Schinkenhimmel, Schnäppchenjäger, Familien-Gladiatoren und ein Wang-Dang-Tanz: Diese Wörter springen einem ins Auge, wenn man einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis des Buches wirft, das Greg Baxter aus Beerbach verfasst hat. Der Titel: „Eine wunderbare Geschichte, geschrieben von einem Amerikaner in Mittelfranken.”
Zu Papier gebracht hat der 53-Jährige eigenen Angaben zufolge eine Komödie. „Work-Comedy” nennt er es. Für ihn ist es ein ganz eigenes Genre. Und er ist sich sicher: „Wer arbeitet, versteht ziemlich schnell, woher der Humor kommt.” Baxter selbst ist im Export-Team eines ortsansässigen Autohändlers tätig. Als gebürtiger Amerikaner war er zuvor auch zehn Jahre lang in der Army, davon sechseinhalb in Illesheim. Im August 1997 war er in Frankfurt gelandet, von wo aus es nach einer Nacht auf der Airbase weiter nach Mittelfranken gegangen war.
Und wie es das Schicksal wollte, verliebte er sich zuerst ins deutsche Bier und dann in eine deutsche Frau. Die gemeinsame Zeit mit ihr und den mittlerweile drei Enkelkindern genießt er sehr. Auch Hunde und ein Graupapagei gehören zur Familie. Seine Frau war indes der Gradmesser dafür, ob das Buch gelungen ist. Denn geschrieben hat er es unter anderem, um sie und seine Freunde zum Lachen zu bringen. Weil seine Frau das Werk durchaus lustig findet, gilt für Baxter: „Mission erfüllt”.
Dass die komödiantische Geschichte „von einem Amerikaner in Mittelfranken” verfasst worden ist, hat der 53-Jährige bewusst in den Titel aufgenommen. Damit Interessierte von Anfang an wissen, dass „sowohl die Perspektiven als auch die Sprachmuster wahrscheinlich ein bisschen anders ticken als bei einem deutschen Autor”. Er ist sich indes sicher, dass sein amerikanischer Humor verstanden wird. Schließlich sei man durch US-Serien daran gewöhnt. „Deswegen sollte das leicht zu verdauen sein.”
Nach einer Kurzfassung des Inhalts gefragt, verweist Baxter zunächst einmal auf die Protagonisten: ein Team von Verkäufern, die sich ständig in absurden Situationen wiederfinden, die sie meist selbst verschuldet haben. Es gebe Liberale und Konservative, zudem „Charaktere mit mehr oder weniger Skrupeln”. Einige Figuren seien „echte Hingucker”. Auf jeden Fall würden sie sich stets so zeigen, „wie sie sind”. Einige fluchen wie die Rohrspatzen, während andere reden wie der Pfarrer am Sonntag. Allerdings ist Baxter eines wichtig: keine zusätzlichen Schimpfwörter einzustreuen, nur um einen Satz künstlich aufzupumpen. „Das fühlt sich für mich nach einer billigen Lösung an.”
Gesellschaftliche Themen hat Baxter in seiner Geschichte ebenfalls verarbeitet. „Aber immer nur im Kontext der jeweiligen Figur”, sagt er. Grundsätzlich sei das Buch reine Fiktion. Einige Ereignisse und Orte würden aber durchaus auf dem echten Leben basieren. Demnach gibt es ein paar recherchierte Geschichten, außerdem recherchierte Restaurants und andere Orte. „Ich lebe seit 1997 in Deutschland, bin also nicht mehr ganz up to date, was die amerikanische Gastro- und Nightlife-Szene angeht.”
Die in der Geschichte beschriebenen Messebesuche hingegen hat Baxter zum Großteil genau so selbst erlebt. „Deshalb fühlen sich diese Passagen hoffentlich schön authentisch an”, sagt er. Einige andere Ereignisse und Orte würden ebenfalls „auf dem echten Leben” basieren. Ansonsten sei das Buch aber „reine Fiktion”. Wann genau die Idee dazu entstanden ist, kann der 53-Jährige nicht mehr genau nachvollziehen. Er vermutet allerdings, dass sie ihm während einer dieser endlosen Besprechungen oder Online-Meetings gekommen ist.
Beim Schreiben ging es ihm nicht so sehr darum, dass die Geschichte zwangsläufig glaubwürdig sein sollte. Sie sollte nur eines sein: lustig. „Ich finde, gute Comedy kann Leser in die seltsamsten, absurdesten Situationen werfen und ihnen dabei ein ordentliches Lachen entlocken.” Dass das Ganze gelegentlich in Richtung des schwarzen Humors abdriftet, wie er selbst sagt, nimmt der Autor indes gelassen.
An den mitunter komplizierten Wörtern sollten sich Leser und Leserinnen indes nicht stören. Wer nicht weiß, was ein „Re-Branding-Projekt” ist und auch mit einem „Floater-Büro”, und dem „Inside-Linebacker” nicht allzu viel anfangen kann, darf getrost darüber hinweg lesen. Zwar hatte Baxter während des Schreibens darüber nachgedacht, solche Begriffe zu übersetzen oder ausführlicher zu erklären, hat sich aber letztlich doch dagegen entschieden. Er glaubt, dass um die Wörter drumherum ausreichend Kontext steht, um sie einigermaßen einordnen zu können. „Und wenn alles schiefgeht: einfach ignorieren.” Denn keines der englischen oder job-spezifischen Wörter sei wirklich entscheidend für die Geschichte.
Eine Folgegeschichte hat Baxter schon in Planung. Bis Ende des Jahres soll sie fertig sein. Der Fokus soll dann aber noch sehr viel stärker „auf unserer lokalen Kultur“ liegen. „Und er spielt fast ausschließlich in Mittelfranken”. Außerdem hat er noch ein zweites Schreib-Projekt, an dem er gelegentlich weiterarbeitet. Das gehe aber in eine komplett andere Richtung. „Es ist eher klassische amerikanische Literatur, deutlich weniger Comedy.”