Der Kindergarten Ippesheim feiert 50-jähriges Bestehen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 22.07.2025 17:00

Der Kindergarten Ippesheim feiert 50-jähriges Bestehen

„Wo hat der Bürgermeister schon im Sand gespielt”, sangen die „Königskinder” begeistert. Auch wo der Polizist sich in der Räuberhöhle versteckt und der Pfarrer seine Fäuste ausprobiert hat, war zu erfahren. Na logo: im Kindergarten.  (Foto: Ulli Ganter)
„Wo hat der Bürgermeister schon im Sand gespielt”, sangen die „Königskinder” begeistert. Auch wo der Polizist sich in der Räuberhöhle versteckt und der Pfarrer seine Fäuste ausprobiert hat, war zu erfahren. Na logo: im Kindergarten. (Foto: Ulli Ganter)
„Wo hat der Bürgermeister schon im Sand gespielt”, sangen die „Königskinder” begeistert. Auch wo der Polizist sich in der Räuberhöhle versteckt und der Pfarrer seine Fäuste ausprobiert hat, war zu erfahren. Na logo: im Kindergarten. (Foto: Ulli Ganter)

Der Kindergarten in Ippesheim war bei einigen Dingen sehr früh mit dabei. Gefeiert wurde das 50-jährige Bestehen als Familienfest, denn oft verbrachten schon die Väter und Mütter der heutigen Kindergartenkinder prägende Jahre in dem repräsentativen Gebäude.

Am Freitagnachmittag wurde gefeiert. Dazu konnte auf die Infrastruktur des Heimat- und Weinbauvereins zurückgegriffen werden, der für sein Weinfest im Schlosshof Verkaufsstände und Biergarnituren aufgebaut hatte. Zuerst durften sich die Kinder im Garten richtig austoben, dann begann ein kurzer offizieller Teil.

Bürgermeister Karl Schmidt erinnerte an die Geschichte des Kindergartens in Ippesheim. Nachdem die Schule geschlossen worden war, gab es einen Leerstand im Schloss Lichtenstein. 1975 wurde der Kindergarten eröffnet – auf diese Bezeichnung statt Kindertagesstätte legen alle Beteiligten nach wie vor großen Wert. Die Bezeichnung als Garten kam nicht von ungefähr: „Kinder sollten einen Freiraum zum Wachsen und Erblühen erhalten”, berichtete Schmidt über die Entstehung der Kindergärten im allgemeinen und über den Ippesheimer Kindergarten im besonderen.

Da die Kirche die Trägerschaft nicht habe übernehmen wollen, musste die Gemeinde ran. Eine Besonderheit sei 1978 die Beschaffung eines Kleinbusses gewesen, der die Kinder aus den Ortsteilen nach Ippesheim gefahren hat und sie wieder nach Hause brachte. Schon früh gab es auch eine Schulkindbetreuung (2004) und Kinder unter drei Jahren wurden aufgenommen. (2006).

Gönner des Kindergartens ist gestorben

Zum Jubiläum hatten alle Kinder als Schlossbewohner einheitliche grüne „Königskinder”-Shirts, die Julia Merk aus dem Team designt hat. Der Ippesheimer Kindergarten erfährt aber auch von außerhalb große Unterstützung: Lange Jahre wurde der Verein von Gerhard Lampert, einem Nachfahren der Pfarrerdynastie, die Ippesheim sehr lange seelsorgerisch betreut hat, unterstützt. Für das Kindergartenjubiläum ließ er sogar 5000 Euro springen. Leider ist er vor dem Fest gestorben. Am Vortag des Jubiläums waren Schmidt und Kindergartenleiterin Heidi Beigel auf der Beerdigung.

Auch unter den Eltern gibt es kreative Talente, die sich einbringen: Der Bürgermeister dankte Tanja Schmidt, die die Toiletten als riesige Unterwasserwelt gestaltet hatte.

Kindergartenleiterin Heidi Beigel hat die meiste Zeit des Ippesheimer Kindergartens miterlebt: 40 Jahre ist sie im Herbst im Schloss tätig, so dass es auch für sie ein ganz besonderer Festtag war. Sie hatte ein Foto aus ihrer eigenen Kindergartenzeit mitgebracht – noch nicht in Ippesheim, sondern in Reusch – und begrüßte ihren alten Kindergartenfreund.

Schön zu sehen, was aus Kindern geworden ist

Alle, die bei ihr im Kindergarten gewesen sind, sind noch immer „ihre” Kinder: „Es ist so toll, was aus ihnen alles geworden ist.” Eins davon grillte die Bratwürste für das Fest, ein anderes sei heute ihre Friseurin und neulich war sie bei einem Konzert der Kapelle Bomhard – bei dem ebenfalls eins „ihrer” Kinder mitspielte.

Mit viel Aufwand hatte das Team den Kindergarten vorbereitet: Spiele aus den vergangenen fünf Jahrzehnten, alte Schulbänke und Fibeln, Puppenstuben und Fahrzeuge wurden ausgestellt. An den Wänden hingen Fotos vergangener Jahrgänge im Kindergarten und im großen Saal oben liefen in einer sieben-Minuten-Schleife ebenfalls alte Fotos durch: Viele standen vor den Bildern und suchten sich selbst oder andere Bekannte.

Zwei junge Frauen bewunderten die künstlerisch gestalteten Toiletten: „Und welches Tier hattest du?”, fragte eine die andere beim Blick auf die Kennzeichnungen der Handtücher. Der große Zuspruch zeigte, dass der Kindergarten ein wertvoller Bestandteil des gemeindlichen Lebens ist.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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