Die Basketballer haben schon trainiert und gespielt, die Tischtennisspieler dürfen auch wieder rein, nur die Handballer müssen sich noch ein paar Tage gedulden. Die Sanierung des Sportbereichs der Neustädter Markgrafenhalle ist (fast) abgeschlossen, doch der finanziell richtig dicke Brocken folgt noch.
Beim Ortstermin mit Bürgermeister Klaus Meier, dem städtischen Hochbauarchitekten Thomas Kühnl sowie Hausmeister Robert Kemeter standen vor allem der neue Boden sowie die ebenfalls neue Kletterwand im Fokus. Von den Schulen sei eine solche ausdrücklich gewünscht worden, so Klaus Meier, wobei Thomas Kühnl sich angesichts der lichten Höhe von rund fünf Metern durchaus Sorgen um das Wohlergehen der kraxelnden Kinder machte: „Hoffentlich können die das auch.“
Doch, doch, beruhigte ihn Meier – Sportlehrer mit entsprechenden Übungslizenzen seien die Voraussetzung für den Einbau gewesen, die Verletzungsgefahr sei auch aufgrund der im Benutzungsfall eigens ausgelegten Spezialmatten gering.
„Spezial“ ist ein gutes Stichwort für die nun abgeschlossene erste Etappe der Hallensanierung, denn „schlicht“ oder „normal“ war bei diesem Projekt kaum etwas. Der neue Sportboden, ursprünglich für September anvisiert und nach Lieferproblemen am 21. November endlich verlegt, hat seine Bewährungsprobe immerhin bestanden – nach einer Niederlage im ersten Heimspiel auf dem neuen Geläuf feierten die Neustädter Regionalliga-Basketballer am Sonntag ihren ersten Sieg und das ausgerechnet im Derby gegen Treuchtlingen. Auch das Versetzen der beiden Basketballkörbe – jeweils um einen Meter nach hinten, den Statuten des Deutschen Basketballbundes für die Ausrichtung von Regionalligaspielen geschuldet – ging nicht ganz reibungslos vonstatten, musste dafür doch sogar die Decke aufgebrochen werden. Jetzt hängen die Körbe zwar bombensicher, doch wie Kühnl gestand, ließen sie sich derzeit noch nicht hochfahren, was wiederum bedeute, dass die Handballer noch nicht trainieren oder gar spielen können. Aktuell fehle noch einer der beiden benötigten Rohrmotoren – wieder einmal gebe es Lieferprobleme. „Ich warte täglich auf die Nachricht und hoffe, wir kriegen das noch vor Weihnachten hin.“
Bisher fehlen zudem auch die Sprossenwände und die – mehr oder weniger – beliebten Kletterseile. Ob’s die wirklich noch brauche, sinnierte Klaus Meier: Der Schulsport habe sich zuletzt doch sehr verändert – ein „zum Glück“, war herauszuhören. Doch, doch, versicherte Kühnl, da gebe es sogar entsprechende Auflagen. Fertig sind hingegen die Prallschutzwände sowie die Tore und die dahinter liegenden Geräteräume, und die Beleuchtung habe man bereits im Vorfeld erneuert und vor allem auf LED umgestellt.
Rund 460.000 Euro wurden bisher in die Sanierung gesteckt. Viele Geld, aber fast schon Peanuts im Vergleich zu dem, was noch bevorsteht. Denn nachdem nun der eigentliche Sportbetrieb gesichert ist, gehen die Aufhübschungsarbeiten drumherum erst richtig los. Die neue Fußbodenheizung muss angeschlossen werden – die alte Luftheizung wird dann ausschließlich zur Lüftung dienen. Zur nächsten Heizperiode im Herbst 2024 soll das funktionieren. Dann könnte auch die erste Etappe der übrigen Haustechnik abgeschlossen sein, die unter anderem den Austausch der maroden Wasser- und Abwasserleitungen vorsieht sowie den Umbau der kompletten Sanitär- und Toilettenbereiche. Abschnittsweise soll das geschehen, so dass bei Sportveranstaltungen immer noch genügend stille Örtchen zur Verfügung stehen und nach diesem Prinzip macht man sich dann auch an die dringend notwendige Auffrischung der Umkleidekabinen. Diese besitzen bekanntlich den rustikal-nostalgischen Charme der 1970er Jahre, auch wenn Klaus Meier sich bemüßigt fühlte, das damalige Design in Schutz zu nehmen. So seien beispielsweise die Holzpaneele an der Hallenwand, „nach wie vor schön“ und hätten Stil, so der Bürgermeister, um dann mit einem leichten Seufzer festzustellen: „Als ich Leistungssport betrieben habe, war die Halle noch neu.“ Doch dies ist tatsächlich schon eine Weile her, so dass sich die Wehmut über den Verlust des früheren Kabinendesigns bei den meisten Nutzern in Grenzen halten dürfte.
Im Frühjahr sollen die ersten Aufträge für die jetzt noch fehlenden Maßnahmen vergeben werden, bis Ende des kommenden Jahres soll ein Großteil der Arbeiten erledigt sein. „Ein paar Kleinigkeiten“ werde man dann nach und nach eher unbemerkt von der Öffentlichkeit noch vornehmen müssen, so Kühnl, aber dann sei die Halle (fast) fertig.
Damit zurück zu den vormals angesprochenen Kosten: Diese liegen bei insgesamt rund 3,6 Millionen Euro.