im Wesentlichen, was andere Studien seit Jahren sagen, aber wir wollen das gesamtheitlich betrachten”, sagt Dietrich Darr.

Regisseur wurde auf Projekt aufmerksam

Wie aber haben die beiden HSWT-Angehörigen es mit ihrem Projekt auf die COP30 nach Brasilien geschafft? „Das war ein Riesen-Zufall”, sagt Kathrin Meinhold und lacht. Als Studierende vor Ort an Feldforschungen gearbeitet haben, war gleichzeitig auch der deutsche Regisseur Daniel Harrich für seine ARD-Dokumentation da.

„Beim Probensammeln sind sie dann ins Gespräch gekommen und der Kontakt wurde hergestellt”, sagt Meinhold. So entstand am Ende ein Film über das Projekt. Und dank dessen landete am Ende auch die Einladung zur Weltklimakonferenz in Triesdorf.

Auch, wenn die COP30 für Kathrin Meinhold und Dietrich Darr anders als geplant verlief: Beide sehen den Ausflug nicht als verlorene Zeit. „Es war eine sehr eindrucksvolle Konferenz und schöne Vernetzung”, sagt Darr, „nur das i-Tüpfelchen ist am Ende nicht zustande gekommen”.


Anna Beigel
Anna Beigel
Redakteurin für Westmittelfranken und Landkreis Ansbach
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