Die Feuchtwanger Birne hat das Potenzial, zu einem Markenzeichen der Stadt zu werden. Davon ist zweiter Bürgermeister Walter Soldner immer noch überzeugt. Und er denkt weiter: Er kann sich vorstellen, unter einem eigenen Logo verschiedene Streuobstprodukte zu vermarkten.
Die Feuchtwanger Birne wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und zu etablieren, ist für Soldner eine Herzensangelegenheit. Das ist offensichtlich. Seine Begeisterung für die alte Sorte ist ansteckend. Gern möchte er auch die Obst- und Gartenbauvereine, Kindergärten und Schulen im Stadtgebiet miteinbeziehen.
Im Frühjahr 2022 schnitt er Edelreiser von der Feuchtwanger Birne und veredelte damit 18 Birnenwildlinge, erzählt Soldner. Über den Landschaftspflegeverband Mittelfranken bekam auch eine Baumschule in Gebsattel Triebe. In diesem Jahr seien 80 Edelreiser von der Feuchtwanger Birne geschnitten und teilweise weitergegeben worden. Rund 40 Birnenwildlinge seien mit der Feuchtwanger Birne und rund 40 mit weiteren Sorten veredelt worden. Soldner dankte „Birnen-Idealisten“ Christian Schätzel, der ihm dabei hilft. Ab Herbst könnten von den ersten Bäumen welche abgegeben werden. Es gebe schon Nachfragen.
Aus rund 160 Kilogramm gesammelten Feuchtwanger Birnen von Altbäumen wurden laut Soldner 2021 in der Mosterei des Obst- und Gartenbauvereins Feuchtwangen 120 Liter Saft gepresst. Der Geschmack überzeugte. Für einen Obstbrand hingegen habe die Feuchtwanger Birne „zu wenig Eigenaroma“. Deswegen hat Soldner die Sorte Mollebusch hinzugefügt. Jeweils 100 Kilogramm ergaben 17 Liter.
Soldner will das Augenmerk auch auf weitere alte Birnensorten, die es im Stadtgebiet gibt – wie etwa Zogel und Prinzessin Marianne – lenken, und er will Streuobst allgemein einbeziehen. Der Kommune gehörten ungefähr 1500 Bäume, darunter zirka 700 Apfel-, 350 Birnen- sowie insgesamt 350 Kirsch- und Zwetschgenbäume. Soldner schwebt vor, unter einem Oberbegriff – Namensvorschläge seien willkommen – verschiedene Produkte, beispielsweise Säfte, Brände, Marmeladen oder Fruchtgummis anzubieten. Wegen der Entwicklung eines Logos sei er bereits mit Stadtmarketing-Leiter Dr. Reinhard Reck im Gespräch.
Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Forsten des Stadtrats ermunterte Soldner kürzlich dazu, an dem Projekt „Feuchtwanger Birne“ dranzubleiben.