Vertrag unterschrieben: Das Theater Ansbach bekommt eine Ausweichspielstätte | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 20.02.2026 07:00

Vertrag unterschrieben: Das Theater Ansbach bekommt eine Ausweichspielstätte

Der Mietvertrag ist geschlossen. Das Theater Ansbach hat ein neues Domizil auf Zeit. Während der Sanierung des Theatergebäudes am Schlossplatz zieht es ins ehemalige Schulungs- und Informationszentrum des Fränkischen Überlandwerkes in der Eyber Straße. Das wird nun im nächsten Schritt für den Spielbetrieb hergerichtet.

„Ich freue mich darauf, dass es weitergeht”, sagte Nadine Maurer, die Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft Theater Ansbach – Kultur am Schloss. Sie und ihre beiden Vorstandskollegen, Martin Porzner und Patrick Peters, hatten zum Pressetermin den von ihnen unterschriebenen Mietvertrag mitgebracht. Es fehlte noch die entscheidende Unterschrift. Stefan Muschler, der Geschäftsführer der PfK Immo Holding GmbH & Co. KG, setzte sie darunter – und auch Oberbürgermeister Thomas Deffner griff symbolisch zum Stift. Der Mietvertrag sei ein Ausdruck von Stabilität, meinte der OB. „Ich bin wirklich zuversichtlich, dass das hier eine tolle Geschichte wird.” Die Stadt unterstütze das Projekt gerne.

Platz für 105 Gäste

Beim ersten Blick in den Tagungsbereich, der nun zur Interimsspielstätte werden wird, zeigte sich Deffner beeindruckt. Die Räume im ersten Stock des Gebäudekomplexes liegen für den Spielbetrieb günstig zueinander. Es wird eine Garderobe für die Schauspielerinnen und Schauspieler geben. Eine kleine Teeküche existiert bereits.

Gespielt wird im großen, mit Mahagoni furnierten Konferenzraum, der 4,50 Meter hoch ist und daher eine Zuschauertribüne aufnehmen kann. 180 Personen würde er ohne Bühne fassen. 105 werden es im Spielbetrieb sein – etwas mehr als im „Theater hinterm Eisernen”, der gegenwärtigen Ersatzspielstätte im Theater selbst.

Geprobt und gespielt werden kann dort bisher nicht. „Es sind noch ein paar Veränderungen nötig”, erläutert Nadine Maurer, „die man in normalen Nutzungen nicht gebraucht hat, Schauspielertoiletten zum Beispiel.” Angepasst werden müsse wegen der Scheinwerfer auch der Leistungsbedarf beim Strom, so Stefan Muschler. Eine Faltwand, die den Saal unterteilt, wird demontiert und eingelagert. Das herabhängende Beleuchtungssystem wird durch ein flacheres ersetzt. Und auch die Saalverdunklung wird überholt, sodass sie zuverlässig funktioniert.

Die Laufzeit ist auf drei Jahre ausgelegt

Froh ist Stefan Muschler angesichts der noch nötigen Arbeiten, dass die Verhandlungen jetzt abgeschlossen werden konnten und nun Handwerksbetriebe beauftragt werden können. „Meine Sorge war, dass uns die Zeit durch die Finger läuft.” Den ersten Kontakt gab es im vergangenen Mai. Jetzt ist er guter Dinge, dass bis 1. September alles geschafft ist. Dann sollen die Theaterleute einziehen können, sodass im Oktober das erste Stück Premiere feiern und im November das Weihnachtsmärchen erarbeitet werden kann.

Der Mietvertrag ist auf drei Jahre ausgelegt. Falls die Sanierung des Theatergebäudes am Schlossplatz länger als bis 2029 dauert, besteht die Option, ihn zu verlängern. „Wir schmeißen niemanden raus”, verspricht Stefan Muschler. Und auch ein Sonderkündigungsrecht gebe es. „Wir sind ein Stück weit an unsere Grenzen gegangen”, findet der Geschäftsführer. Man agiere dem Theater zuliebe „eigentlich nicht als echter Vermieter, sondern als Ansbacher”.

Bei der symbolischen Unterzeichnung des Mietvertrags für die Interimsspielstätte des Theaters (von links): Nadine Maurer, Patrick Peters, Thomas Deffner, Stefan Muschler und Martin Porzner (von links). (Foto: Thomas Wirth)
Bei der symbolischen Unterzeichnung des Mietvertrags für die Interimsspielstätte des Theaters (von links): Nadine Maurer, Patrick Peters, Thomas Deffner, Stefan Muschler und Martin Porzner (von links). (Foto: Thomas Wirth)
Bei der symbolischen Unterzeichnung des Mietvertrags für die Interimsspielstätte des Theaters (von links): Nadine Maurer, Patrick Peters, Thomas Deffner, Stefan Muschler und Martin Porzner (von links). (Foto: Thomas Wirth)

Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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