Der Stadtrat hat auf Antrag der CSU und der Freien Wähler/Ansbacher mehr Geld fürs Theater lockergemacht. Im Jahr 2024 wird die Genossenschaft „Theater Ansbach – Kultur am Schloss“ einen Betriebskostenzuschuss von 1,34 Millionen Euro erhalten – plus einen Investitionszuschuss von 31.000 Euro. Das sind 255.000 Euro mehr als in der Finanzplanung vorgesehen waren.
Für 2023 wird der Betriebsmittelzuschuss um 33.000 Euro erhöht, um den Bilanzverlust der Theater-Genossenschaft aus dem Vorjahr auszugleichen. Diese Ausgaben seien zwingend notwendig, um den Wirtschaftsbetrieb des Theaters sicherzustellen, so der Antrag.
„Wir wollen das Theater als Ensemble-Theater weiterführen“, begründete CSU-Fraktions-Chef Jochen Sauerhöfer die Finanzspritze. „Aber es ist uns auch wichtig, dass das Theater darauf achtet, die Einnahmen zu erhöhen und effizienter zu werden.“ Deshalb habe man Auflagen an den Zuschuss geknüpft:
Eine Stellenmehrung im künstlerischen Bereich wird es nicht geben. Die Genossenschaft soll eine mögliche Zusammenarbeit mit anderen Kulturbetrieben in der Region prüfen und angehen. Das Gleiche gilt für weitere Einnahme-Mehrungen und das Sponsoring. Außerdem sollen „weitere Optimierungsmöglichkeiten“ geprüft und angegangen werden. Über ihre dahingehenden Aktivitäten soll die Genossenschaft in ihren Jahresabschlüssen Nachweise erbringen und berichten.
Es folgte eine lebhafte Debatte, die Bürgermeister Dr. Markus Bucka (BAP) eröffnete. „Wir können dieser Erhöhung in keiner Weise zustimmen“, sagte er. „Wir verlangen von den Kita-Eltern hohe Beiträge und gewähren gleichzeitig dem Theater diesen Zuschuss, als wäre die eine Million, die wir bisher zahlen, nichts.“
Dr. Bernhard Schmid (Grüne) begrüßte den Antrag, hätte sich angesichts der Auflagen aber „mehr Vertrauen in die Verantwortlichen des Theaters“ gewünscht.
Dr. Paul Kupser (Freie Wähler/Ansbacher) fand es wichtig, dass das Theater in Sachen Effizienz und Kooperationen vorankomme, und er fand es „schrecklich, das Theater gegen die Kinder aufzurechnen. Trennen wir das!“ Hannes Hüttinger störte, dass der erhöhte Zuschuss im Haushalt 2024 durch verminderte Investitionen – also zum Beispiel bei der Sanierung der Schulen – gegenfinanziert werden soll.
Boris-André Meyer (Offene Linke) sah ebenfalls Potenziale für die Zusammenarbeit der Theater in der Region. Für die Finanzierung schlug er vor, der Genossenschaft die Miete für das Haus zu erlassen. Sein Fraktikons-Kollege Uwe Schildbach wandte ein, gerade bei Marketing und Werbung könnten die Theater der Region Synergien nutzen.
Otto Schaudig (CSU) mahnte, man dürfe angesichts der vielen Anträge und Einwände die Sache nicht zerreden: „Nicht, dass die Genossenschaft am Ende hinschmeißt.“
Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) machte deutlich, dass der zur Debatte stehende Zuschuss-Antrag nicht von der Verwaltung stamme. Niemand im Raum, ob Verfechter oder Kritiker, habe etwas Falsches gesagt. Aber die Gefahr sei groß, dass das Theater in Gänze wegbricht. Der OB ließ durchblicken, dass auch er Bauchschmerzen hatte: „Ich schließe mich dem Beschlussvorschlag mit 50,1 Prozent an.“
Am Ende stimmte der Stadtrat gegen elf Stimmen der Finanzspritze für das Theater zu. Die Zuwendungen entsprechen in der Höhe dem Wirtschaftsplan 2024 der Theater-Genossenschaft.