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Veröffentlicht am 08.12.2024 07:00

175 Jahre Bahngeschichte am Hesselberg

1985 hielt der letzte planmäßige Personenzug in Wassertrüdingen. Fast 30 Jahre später wird die Strecke jetzt reaktiviert. (Archivfoto: Klaus Hunzinger)
1985 hielt der letzte planmäßige Personenzug in Wassertrüdingen. Fast 30 Jahre später wird die Strecke jetzt reaktiviert. (Archivfoto: Klaus Hunzinger)
1985 hielt der letzte planmäßige Personenzug in Wassertrüdingen. Fast 30 Jahre später wird die Strecke jetzt reaktiviert. (Archivfoto: Klaus Hunzinger)

Die Hesselbergbahn steht exemplarisch für die wechselvolle Geschichte der Eisenbahn in Deutschland. Als Teil einer Fernverkehrsachse durch Europa geplant, verlor die Strecke bald wieder an Bedeutung, bis der Personenverkehr ganz eingestellt wurde. Erst ab der Wende zum 21. Jahrhundert setzte ein Umdenken ein.

1849: Eröffnung als Teilstrecke der 566 Kilometer langen „Ludwigs Süd-Nord-Bahn“ von Lindau über Nürnberg bis Hof. Von dieser Strecke erhoffte sich König Ludwig I. die Anbindung vieler Städte des bayerischen Königreichs an eine neue Verkehrsachse Schweiz–Mitteldeutschland und damit Teilhabe am industriellen Aufschwung in Europa.

1906: Als Konkurrenz zur Strecke über Nördlingen wird zwischen Donauwörth und Treuchtlingen eine neue, den Hahnenkamm querende Hauptstrecke eröffnet. Die Hesselbergbahn verliert an Bedeutung.

Ab den 1950er-Jahren: Umstellung auf Reisezugverkehr mit leichten Schienenbussen, später auch Einsatz von Akku-Triebzügen.

Die Bürgermeister Karl-Heinz Fitz (Gunzenhausen) und Stefan Ultsch (Wassertrüdingen) freuen sich mit den Landräten Dr. Jürgen Ludwig (Landkreis Ansbach) und Manuel Westphal (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) sowie dem Unterschwaninger Bürgermeister Markus Bauer (von links) über die Reaktivierung. (Foto: Thomas Schaller)

Züge nach Wassertrüdingen als Pluspunkt für die ganze Region

Berufspendler, Touristen und Schüler profitieren von der Reaktivierung der nördlichen Hesselbergbahn am 15. Dezember.
08.12.2024 07:00
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1982: Einstellung der letzten Eilzüge der Relation Nürnberg–Wassertrüdingen–Nördlingen.

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1985: Einstellung des Personenverkehrs auf der Hesselbergbahn. Zeitgleich wird auch auf der Strecke Nördlingen–Dinkelsbühl–Dombühl der Reiseverkehr eingestellt.

1985 – 1997: Weiterhin Güterverkehr der DB auf der Hesselbergbahn.

1989: Die BayernBahn Betriebsgesellschaft, eine Tochtergesellschaft des Bayerischen Eisenbahnmuseums, pachtet die Strecke Nördlingen–Wassertrüdingen–Gunzenhausen.

Ab 2003: Regelmäßiger Verkehr des Bayerischen Eisenbahnmuseums mit historischen Zügen.

Ab 2009: Wiederherstellung der Gleisanschlüsse zum Schwarzkopf & Henkel-Werk bei Wassertrüdingen, ab 2010 Renaissance des regelmäßigen Schienengüterverkehrs.

2014: Eine Nachfrageprognose des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) ermittelt für den nördlichen Teil der Hesselbergbahn ein Nachfragepotenzial von über 1000 Reisenden pro Werktag. Somit ist ein wichtiges Reaktivierungskriterium erfüllt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gibt bekannt, dass die Bahnlinie zwischen Gunzenhausen und Wassertrüdingen wiederbelebt werden soll.

2017: Die BayernBahn mit Sitz in Nördlingen erwirbt die Strecke der Hesselbergbahn von der DB.

2019: Während der Landesgartenschau in Wassertrüdingen verkehren Züge zwischen Nürnberg und Wassertrüdingen. Im Bahnhof Wassertrüdingen geht ein neuer, barrierefrei gestalteter Bahnsteig in Betrieb.

2021: Eine Nachfrageprognose des VGN ermittelt für den südlichen Teil der Hesselbergbahn unter der Voraussetzung einer beschleunigten Riesbahn ein Nachfragepotenzial knapp über dem notwendigen Tausender-Kriterium. Die infrastrukturellen Voraussetzungen sind aber derzeit weder auf der Riesbahn noch auf der südlichen Hesselbergbahn gegeben.

2023: Die Landkreise Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen und die Stadt Gunzenhausen unterzeichnen mit dem Freistaat Bayern einen Vertrag für ein auf den Zugverkehr abgestimmtes Buskonzept.

2023/2024: Ertüchtigung der Strecke Gunzenhausen–Wassertrüdingen durch die BayernBahn mit zahlreichen Maßnahmen. Bis zur Fertigstellung des neuen elektronischen Stellwerks in Langlau voraussichtlich im Frühjahr 2025 verkehren die Züge zwischen Gunzenhausen und Pleinfeld nur zweistündlich.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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