Gemeinderat Burgoberbach diskutiert über neues Baugebiet im Birkenweg | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 13.07.2025 15:25

Gemeinderat Burgoberbach diskutiert über neues Baugebiet im Birkenweg

Die Fläche hinter dem Rathaus am Birkenweg soll bebaut werden. Beplant wird der gesamte Wiesenbereich vor und hinter dem Graben. (Foto: Andrea Walke)
Die Fläche hinter dem Rathaus am Birkenweg soll bebaut werden. Beplant wird der gesamte Wiesenbereich vor und hinter dem Graben. (Foto: Andrea Walke)
Die Fläche hinter dem Rathaus am Birkenweg soll bebaut werden. Beplant wird der gesamte Wiesenbereich vor und hinter dem Graben. (Foto: Andrea Walke)

Wohnraum ist gefragt, neue Baugebiete können aber nur begrenzt entwickelt werden. Die Gemeinde Burgoberbach (Landkreis Ansbach) macht deshalb den Weg frei für eine Nachverdichtung im Ortskern. Östlich des Rathauses, im Birkenweg, sollen drei Mehrfamilienhäuser entstehen.

Bauträger ist die Firma Ströbel Bau (Schrozberg). Geschäftsführer Timo Ströbel informierte im Gemeinderat gemeinsam mit Jörg Bierwagen vom Ingenieurbüro Christofori (Heilsbronn) über das Projekt. Auf der Wiesenfläche möchte der Investor drei mehrgeschossige Gebäude mit insgesamt 79 Wohnungen errichten, die sich um einen Hof gruppieren. Der Innenhof könnte begrünt werden.

Ein Zeitraum von neun oder zehn Jahren

Festgesetzt werden soll ein allgemeines Wohngebiet, in dem auch Beherbergungsbetriebe zulässig sind. Entstehen werden die Wohnungen in verschiedenen Bauabschnitten, stellte Bürgermeister Gerhard Rammler (parteilos) fest. Der Bauträger fasst einen Zeitraum von neun oder zehn Jahren ins Auge.

Diskutiert werden muss noch die Anzahl der Stellplätze, denn durch eine Änderung in der Bayerischen Bauordnung entfällt die Verpflichtung zum Bau von Stellplätzen ab 1. Oktober, wie Bierwagen informierte. Wenn eine Gemeinde eine Stellplatzpflicht wünscht, muss sie selbst eine entsprechende Satzung erlassen, in der maximal zwei Stellplätze pro Wohneinheit vorgeschrieben werden können. In Burgoberbach gibt es diese bislang noch nicht.

Die beiden Fachleute schlagen statt einer pauschalen Festlegung – zum Beispiel ein Stellplatz pro Wohnung – eine Staffelung vor. So könne eine gute Verträglichkeit zwischen den Wohnungsgrößen und dem tatsächlichen Bedarf erreicht werden. Aktuell seien etwa 100, maximal 120 Parkplätze vorgesehen, so Timo Ströbel. Geplant sind zwei Tiefgaragen plus eine gewisse Zahl an oberirdischen Parkmöglichkeiten.

Angebot an kleineren Einheiten

Die Anzahl finde er zu wenig, merkte dritter Bürgermeister Heribert Fischer (CSU) an. Jörg Bierwagen argumentierte, dass in den Häusern auch viele Zwei-Zimmer-Wohnungen untergebracht werden. Man wolle ein gewisses Angebot an kleineren Wohnungen schaffen, beispielsweise für ältere Ehepaare. Manche hätten kein Auto mehr und bräuchten daher keinen Stellplatz. Walter Ullrich (CSU) wies darauf hin, dass Zwei-Zimmer-Wohnungen auch von jungen Leuten gemietet werden, die oft sogar zwei Autos besitzen. Das werde durch die Rentner-Ehepaare ohne Fahrzeug ausgeglichen, war Bierwagen überzeugt.

Mit der Änderung der Bauordnung fällt ebenfalls die allgemeine Pflicht weg, bei privaten Wohnanlagen einen Spielplatz zu errichten. Auch in diesem Fall könnte die Gemeinde Burgoberbach ihren Einfluss durch den Beschluss einer Satzung geltend machen. Planer Bierwagen brachte als Alternative eine Ablösevereinbarung ins Spiel: Bevor man auf dem Grundstück eine „kleine Lösung“ mit einzelner Schaukel und Rutsche verwirklicht, könnte der Bauträger einen Betrag X zahlen, um einen bestehenden Spielplatz in der Nähe zu ertüchtigen. Rathauschef Rammler sprach sich dafür aus, den großen Spielplatz im Lindenweg aufzuwerten. „Da hätten alle was davon.“ Aus dem Gremium kam zustimmendes Murmeln.

In der nächsten Gemeinderatssitzung könnte das Gremium vielleicht schon den Vorentwurf zum Bebauungsplan billigen. Bauträger Ströbel hofft, dass die Pläne schnell grünes Licht bekommen. „Wir wollen dann schon nächstes Jahr bauen.“


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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