Daniel Kraheberger und Regina Götzenberger wollen in Bad Windsheim ein Therapiezentrum an der Johanniterstraße eröffnen. Die Räume dazu errichtet die Unternehmensgruppe Isarkies GmbH & Co KG, sie werden dann an das Duo vermietet. Geschäftsführer Herbert Blaschke hofft, dass man die Baugenehmigung noch heuer erhalten wird.
Kraheberger und Götzenberger führen bereits seit 2009 eine Praxis in Herrieden: „Das Therapiehaus”. Unter diesem Namen will man auch in Bad Windsheim durchstarten. Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie und Osteopathie – all diese Sparten sollen in dem Therapiezentrum bedient werden.
Man arbeite nach „eigenen entwickelten Konzepten”, erklärt Kraheberger, der Ergotherapeut und Osteopath ist. Er habe eine Behandlungsmethode konzipiert, die beispielsweise das Fortschreiten von Rheuma und Arthrose stark verzögere und Patientinnen und Patienten das Leben erleichtern könne. Denn: „Jeder vierte Mensch hat Rheuma”, sagt Kraheberger. Die Krankheit selbst könne man nicht besiegen, „aber wir haben einen Weg gefunden, wie man damit gut leben kann” – abseits der Schulmedizin.
Elektrotherapie setze man zudem bei Nervenverletzungen und -erkrankungen – beispielsweise Multipler Sklerose – ein. Auch ein eigens entwickeltes Gleichgewichtstraining soll angeboten werden.
Personal werde für das neue Bad Windsheimer Therapiezentrum noch dringend gesucht – und zwar in allen Bereichen. Keine Gedanken mache man sich dagegen bezüglich des Bedarfs. Bestehende Praxen müssten sich keine Sorgen machen, betont Kraheberger ausdrücklich. Patientinnen und Patienten, die zu ihm und seinem Team kommen, würden meist von anderen Kolleginnen und Kollegen „weitergeschickt”.
„Es freut mich, dass Belebung in die Stadt kommt”, sagt Bürgermeister Jürgen Heckel. Patientinnen und Patienten würden die Frequenz in der Altstadt anheben. Gerade werde auch ein neuer Badearzt ausgebildet. Möglicherweise sei da eine Kooperation möglich, so dass man Synergien nutzen könne. Stichwort: Badekur. Gerne würde Heckel gemeinsam mit Kraheberger und Götzenberger, die im Therapiehaus die Verwaltung stemmt, sowie der Franken-Therme und der Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH Konzepte stricken. „Neue Möglichkeiten könnten so für Bad Windsheim geöffnet werden”, sagt der Bürgermeister.
Sein Dank gilt derweil auch Isarkies-Geschäftsführer Herbert Blaschke. Die Entwicklung des Areals am Altstadtparkplatz ist schon seit gut zehn Jahren Thema in der Stadt. Die Herrichtung des Altstadtparkplatzes, der im Mai 2024 wieder eingeweiht worden war, sei ein wichtiger erster Schritt gewesen. Zudem schuf Isarkies ein Gebäude an der Schimmelgasse, in dem Ferienwohnungen, private Wohnungen und Gewerberäume Platz gefunden haben. Mit den Planungen an der Johanniterstraße soll nun der nächste Durchbruch für die Weiterentwicklung des Quartiers geschaffen werden.
Blaschke erläuterte, was konkret vorgesehen ist: Der Abbruch des erdgeschossigen Rückgebäudes am Wohn- und Geschäftshaus in der Johanniterstraße 6 ist bereits geschehen. Im Bestandsgebäude sollen fünf größere Wohnungen entstehen, die für Familien geeignet sind. 16 weitere Wohnungen sollen in den Obergeschossen des Neubaus errichtet werden: zwölf Ein-Zimmer-Appartements und vier Zwei-Zimmer-Appartements. Ein Laubengang ist geplant. Im Erdgeschoss ist das Therapiezentrum vorgesehen. Zwischen dem Altstadtparkplatz und der Johanniterstraße ist eine fußläufige Verbindung angedacht. Der entstehende Innenhof soll begrünt werden. Ein Dienstleister könnte hier zudem unterkommen.
Blaschke hofft, dass man noch in diesem Jahr die Baugenehmigung erhält. Damit wäre der nötige Vorlauf gegeben, um im März mit den Tiefbaumaßnahmen zu starten. Das Ziel wäre, bis Ende 2026 den Rohbau samt Dach fertigzustellen. Dann soll es an den Innenausbau gehen. „Wir rechnen mit einer Gesamtbaumaßnahme von 15 Monaten. Im Sommer 2027 wären wir dann einsatzbereit”, so Blaschke. Dieses Ziel sei auch ihm angesichts der anstehenden Landesgartenschau wichtig, so Bürgermeister Heckel.
Am gesamten Altstadtparkplatz-Areal plane Isarkies rund zehn Millionen Euro zu investieren. 40 Prozent davon entfallen auf das Objekt an der Schimmelgasse, 60 Prozent auf das nun geplante an der Johanniterstraße, erklärt Blaschke.