Am 31. März jährt sich der Jahrestag der Bombardierung Rothenburgs zum 80. Mal. Anlass, Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen, die den Feuersturm miterlebt haben. Die CSU-Senioren haben einen Abend der Erinnerung organisiert – am kommenden Montag, 17. März. Beginn ist um 19 Uhr in der „Schranne“.
Ohrenbetäubendes Getöse, ein dumpfes Brummen war gegen Mittag am Karsamstag, 31. März 1945, aus der Ferne zu hören, Bombengeschwader näherten sich bedrohlich der Stadt. Eine Staffel von 16 amerikanischen Flugzeugen nahm Kurs auf die Stadt.
Eigentlich sollte Ebrach im Steigerwald, das im oberfränkischen Landkreis Bamberg liegt, bombardiert werden, da die Deutschen dort ein größeres Öllager eingerichtet hatten, das die Amerikaner in die Luft jagen wollten.
Doch dichter Nebel machte eine Bombardierung Ebrachs unmöglich. So wurde die Flugzeugstaffel dazu angehalten, das Ausweichziel anzufliegen und die Bomben über Rothenburg abzuwerfen.
Überall Brandbomben, allein auf meinem Grundstück zähle ich 26 Stück.
Bereits um 10.30 Uhr heulten die Sirenen, kurz darauf kam eine Staffel von 16 Flugzeugen aus Richtung Würzburg, so schilderte Stadtamtmann Hans Wirsching das Geschehen.
Sie überflogen Rothenburg zunächst, folgten der Bahnlinie nach Steinach an der Enz. Dann drehten sie, gingen tiefer und öffneten ihre Bombenklappen, als sie nordöstlich die Stadt erreichten. „Zu Tausenden prasseln die Stabbrandbomben auf Rothenburg nieder“, so Wirsching.
Und auch Metzgermeister Adolf Köhnlein erinnerte sich: Er war an jenem Tag in seinem Laden am Rödertor, die Leute standen in einer langen Schlange, um ihre wöchentliche 100-Gramm-Fleischration abholen zu können.
Plötzlich heulten die Sirenen, die Menschen mussten sein Geschäft sofort verlassen, was jedoch nur mit Unterstützung der Polizei gelang. Er ertönten Maschinengewehrsalven. Von der Luitpold- und Topplerschule aus versuchten sich Soldaten in der Luftabwehr. Köhnlein erzählt: „Es prasselte nur so runter. Überall Brandbomben, allein auf meinem Grundstück zähle ich 26 Stück.“
Die Wunden der Bombardierung sind in der Stadt bis heute noch nicht vollständig verheilt. An verschiedenen Orten finden sich Lücken mitten in den Gassen, die an die schrecklichen Geschehnisse erinnern.
Traudl Reingruber und Helga Rattler laden im Rahmen der Veranstaltungen der CSU-Senioren für kommenden Montag zu einer Begegnung mit Zeitzeugen ein, die selbst oder aus Erzählungen ihrer Familienangehörigen oder Freunde über die Bombardierung berichten können.