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Veröffentlicht am 14.07.2026 05:24

Bleibt der X5 bei BMW der Boss?

Kleine Nieren und vier X als Tagfahrleuchten: So fährt der neue X5 vor. (Foto: Uwe Fischer/BMW AG/dpa-tmn)
Kleine Nieren und vier X als Tagfahrleuchten: So fährt der neue X5 vor. (Foto: Uwe Fischer/BMW AG/dpa-tmn)
Kleine Nieren und vier X als Tagfahrleuchten: So fährt der neue X5 vor. (Foto: Uwe Fischer/BMW AG/dpa-tmn)

Der eine singt „Born in the USA“, der andere wird dort gebaut, und beide gelten als der „Boss“. Denn so wie Bruce Springsteen seit Jahrzehnten in der amerikanischen Musik den Ton angibt, so hat sich der X5 zum Gravitationszentrum im BMW-Angebot entwickelt und sogar den 3er als das bestimmende Modell der Bayern abgelöst.

Und genau wie Springsteens Begleitgruppe, die E Street Band, immer wieder neue Töne anschlägt und trotzdem den bewährten Sound bietet, macht sich nun auch der X5 fit für die Zukunft.

Wenn zum Jahresende zu Preisen ab 94.800 Euro die fünfte Generation des Modells in den Handel kommt, übernimmt sie viele Errungenschaften der Neuen Klasse von BMW und sieht mit ihrer erfreulich kleinen Niere am Kühlergrill und dem X als Tagfahrlicht erfrischend anders aus. Aber im Kern und im Charakter bleibt der neue X5 trotzdem ganz der Alte. 

Auf der Straße kaum zu erschüttern

Wenn man in den USA eine erste Runde mit dem Prototyp dreht, fühlt man sich deshalb nicht nur gleich zu Hause. Sondern man erlebt bei der Fahrt auch wieder jenes souveräne Gefühl, das dem Boss zu eigen ist. 

Ungerührt von Bodenwellen oder Frostaufbrüchen bügelt der X5 über die Highways und Nebenstraßen nahe dem BMW-Werk in Spartanburg in South Carolina. Und wenn mal eine Kurve auftaucht, schüttelt er sein Gewicht von 2,3 Tonnen gefühlt einfach ab, so stramm und sportlich nimmt er enge Radien. Kein Wunder, denn zur Option auf Luftfederung und Wankstabilisierung gibt es auch eine Hinterachslenkung. 

Das Platzangebot ist bei 3,04 Metern Radstand und knapp fünf Metern Länge gewohnt großzügig. Auch im Kofferraum: Der fasst 655 bis 1.850 Liter. 

Bei der Bedienung schlägt die Neue Klasse durch

Also alles wie immer, nur besser? Nicht ganz. Bei der Bedienung muss man sich schon etwas umstellen. Dort schlägt die Idee der Neuen Klasse durch und das Cockpit sieht ganz anders aus. 

Hinter dem nach wie vor ungewohnten Lenkrad mit vertikaler Aufteilung herrscht gähnende Leere, dafür gibt es daneben einen riesigen, leicht schräg stehenden Screen und unterhalb des eigentlichen Head-up-Displays noch mal eine Anzeigeleiste, die sich quer über die gesamte Frontscheibe zieht und weitgehend frei konfigurierbar ist. Und falls dem Beifahrer langweilig wird, kann für diesen nun ein eigener Bildschirm optional dazu bestellt werden.

Das neue Ambiente wird nicht sofort jedem gefallen. Das Lenkrad spaltet die BMW-Fans und die Sitzverstellung in der Türe braucht auch etwas Gewöhnung.

Unter der Haube läuft ein Klassiker

Zumindest beim Antrieb bleibt alles beim alten. Wenigstens bei diesem Prototyp. Denn zur Jungfernfahrt startet der X5 als 40i. Das ist der „Hidden Champion“ im Portfolio des Herstellers:

  • Weil er als Reihensechszylinder der typischste aller BMW-Motoren ist, selbst wenn der X5 mittlerweile so gut gedämmt ist, dass man den Antrieb fast nur noch im Sport-Programm hören kann. 
  • Weil er als Mild-Hybrid mit jetzt 294 kW/400 PS und 540 Nm mehr als ausreichend Kraft für souveränes Gleiten bietet. 
  • Weil die Fahrleistungen mit einem Sprintwert von 5,3 Sekunden und einem Spitzentempo von 250 km/h solide sind. 
  • Und weil er den unteren Preispunkt in der Palette markiert, auch wenn selbst der mit knapp sechsstelligen Werten mittlerweile schwindelerregende Höhen erreicht. 

Der X5 bietet Antriebsvielfalt

Aber die Bayern möchten ihren Bestseller wohl glaubhaft weiterentwickeln. Jedenfalls gibt es neben dem in Europa offenbar nach wie vor unverzichtbaren Diesel mit 210 kW/286 PS und zwei Plug-in-Hybriden mit 360 kW/489 PS oder 450 kW/612 PS und bis zu 102 Kilometern elektrischer Reichweite erstmals auch eine rein elektrische Version. 

Dieser iX5 für 102.800 Euro aufwärts, von außen nur an Details zu erkennen, bekommt den mit 141 kWh aktuell größten Akku in Europa. Obwohl daraus zwei Motoren mit zusammen 425 kW/578 PS gespeist werden, ist die Reichweite entsprechend üppig: Bis zu 845 Kilometer stellt BMW in Aussicht.

Mindestens genauso imposant ist das Fahrgefühl des iX5. Mit viel Feinschliff im Fahrwerk haben die Bayern dem E-Auto sein gewaltiges Zusatzgewicht virtuell wieder abtrainiert und es ist imposant, wie agil und sportlich sich diese knapp drei Tonnen um die Kurven treiben lassen. Die „Iconic Sounds“, die dazu Verbrenner-Geräusche imitieren, muss man mögen - oder ausschalten.

Zwar lädt der iX5 mit bis zu 460 kW aktuell schneller als jedes andere E-Auto eines deutschen Herstellers. Aber wem selbst 23 Minuten von 10 auf 80 Prozent Ladestand noch zu viel sind, der muss bis 2028 warten: Dann will BMW den iX5 Hydrogen mit Brennstoffzellentechnik herausbringen - das erste wasserstoffbetriebene Serienmodell des Herstellers ist in wenigen Minuten vollgetankt.

Kein anderes Auto von BMW bietet dann so viele Antriebsvarianten. Und da sind der V8 und die sportliche M-Version noch gar nicht mitgezählt. 

Fazit: Der stimmigste BMW

Er nutzt alle Vorteile der Neuen Klasse, bleibt aber trotzdem ein X5 der alten Schule. Das macht den großen Geländewagen zum derzeit vielleicht besten, auf jeden Fall aber stimmigsten BMW und dürfte dafür sorgen, dass der „Boss“ bei den Bayern weiter an der Spitze steht.

Datenblatt: BMW X5 40 xDrive

 

 

 

 

© dpa-infocom, dpa:260714-930-380683/1


Von dpa
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