Vor Zwischenwahlen: Teurer Sprit treibt US-Inflation hoch | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 14.10.2026 15:37, aktualisiert am 14.10.2026 16:32

Vor Zwischenwahlen: Teurer Sprit treibt US-Inflation hoch

Ölförderung in USA: Teues Öl und steigende Sritpreuse treiben die Inflation in den USA hoch (Archivbild) (Foto: Eli Hartman/AP/dpa)
Ölförderung in USA: Teues Öl und steigende Sritpreuse treiben die Inflation in den USA hoch (Archivbild) (Foto: Eli Hartman/AP/dpa)
Ölförderung in USA: Teues Öl und steigende Sritpreuse treiben die Inflation in den USA hoch (Archivbild) (Foto: Eli Hartman/AP/dpa)

Hohe Preise für Kraftstoff und Heizöl haben die Inflation in den USA im September überraschend stark angetrieben. Die Verbraucherpreise legten im Jahresvergleich um 3,7 Prozent zu, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Im August hatte die Inflationsrate bei 3,4 Prozent gelegen. Analysten hatten eine stärkere Teuerung erwartet, waren aber im Schnitt nur von einer Rate von 3,6 Prozent ausgegangen.

Damit näherte sich die Inflation dem höchsten Stand seit über drei Jahren, der durch die Folgen des Iran-Kriegs im Mai bei 4,2 Prozent erreicht worden war. Zudem steigt die Teuerung weiter über das von der US-Notenbank Fed angestrebte Ziel von zwei Prozent und setzt diese unter Druck, die Leitzinsen weiter zu erhöhen.

Angetrieben wurde die Preisentwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft vor allem durch Kosten für Energie, nachdem sich wichtige Rohstoffe wie Erdöl in den vergangenen Wochen deutlich verteuert hatten. Für Energie musste im September gut ein Fünftel (20,4 Prozent) mehr gezahlt werden als vor einem Jahr. Besonders stark war der Anstieg der Benzinpreise: Kraftstoffe verteuerten sich um etwa 34 Prozent. Der Heizölpreis stieg sogar um rund 74 Prozent im Jahresvergleich.

Teurer Sprit gefährlich für Trumps Republikaner

Die gestiegenen Spritpreise setzen die Republikaner von US-Präsident Donald Trump vor den Zwischenwahlen („Midterms“) am 3. November unter Druck. Denn Trump hatte versprochen, die Inflation einzudämmen. Zugleich attackierte er immer wieder die US-Notenbank Fed und forderte Zinssenkungen - bisher vergeblich. So hatte die Fed im September erstmals seit rund drei Jahren den Leitzins angehoben.

Derzeit halten Trumps Republikaner eine knappe Mehrheit in beiden Kongresskammern. Trumps Politik ist allerdings laut Umfragen unter anderem nach den Spritpreiserhöhungen wegen des Iran-Krieges unbeliebt. Erst kürzlich hatte Trump nach einem Gespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin verkündet, Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen. 

Die US-Inflation steuere in den nächsten Monaten auf eine Rate von über 4 Prozent im Vorjahresvergleich zu, schrieb Dirk Chlench, Ökonom bei der Landesbank LBBW. „Nach unserer Prognose wird die US-Notenbank ihre Leitzinsen auf der kommenden Sitzung im Oktober zwar noch unverändert lassen, eine Anhebung im Dezember scheint jedoch gesetzt.“

© dpa-infocom, dpa:261014-930-839279/2


Von dpa
north