Zehn Defibrillatoren sind im Uehlfelder Gemeindegebiet derzeit stationiert. Das Problem: Die meisten davon sind nur zu den Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtungen greifbar. Felix Flohr stellte deshalb einen Antrag: Nun wurde der Ist-Zustand beleuchtet und das Thema in den Gemeinderat gebracht.
Ein Defi, der für die Allgemeinheit nicht rund um die Uhr und 365 beziehungsweise in Schaltjahren wie heuer 366 Tage im Jahr greifbar ist, „ist ein bisschen schwierig“, betonte Bürgermeister Detlef Genz zu Beginn der Debatte. Viele Geräte seien in 15 Jahren noch kein einziges Mal genutzt worden. Nun stellte sich die Frage: Wurde er nie gebraucht, wussten die Betroffenen im Ernstfall nichts davon oder war er in diesem Moment nicht greifbar? Genz: „Mir wurde erzählt, dass es durchaus Reanimationen gab.“
Viele trauten sich nicht an die Geräte, mutmaßte Rudi Röder. Entsprechend plädierte er dafür, Schulungen für den Defi-Umgang anzubieten. Carmen Stimper, selbst ausgebildete Sanitäterin, bestätigte diese These: „Viele Ottonormalbürger würden die Defis nicht anfassen, obwohl es einfach ist.“ Denn einmal angeschaltet, leitet das Gerät den Nutzer Schritt für Schritt an, was exakt zu tun ist. Feuerwehrmann Felix Flohr ergänzte: „Um einen Laiendefi zu bedienen, braucht man nicht einmal einen Erste-Hilfe-Kurs. Es ist nicht so, dass das eine unmögliche Nummer ist.“ Entsprechend sei es wichtig, dass solch kleine Lebensretter flächendeckend in der Marktgemeinde Uehlfeld verfügbar sind, da waren sich alle einig.
„Bei den Ortsteilen wäre es gut, wenn überall einer ist“, betonte Röder. Das ist aktuell noch nicht der Fall. Laut Sitzungsunterlage sind künftig 13 Standorte in der Marktgemeinde geplant, fünf davon in Uehlfeld. Jedoch stellte sich Röder die Frage, ob man wirklich so viele Exemplare für den Hauptort brauche – noch dazu sei das Gros entlang der B470 vorgesehen.
Christian Zwanzger ging noch einen Schritt weiter und überlegte, ob es in Uehlfeld überhaupt einen Defi brauche. „Die Feuerwehr ist schneller da als wenn jemand in der Hektik zur Hauptstraße rast“, befand er mit Blick auf die First-Responder-Einheit. „Mir ist da nicht wohl dabei. Und dann hat er das Teil, aber kennt sich nicht aus. In den Siedlungsgebieten sollte man es lieber die First Responder machen lassen.“ Die Alternative für ihn: Um solche Eilfahrten von geschockten Betroffenen zu unterbinden, müsste man ansonsten zumindest auch außerhalb des Altortes mehrere Standorte haben.
Felix Flohr war mit den Vorschlägen ebenfalls nicht ganz glücklich. „Ich habe schon gedacht, dass wir das mehr verteilen.“ Auch Friederike Wio stimmte dem zu. Über die genauen Platzierungen soll sich nun der Ausschuss Gedanken machen. Die Tendenz allerdings war eindeutig: In jedem Ort sollte mindestens ein Defi 24 Stunden täglich frei zugänglich sein. Dafür braucht es allerdings Aufbewahrungsboxen, die im Winter auch beheizt werden, damit der Frost den Defi nicht dienstunfähig macht. Eine entsprechende Box mit Alarmfunktion kostet laut Sitzungsunterlagen ungefähr 435 Euro.
Stimper aber betonte, dass es mit der einmaligen Anschaffung nicht getan sei. Auch der „laufende Betrieb“ müsse gesichert sein. „Wir brauchen jemanden, der sich langfristig darum kümmert.“ Genz hatte eine gute Nachricht: „Wir haben zwei, die sich vorstellen könnten, das zu übernehmen.“ Außerdem sei auch geplant, möglichst alle zwei Jahre Einführungskurse zum Thema Defibrillator anzubieten – für jedermann.
Gerhard Winkler betonte: „Wir haben den superglücklichen Umstand, dass wir First Responder, die Feuerwehr und mobile Defis haben. Wir werden die Situation deutlich verbessern“, erklärte er mit Blick auf die jederzeit zugänglichen Defis in den Kästen, die nun geplant sind.
Angelika Stierhof schlug vor, sich vor einem Votum zusammenzusetzen und alles nochmals im Detail zu besprechen. In einer Ausschuss-Sitzung soll nun, auch in Kooperation mit den Feuerwehren, erörtert werden, wie viele Defis es insgesamt braucht und wo diese genau stationiert werden sollten. Mit diesem Vorschlag waren alle zufrieden.