Alle haben dicht gehalten und so war die frühere Präsidentin der Hochschule Ansbach am Freitag tatsächlich überrascht, dass das brandneue Audimax bei der Einweihung auf den Namen Ute-Ambrosius-Auditorium getauft wurde.
Die neuen Hochschulräume im Brücken-Center stellen mit 5000 Quadratmetern die größte Campuserweiterung in der Geschichte der Hochschule Ansbach dar. Möglich wurde dies durch die Unterstützung der staatlichen Hightech-Agenda Bayern. Über eine Glasbrücke sind die Lehr-, Lern- und Laborräume mit dem Zentralcampus verbunden.
Hochschulpräsident Prof. Dr.-Ing. Sascha Müller-Feuerstein begrüßte die zahlreichen Gäste in dem neuen Hörsaal „einer der besten Hochschulen Deutschlands“, wie er betonte. Die innovativen Räume würden von der schnell gewachsenen Bildungseinrichtung mit ihren mittlerweile 4000 Studierenden dringend gebraucht, meinte Müller-Feuerstein, um eine positive Studienerfahrung zu ermöglichen und den Studierenden Raum zur Entfaltung ihrer Talente zu geben.
Wissenschaftsminister Markus Blume versuchte sich als Oberbayer zunächst an einer humorvollen Erkundung der fränkischen Seele. Das vordergründige Understatement der Franken sei Absicht, meinte er sinngemäß, um aus dieser Haltung heraus dann besonders viel zu erreichen. Im Fall der Hochschulerweiterung sei die Investition aber auf jeden Fall gerechtfertigt, denn „Erfolg braucht Platz“, erklärte er.
Forschung und Innovationen seien notwendig, um den Wohlstand von morgen zu sichern. „Ich würde mich auch gern jetzt einschreiben an dieser Hochschule“, sagte Blume. Jeder Cent der 11,2 Millionen Euro, die der Freistaat Bayern in den nächsten zehn Jahren für die Erweiterung ausgibt sei gut angelegt – nicht zuletzt deswegen, weil es ein Investment in die ganze Region sei, denn die Hochschule Ansbach sei eigentlich eine Hochschule für Westmittelfranken.
Zur Erfolgs- und Expansionsgeschichte in den letzten Jahren gehöre, dass Forschung und Innovationen nicht in der Hochschule bleiben, sondern in die Praxis gehen. „Hier weht der Ansbach Spirit“, erklärte der Minister, bevor er mit der Namensgebung für das Audimax die Ex-Präsidentin Prof. Dr. Ute Ambrosius offiziell verabschiedete. Ihr eigentliches Ausscheiden aus dem Amt fiel in die Zeit der Pandemie.
„Wir würden in diesem Sinn gern weitermachen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Deffner zur bisher größten Campus-Erweiterung, die durch die Zusammenarbeit des Brücken-Centers mit der Hochschule möglich geworden sei. Die Hochschule sei ein „unersetzlicher Bestandteil der Stadt“. Als positives Beispiel nannte er die Ansbach-Open-Konzertreihe, für die die Hochschule ihren Campus als neuen Veranstaltungsort zur Verfügung stellte. Als Vertreterin der Studierenden erklärte Sandra Kalogiannis, Mitglied im Hochschulrat und im Senat, die neuen Räume ermöglichten es den Studierenden, ihr volles Potenzial zu entfalten, denn Lernen lebe von Austausch, Kreativität und Konzentration.
„Jetzt haben wir endlich den Raum, der zeitgemäßes Lernen erfordert“. Sie hob hervor, dass die Studierenden in die Gestaltung der Räume eingebunden wurden.
Die Hochschule ist ein Magnet für junge kluge Köpfe.
Geschäftsführer Stephan Hof von DV Immobilien, dem Vermieter des neuen Hochschulbereichs, der offiziell „Gebäude 66“ heißt, blickte zunächst in die Geschichte. Seine Firma habe eigentlich seinerzeit das ganze Kasernengelände kaufen wollen, das zur Umnutzung anstand. Aus heutiger Sicht sei die Entscheidung zur Aufteilung aber richtig gewesen, denn mit der Hochschule sei es gelungen, einen „Magnet für junge kluge Köpfe“ zu schaffen. Gleichzeitig habe Ansbach eine sehr hohe Kaufkraft-Zentralität. Der Umbau einer Einzelhandelsfläche in einen Bildungsstandort in weniger als einem Jahr sei Neuland gewesen. Von der Verbindung der Nutzungen profitiere die Stadtgesellschaft insgesamt.