Es ist eine Zäsur, die nur personell einem Neuanfang gleicht. Auch mit dem Abschied von Dr. Christian Schoen und Jakob Ackermann büßen die Themen der Ansbacher Kultur- und Umweltinitiative Respect nicht an Aktualität ein. Mit dem neuen Führungszirkel wurde auch das Programm für das zweite Halbjahr präsentiert.
Die Reihe, die Schoen vor beinahe zehn Jahren mit dem Grünen-Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig gestartet hatte, übergibt der künftige Museumsdirektor des Retti-Palais nun in neue „sehr engagierte Hände“, wie Schoen meinte. „Viele interessante Projekte“ wurden in der zurückliegenden Dekade umgesetzt und die Initiative mit Preisen dekoriert. Nur grundlegend geändert hat sich in umweltpolitischer Hinsicht kaum etwas, merkte Schoen an: „Das macht schon mürbe.“
Gleichwohl wird auch der neue Stab dafür kämpfen und nicht in seinem Bestreben nachlassen, Menschen für das Thema Umwelt und deren Schutz und Erhalt zu sensibilisieren. „Es ist immer einfacher, die Augen zuzumachen und darauf zu hoffen, dass alles so bleibt, wie es war“, meinte dazu Sabine Stein-Hoberg.
Die Grünen-Stadträtin übernimmt künftig zusammen mit Sabine Leidenberger, Stefanie Hayduk sowie Max Grießer, dem neuen Klimaschutzbeauftragten der Stadt, die Leitung von Respect. Leidenberger bezeichnete die Initiative mit ihren gesellschaftlichen Dimensionen als wertvollen Bestandteil des Ansbacher Kulturlebens. „Wir stehen in der Verantwortung, Diskussionen zu schaffen und Impulse zu setzen.“
Dazu soll auch das bunte Programm in der zweiten Hälfte des Jubiläumsjahres beitragen. Schoen nennt die Vielzahl an unterschiedlichen Themen und Ansätzen nicht weniger als „ein Bouquet“.
Der „Park(ing) Day am 15. September, an dem Parklücken zu „bunten Zwischenräumen“ werden, eröffnet das Programm, das mit der Fairen Woche zeitgleich fortgesetzt wird. Bei der deutschlandweiten Aktion dreht sich alles um die Klimagerechtigkeit und fairen Handel.
Am 16. September wird eine Exkursion in einen Naturgarten nach Oberdachstetten angeboten. Es geht um Artenvielfalt vor der eigenen Haustür. Zu einer Podiumsdiskussion über die Zukunft des Verkehrs und der Mobilität in Ansbach und im Landkreis wird am 26. September in die Kammerspiele eingeladen. Dabei werden Experten verschiedene Lösungsansätze erörtern. „Einer unserer Schwerpunkte“, blickte Sabine Stein-Hoberg voraus.
Vorträge wie über den Naturpark Frankenhöhe (28. September) bleiben wichtiger Bestandteil. Ebenso werden aber auch andere Respect-Themen auf der Leinwand zu sehen sein. Der Dokumentarfilm „Unser Boden, unsere Erde“ wird am 12. Oktober gezeigt.
Daneben geht es bei „Vogelperspektiven“ am 18. Oktober um die schwindenden Lebensräume der gefiederten Tiere. In „Agrarwende jetzt“ wird am 14. November die nachhaltige Landwirtschaft thematisiert. Die vielen Schwierigkeiten, die eine Flucht aus der Heimat und das Asyl in einem fremden Land mit sich bringen, behandelt am 21. November der Streifen „Der Mann, der seine Haut verkaufte“.
Erstmals hat der Respect-Zirkel auch ein Theaterstück ins Programm genommen: Am 10. Oktober steht die artgerechte Haltung von Rindern im Saal der Kammerspiele im Mittelpunkt.
Neu ist auch die Absicht der Initiative, sich künftig verstärkt aus der Blase umweltbewusster Zeitgenossen zu bewegen. Es gilt, auf Menschen zuzugehen, denen Respect und die Ziele bislang kein Begriff waren. Aufrütteln und anspornen, etwas für die Umwelt zu tun: Dafür werden sie weiter kämpfen, versprach Sabine Stein-Hoberg: „Wenn wir es nicht machen, wer macht es dann?“