Die Hochschule will grüner werden – und zwar ganz praktisch. In den vergangenen Monaten sind die Campus-Außenbereiche mit neuen Bäumen, Blumen und Sitzmöbeln hübscher gemacht worden. Die verbesserte Aufenthaltsqualität lässt sich in diesem Sommerhalbjahr erstmals richtig nutzen.
Und zwar nicht nur von den Studierenden und den Beschäftigten der Hochschule. Auch Einheimische, die über das Campus-Gelände flanieren, sind eingeladen, Platz zu nehmen und sich am neuen Grünkonzept zu erfreuen, betont Kanzlerin Dr. Esther Schnetz ausdrücklich.
Sie will den Campus, der ohnehin nicht abgeschlossen ist, mehr noch als bisher nach außen öffnen, ihn stärker ins Bewusstsein der Menschen rücken. Das Theaterstück „Die Unterrichtsstunde“, das derzeit in einem der Hörsäle zu erleben ist, oder auch das Festival Ansbach Open im Sommer zählen ebenfalls zu dieser Strategie. Ebenso die neue Aufenthaltsqualität.
Es sind viele kleine Dinge, die sich beim Spaziergang über das Campus-Gelände zeigen. Blumen sorgen für mehr Farbe zwischen den Gebäuden, frisch gepflanzte Ahornbäume sollen in wenigen Jahren zusätzlichen Schatten spenden, Blühwiesen beginnen zu sprießen, neue Bänke sorgen dafür, dass man sich gern einfach hinsetzen und das Szenario genießen möchte.
Was noch fehlt sind Sonnenschirme, Liegen und Sitzsäcke, erzählt Kanzlerin Schnetz. Damit sollen es sich die Studentinnen und Studenten zwischen den Gebäuden noch gemütlicher machen können. Die Hochschulleitung hat die Bedürfnisse der Studierenden mitgedacht und vielerorts Steckdosen installieren lassen, damit das Notebook beim Lernen im Freien nicht die Grätsche macht. „Darauf haben wir natürlich geachtet“, erklärt Franz Koß, stellvertretender Leiter des Gebäudemanagements.
Zu den offen zugänglichen Freiflächen kommen noch Innenhöfe, die bislang kaum genutzt wurden. Diese bekommen unterschiedliche Funktionen: An der Bibliothek kann man sich ins Freie zurückziehen, um zu lesen. Entlang der Schöneckerstraße gibt es einen Bereich mit Lerninseln, nebenan finden sich Pflanzbeete für „Urban Gardening“.
Wer mag, kann in den Hochbeeten, die zum Teil so konstruiert sind, dass Rollstuhlfahrer sie unterfahren können, etwas anpflanzen. „Das ist ein Test“, unterstreicht die Kanzlerin. „Es ist keine Hochschulaufgabe. Das müssen die Interessierten selbst organisieren.“ Es wird sich also zeigen müssen, ob das Hobbygärtnern angenommen wird oder ob Unvernünftige die Beete verunstalten.
Insgesamt sind es mehr als 5000 Quadratmeter, die im Zuge des Projektes neu gestaltet worden sind, erklärt Koß. „In der Vergangenheit war das alles ein wenig steril“, räumt Schnetz ein. Deshalb habe sich die Hochschule 2021 beworben, als der Freistaat ein Förderprogramm für öffentliche Flächen ausrief. Die Zielsetzung war, die Bereiche besser nutzbar zu machen und gleichzeitig ihren ökologischen Wert im Sinne der Artenvielfalt zu steigern.
Das kam an, und der Freistaat machte für das Leuchtturmprojekt in Ansbach 275.000 Euro locker, freut sich Schnetz. Damit konnte viel erledigt werden, die Hochschule selbst musste aber auch Geld in die Hand nehmen, um beispielsweise Sitzsäcke oder Sonnenschirme anzuschaffen.
Auch zusätzliche Fahrradstellplätze wurden geschaffen. „Wir sind ja eine fahrradfreundliche Hochschule“, betont Schnetz. Das wiederum ist ein Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie, an der die Hochschule seit einem Jahr arbeitet. In dieser Zeit ist eine Treibhausgasbilanz erstellt worden, die nahezu abgeschlossen ist.
„Etwa 80 Prozent der Emissionen haben mit Mobilität zu tun“, erklärt Klimaschutzmanager Leo Manke. Für eine Hochschuleinrichtung im ländlichen Raum ein durchaus üblicher Wert. 4000 junge Menschen studieren in Ansbach, 350 Beschäftigte hat die Einrichtung. Viele von ihnen kommen mit dem eigenen Kfz. Manke: „Das ist ein Thema, das wir als Hochschule schlecht beeinflussen können.“
Aber den ein oder anderen Akzent setzt die Hochschule doch – mit Fahrradstellplätzen oder mit E-Bikes für die Beschäftigten, wenn sie in der Stadt unterwegs sein müssen. Ein monatliches Repair-Café für Fahrräder ist ein weiterer Schritt.
Dienstreisen werden mehr und mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln abgewickelt, um den CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Auch an den Gebäuden sind erste Maßnahmen umgesetzt worden, um den Energieverbrauch zu senken. Ein anderer Schritt soll sein, technische Geräte länger zu nutzen, erläutert Leo Manke.
Der Klimaschutzmanager will in Workshops zusammen mit den Studierenden weitere Ideen entwickeln, wie sich die CO2-Bilanz verbessern lässt. Denn natürlich funktionieren alle Maßnahmen immer besser, wenn möglichst alle mitziehen.