Volkswandertage in Rothenburg: 1600 Menschen genießen Flair von Stadt und Land | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 05.03.2026 19:18

Volkswandertage in Rothenburg: 1600 Menschen genießen Flair von Stadt und Land

1600 Teilnehmende wanderten die sechs, elf und 21 Kilometer langen Strecken. Hier sind sie im Norden der Stadt unterwegs. (Foto: Stefan Neidl)
1600 Teilnehmende wanderten die sechs, elf und 21 Kilometer langen Strecken. Hier sind sie im Norden der Stadt unterwegs. (Foto: Stefan Neidl)
1600 Teilnehmende wanderten die sechs, elf und 21 Kilometer langen Strecken. Hier sind sie im Norden der Stadt unterwegs. (Foto: Stefan Neidl)

Drei Routen, 80 ehrenamtliche Helfende, 1600 Teilnehmende aus ganz Deutschland: Die 46. Volkswandertage des TSV 2000 waren wieder der Anlaufpunkt für Wanderfreunde und Wanderfreundinnen.

Die Bedingungen passen: Die Sonne strahlt, die Temperaturen liegen bei zwölf bis 14 Grad. Schon Sonntagfrüh um acht Uhr brechen die Ersten auf. Die Veranstalterin, die Wanderabteilung des TSV 2000, sucht sich in jedem Jahr neue Routen aus, diese führen über 21, elf und sechs Kilometer. Die Teilnehmenden am frühen Morgen machten sich meist auf die lange Tour. Startpunkt war jeweils die alte Sporthalle in der Erlbacher Straße.

Einer der Wanderfans ist Klaus-Dieter Beutler aus Leutershausen. Er kam mit einer Gruppe von 15 Leuten, für ihn ist klar: Wandern kennt keine Altersgrenze. „Es ist gut für die Gesundheit und fördert die Gemeinschaft”, beschreibt er seine Motivation.

Wie die Gruppe aus Leutershausen kommen viele als Team in die Stadt. Zwei Frauen wandern die elf Kilometer lange Strecke und passieren die Freizeitanlage im Steinacher Weg. Sie sind Mitglieder im Versehrtensportverein Ansbach, ein ganzer Bus transportierte sie nach Rothenburg. Eine der beiden Frauen erklärt: „Die Gegend ist wunderschön und der Wandertag ist gut organisiert.” Die 76-Jährige wandert schon seit 50 Jahren, sagt sie: „Die Bewegung an der frischen Luft tut gut.” Wie Beutler schätzt sie die Gemeinschaft, die beim gemeinsamen Wandern entsteht.

„Dem Wandern bleibe ich weiter treu”

Der Stäffeleinsbrunnen liegt idyllisch im Norden von Rothenburg und ist eine Etappe der 21 Kilometer langen Strecke. Kurz vor Mittag erreichen ihn Albert Geisbauer und Klaus Uhlmann. Geisbauer ist zwar schon 67 Jahre alt, aber immer noch begeisterter Sportler: „Ich nehme jedes Jahr am Volkswandertag teil, wenn das Wetter passt. Es ein guter Ausgleich zu meinem Hobby Fahrradfahren.”

Auf seiner Tour begleitet ihn Klaus Uhlmann aus Bechhofen an der Heide. Wie Geisbauer ist er beim Alb-Team Neusitz. Früher fuhr der 61-Jährige viel Rennrad und Mountainbike. Vor zwei Jahren wurde er aber wegen Krebs operiert, fuhr seitdem nicht mehr – nun geht er eben wandern. „Langsam will ich mit dem Radfahren wieder anfangen”, sagt er, „aber dem Wandern bleibe ich weiter treu.”

Organisator Jochen Messerschmidt ist zufrieden mit dem Volkswandertag: „Wir hatten zehn Busse hier. Geschätzt haben etwa 200 Menschen übernachtet und an beiden Tagen teilgenommen.” Die teilnehmenden stärksten Gruppen waren die Hohenloher Wandergermanen aus Schrozberg mit 81 Personen, die Wanderfreunde Crailsheim mit 71 Leuten und die Wanderfreunde Billigheim-Elztal mit 58 Menschen.

Wetter zwang zu kleinen Änderungen

Eins musste Messerschmidt aber doch loswerden, auch im Namen der 80 Ehrenamtlichen: Ein Teilnehmer hatte sich wütend beschwert. Die 21 Kilometer waren eigentlich über 22 Kilometer und die Wegführung passte ihm auch nicht. „Es gab auf der ursprünglich geplanten Route einige Probleme: Wegen des vielen Schnees und jetzt des Tauwetters war sie unpassierbar und wir mussten sie kurzfristig ändern.” Aber Messerschmidt wollte nicht nur Asphaltstraßen, sondern eine abwechslungsreiche Strecke präsentieren: „Ich möchte nicht wissen, was solche Leute sagen, wenn die Strecke nur aus Pflasterstraßen besteht.”

Messerschmidt erklärt auf Nachfrage der Redaktion, warum die Volkswandertage immer trotz des unsicheren Wetters Ende Februar und Anfang März stattfinden: „Jeder Verein hat eine Art Gebietsschutz und so darf kein anderer in dieser Zeit etwas machen.” Für Rothenburg als Hochburg des Tourismus war es wichtig ein Datum zu finden, an dem Parkplätze ausreichend vorhanden sind. Und so fällt der Volkswandertag auf eine Zeit außerhalb der Hauptsaison.

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