ANregiomed: Neue Chance für die Praxisklinik in Feuchtwangen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 27.02.2024 18:06

ANregiomed: Neue Chance für die Praxisklinik in Feuchtwangen

ANregiomed, MVZ Feuchtwangen (Archivbild: Erich Herrmann)
ANregiomed, MVZ Feuchtwangen (Archivbild: Erich Herrmann)
ANregiomed, MVZ Feuchtwangen (Archivbild: Erich Herrmann)

Nach Befürchtungen für ein endgültiges Aus könnte die Praxisklinik in Feuchtwangen nun doch zu einem zweiten Frühling finden. Bürgermeister Patrick Ruh ist optimistisch, dass sich nach der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrates neue Chancen auftun.

Vor wenigen Wochen hat ANregiomed angekündigt, die Chirurgie aus dem Medizischen Versorgungszentrum (MVZ) in der Praxisklinik in der ersten Jahreshälfte nach Dinkelsbühl zu verlagern, weil das ambulante Angebot dort an das stationäre angegliedert werden kann. Auch der Fortbestand der Gynäkologie im MVZ war plötzlich nicht mehr gesichert. Bürgermeister Ruh monierte einen „eklatanten Verstoß“ gegen die ANregiomed-Unternehmenssatzung von 2013. Dort ist ausdrücklich neben den Krankenhäusern Ansbach, Dinkelsbühl und Rothenburg auch Feuchtwangen genannt, um dort ein medizinisches Angebot zu machen.

ANregiomed habe nun den klaren Auftrag erhalten, weitere Nutzungen für die Praxisklinik auf den Weg zu bringen, berichtete Ruh nach einem Austausch mit Landrat Dr. Jürgen Ludwig. Das habe der Verwaltungsrat als Reaktion auf Ruhs Intervention festgelegt. Der Bürgermeister sprach von einem „guten Signal“ für Feuchtwangen.

Anbieter für Kurzzeitpflege gesucht

Angestrebt sind demnach Nutzungen im Gesundheits- und Sozialbereich sowie aus verwandten Themenfeldern der kommunalen Daseinsvorsorge, so Ruh. Unter anderem soll sich ANregiomed auf die Suche nach einem externen Betreiber für die Kurzzeitpflege machen.

Diese ist im ehemaligen Krankenhaus noch immer komplett eingerichtet vorhanden – es fehlen nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Betrieb. Ende 2021 hatte ANregiomed die gut genutzte Station wegen Personalmangel geschlossen. „Ziel sei dabei, das Angebot im Raum Feuchtwangen zu sichern und auszuweiten“, erklärte Ruh zur Kurzzeitpflege.

Wenn es gelingt, weitere Mieter zu finden, verbessere sich automatisch die Einnahmesituation für das Haus, macht der Bürgermeister deutlich. Klinikvorstand Dr. Gerhard Sontheimer bezifferte das Defizit für das ehemalige Feuchtwanger Krankenhaus auf 500.000 bis eine Million Euro jährlich.

Demgegenüber stehen mehrere Ärzte, die in der Vergangenheit großes Interesse daran hatten, ihre Praxis in dem Gebäude einzurichten, aber kein angemessenes Angebot erhalten haben. Landrat Ludwig hat die Stadt Feuchtwangen ausdrücklich gebeten, potenzielle Interessenten an die Krankenhausverwaltung zu vermitteln.

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