Was Bürgermeister Schmoll über das Ende des Förderzentrums in Neuendettelsau denkt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 20.10.2025 07:00

Was Bürgermeister Schmoll über das Ende des Förderzentrums in Neuendettelsau denkt

Das Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau soll geschlossen werden. Bürgermeister Christoph Schmoll und der Elternbeirat wollen das nicht hinnehmen. (Foto: Antonia Müller)
Das Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau soll geschlossen werden. Bürgermeister Christoph Schmoll und der Elternbeirat wollen das nicht hinnehmen. (Foto: Antonia Müller)
Das Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau soll geschlossen werden. Bürgermeister Christoph Schmoll und der Elternbeirat wollen das nicht hinnehmen. (Foto: Antonia Müller)

Der Neuendettelsauer Bürgermeister Christoph Schmoll hat nach eigenen Worten Kontakt zum Landratsamt und zum bayerischen Innenministerium aufgenommen, um zu klären, ob es doch noch eine Chance für das Förderzentrum St. Laurentius gibt. Mittlerweile haben die Eltern einen Protestbrief an die Diakoneo-Führung geschrieben.

Im Gespräch mit der FLZ sagte der Bürgermeister, er habe auch erst am Mittwoch erfahren, dass das Förderzentrum St. Laurentius vor einer ungeklärten Zukunft steht. Da das Gebäude nur weiter genutzt werden kann, wenn in erheblicher Höhe investiert wird, hat Schmoll inzwischen Kontakt mit dem Landratsamt und der Staatsregierung aufgenommen, um zu klären „ob doch noch etwas möglich ist”.

Dass eine Sanierung staatlich gefördert würde, ist sehr wahrscheinlich. Allerdings fließen solche Gelder oft erst mit jahrelanger Verzögerung, sodass eine Zwischenfinanzierung mit einer entsprechenden Zinsbelastung erforderlich wäre.

Deutliche Kritik an Diakoneo

Skeptisch ist das Ortsoberhaupt, was die Nutzung bestehender anderer Schulgebäude in Neuendettelsau für das Förderzentrum St. Laurentius angeht. Bei der alten Grund- und Mittelschule, die durch einen Neubau ersetzt wird, sei fraglich, wie lange eine weitere Nutzung möglich wäre. Die stillgelegte und erst wenige Jahre alte Diakoneo-Pflegeschule hinter dem früheren Krankenhaus sei von ihren Dimensionen her wohl zu klein.

„Ich empfinde die Entscheidung von Diakoneo als Katastrophe für Kinder, Eltern und Personal”, erklärte der Bürgermeister. Außerdem wäre die Schließung ein „herber Verlust” für die Kommune – sowohl was die Strahlkraft als auch was die Arbeitsplätze angeht.

Als Gemeinde stehe man aber „am Spielfeldrand”. Schmoll sucht einen Schulterschluss mit der Gemeinde, um es vielleicht zu schaffen, den Freistaat zu überzeugen, dass er die Sanierung kurzfristig unterstützt. Den Landkreis Ansbach sieht der Bürgermeister in der Pflicht, eine „gute flächendeckende Beschulung” zu sichern, auch hinsichtlich der Förderzentren im östlichen Landkreis. Man könne die Entscheidung des Sozialunternehmens nicht „nur zur Kenntnis nehmen”, denn sie habe Konsequenzen für die Zukunft.

Elternbeirat schreibt offenen Brief

Unterdessen hat sich der Elternbeirat in einem offenen Brief an Verena Bikas, die Diakoneo-Vorständin Bildung, gewandt. In dem der FLZ vorliegenden Schreiben fordert der Elternbeirat, dass eine Lösung gefunden wird, die den Erhalt des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) St. Laurentis gewährleistet. Darüber hinaus verlangen die Eltern „zeitnah ein gemeinsames Gespräch – im Sinne unserer Kinder und deren Zukunft”.

Zudem verweist der Elternbeirat auf die rechtlichen Rahmenbedingungen. Aus Sicht des Gremiums haben Eltern unter anderem das Recht auf Widerspruch, können Widerspruch einlegen, Petitionen starten und gegebenenfalls auch den Rechtsweg einschlagen.

Eine Schulschließung müsse verhältnismäßig, transparent und nachvollziehbar sein. Sie dürfe nicht ohne gewichtige Gründe erfolgen und Alternativen müssten geprüft werden. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben laut dem Schreiben „ein Recht auf eine geeignete Schulform”.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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