Am Anfang stand der Rausch: Die Suchtwoche in Neustadt steht an | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 08.08.2024 17:00

Am Anfang stand der Rausch: Die Suchtwoche in Neustadt steht an

Jürgen Ungerer vom Blauen Kreuz initiiert zusammen mit Veronika Polok (Caritas) die Ausstellung zum Thema Sucht im evangelischen Gemeindezentrum Neustadt. In Händen halten sie ein Exponat der Ausstellung. Die Plüschtiere stehen für die Mitglieder der Selbsthilfegruppe. (Foto: Ute Niephaus)
Jürgen Ungerer vom Blauen Kreuz initiiert zusammen mit Veronika Polok (Caritas) die Ausstellung zum Thema Sucht im evangelischen Gemeindezentrum Neustadt. In Händen halten sie ein Exponat der Ausstellung. Die Plüschtiere stehen für die Mitglieder der Selbsthilfegruppe. (Foto: Ute Niephaus)
Jürgen Ungerer vom Blauen Kreuz initiiert zusammen mit Veronika Polok (Caritas) die Ausstellung zum Thema Sucht im evangelischen Gemeindezentrum Neustadt. In Händen halten sie ein Exponat der Ausstellung. Die Plüschtiere stehen für die Mitglieder der Selbsthilfegruppe. (Foto: Ute Niephaus)

Sucht aus der Perspektive der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu sehen, dies soll im Rahmen der Ausstellungswoche mit dem Titel „Sucht Hilfe Welten – Welt sucht Hilfe“ geschehen. Besucht werden kann sie von Montag bis Freitag, 26. bis 30. August, im evangelischen Gemeindezentrum in Neustadt.

Gezeigt werden Bilder, Texte und etliche andere Exponate. Jürgen Ungerer, Vorstand des Regionalvereins „Blaues Kreuz Main-Aisch“, entwickelte die Ausstellung zusammen mit Selbsthilfe-Akteuren. Unterstützung gibt es vom Selbsthilfebüro des Caritasverbandes Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Ungerer betont, dass hier nicht mit dem erhobenen Zeigefinger agiert werde und auch keine Fachinformationen zum Thema „Sucht“ im Fokus stünden.

Impulse setzen und diskutieren

Ihm sei es vielmehr ein großes Anliegen, dass alle miteinander ins Gespräch kommen. „Wir wollen Impulse setzen und auch später weiter über das Thema diskutieren“, betonen Ungerer und Veronika Polok, Leiterin des Caritas-Selbsthilfe-Büros.

Jürgen Ungerer, der seit 2012 abstinent ist, freut sich auf die Ausstellung. Anreize für die von ihm gefertigten Installationen erhielt er unter anderem bei Seminaren, die er im Rahmen seiner Mitgliedschaft im Landesverband des Blauen Kreuzes besuchte. Dort erfuhr er auch, dass Visuelles bei den Mitmenschen immer gut ankommt – vor allem, wenn sie die Exponate auch anfassen können. Das ist nicht nur am Montag, 26. August, um 16 Uhr bei der Vernissage ausdrücklich erlaubt.

Stationen der Abhängigkeit

Die Ausstellung soll die verschiedenen Stationen der Suchtproblematik widerspiegeln. Große Installationen verdeutlichen diese künstlerisch. Bilder und Texte von Gruppenleitern aus dem Umfeld des Blauen Kreuzes zeigen, wie Betroffene und Angehörige damit umgehen. Die Themen der Stationen lauten etwa „Suchtrepublik Deutschland?“, „Abhängigkeit und Missbrauch“, „Alkohol am Arbeitsplatz“, „Kinder in Suchtfamilien“, „Angehörige“, „Wie funktioniert die Gruppe?“, „Glaube und Sucht“, „Rückfall“, „Wege aus der Sucht“ und „Gefühlswelten“. Vorgestellt werden soll in der Woche auch die Arbeit in den Selbsthilfegruppen. „Suchthilfe ist mehr als nur ein Stuhlkreis“, so Ungerer. Angeboten wird auch ein Rahmenprogramm.

Am Dienstag, 27. August, gibt es ab 15 Uhr einen Workshop mit Elisabeth Kress zum Thema Detox. Ein Smoothie wird dann noch gemeinsam mit den Teilnehmenden zubereitet. Abends findet noch ein Vortrag zum Thema „Am Anfang war der Rausch. Die Sucht im Wandel der Jahrhunderte“ statt.

„Quo Vadis? – Umgang mit Cannabis“: Diese Thematik greift Magdalena Scherer am Mittwoch, 28. August, ab 15 Uhr in einem Workshop auf. Wie geht es Angehörigen und Kindern in Suchtfamilien? Dies zeigt der Film „Zoey“, der am Mittwochabend ab 18 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum, Am Schlossgraben 1, gezeigt wird.

Ausstellung ist täglich besuchbar

Musikalisch geht es am Donnerstag, 29. August, weiter. Ab 19 Uhr sorgt die Blau-Kreuz-Band für Stimmung. Auch Literarisch wird einiges geboten. Wer Interesse hat, die Selbsthilfegruppe des Blauen Kreuzes zu besuchen, oder Fragen zur Ausstellung hat, kann sich mit Jürgen Ungerer per E-Mail an juergen.ungerer@blaues-kreuz-bayern.de oder unter Telefon 09106/1027 in Verbindung setzen.

Die Ausstellung wird am Montag, 26. August, um 16 Uhr eröffnet. Danach kann sie täglich von 14 bis 21 Uhr besucht werden. Für Gruppen geht dies auch nach Absprache.

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