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Veröffentlicht am 06.01.2026 10:00

FOS Triesdorf: Erste Radiosendung von Schülern läuft auf Ansbacher Hochschulradio

Wer am 8. Januar das Ansbacher Hochschulradio Rabbit Radio einschaltet, bekommt etwas Außergewöhnliches zu hören. Denn 13 Schülerinnen und Schüler der FOS Triesdorf haben in Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule Ansbach ihre eigene Radiosendung entwickelt.

Über ein Jahr lang haben die Schülerinnen und Schüler recherchiert, moderiert, transkribiert und vor allem jede Menge gelernt. Resultat sind zwei Stunden pures Triesdorfer Hörmaterial, das am 8. Januar über den Livestream des Ansbacher Hochschulradios, den Nürnberger Digitalsender Maxneo und über UKW ausgestrahlt wird.

Jeder, der die Ohren spitzt, erfährt in diesen zwei Stunden nicht nur etwas über Triesdorf, seine Geschichte und seinen internationalen Besuch, sondern bekommt beispielsweise auch Einblicke in das Leben in der JVA Nürnberg. Die jetzigen Elftklässlerinnen und Elftklässler durften sich ihre Themen frei aussuchen. Bevor sie mit der Arbeit loslegten, bekamen sie einen Journalismus-Crashkurs von den Ansbacher Studierenden.

Idee für Zusammenarbeit bestand schon länger

Die Idee für eine Zusammenarbeit zwischen der FOS Triesdorf und der HS Ansbach bestand schon länger. Die stellvertretende Schulleiterin Alexandra Zink wandte sich 2020 an den Ansbacher Journalismusprofessor Thomas Liesen. Anfänglich ging es darum, Medienkompetenz bei Jugendlichen zu fördern. Corona machte das Projekt jedoch unmöglich.

Als ChatGPT zum Google-Ersatz avancierte und KI zum prominentesten Buchstabenpaar wurde, wollte das Rabbit Radio die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz austesten. Der Redaktion schwebte eine Pilotsendung mit explizit gewolltem KI-Einsatz vor.

Als Leiter des Hochschulradios erinnerte sich Thomas Liesen an die FOS Triesdorf. So wurde ein Projekt geboren, bei dem Studierende über Monate hinweg die Schülerinnen und Schüler in ihrer eigenständigen Arbeit betreut haben. Gefördert wurde das Vorhaben von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.

„Ich hatte ehrlich gesagt weniger Lust“

Nicht alle Teilnehmenden waren von Anfang an begeistert. „Bevor es losging, hatte ich ehrlich gesagt eher weniger Lust“, meint die 17-jährige Sofia. Aber das habe sich schnell geändert als sie merkte, wie viel an dieser Arbeit ihr selbst überlassen blieb. Geholfen hat sicherlich auch, dass zwischen manchem studentischen Coach und der Klasse kaum fünf Jahre Altersunterschied bestehen.

Außerdem machen die Elftklässlerinnen und Elftklässler im Gespräch klar, dass es ihnen guttat, raus aus dem Klassenzimmer zu kommen. Das Thema KI sei in der Schule umstritten. Die Hochschulradioredaktion ermutigte die jungen Erwachsenen ausdrücklich zur Nutzung von KI.

„Besonders spannend war es, die KI schwierige Interviewpartner simulieren zu lassen“, sagt Rabbit Radio-Redakteur Finn Sanders. Wie viel von der Arbeit KI übernommen habe, sei schwer abzuschätzen, aber die Gruppe schätzt auf zwanzig bis dreißig Prozent. Professor Liesen meint: „Von unserer Seite aus hätte es sogar gerne noch mehr sein können.“

Interview mit Direktor der JVA Nürnberg

Dass manchmal der menschliche Umgang unersetzlich ist, lernte auch Lea. Sie hat für ihren Beitrag über das Leben im Gefängnis den Direktor der JVA Nürnberg interviewt. Vor den Toren der Anstalt fiel ihr auf, dass sie ihren Personalausweis vergessen hatte. Mit etwas Überzeugungsarbeit und E-Mails als Beweismaterial kam die 17-Jährige trotzdem zu ihrem Gesprächspartner.

Selbst die Musikauswahl kommt von der Triesdorfer Schulklasse selbst. Deshalb spielt vor Leas Beitrag der Deutschrap-Klassiker „Besuchstag“ von Celo und Abdi. „Das Projekt hat auch in Sachen Sozialkompetenz gutgetan“, findet sie. Dem pflichtet Lehrerin Zink bei: „Ich hätte vor Stolz platzen können, als ich gesehen haben, wie manche sich da reingehängt haben.“

Für eine gemeinsame Sendung im Studio: Links im Bild sind Studiotechniker Gerald Gerner und Rabbit-Redakteur Finn Sanders zu sehen. Erster von rechts ist Sergej Kachatryan vom Hochschulradio, daneben die stellvertretende Schulleiterin der FOS Triesdorf, Alexandra Zink, und Lehrer Johannes Loy, dazwischen Schülerinnen und Schüler. (Foto: Jannic Hofmuth)
Für eine gemeinsame Sendung im Studio: Links im Bild sind Studiotechniker Gerald Gerner und Rabbit-Redakteur Finn Sanders zu sehen. Erster von rechts ist Sergej Kachatryan vom Hochschulradio, daneben die stellvertretende Schulleiterin der FOS Triesdorf, Alexandra Zink, und Lehrer Johannes Loy, dazwischen Schülerinnen und Schüler. (Foto: Jannic Hofmuth)
Für eine gemeinsame Sendung im Studio: Links im Bild sind Studiotechniker Gerald Gerner und Rabbit-Redakteur Finn Sanders zu sehen. Erster von rechts ist Sergej Kachatryan vom Hochschulradio, daneben die stellvertretende Schulleiterin der FOS Triesdorf, Alexandra Zink, und Lehrer Johannes Loy, dazwischen Schülerinnen und Schüler. (Foto: Jannic Hofmuth)

Von Jannic Hofmuth
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