Zeitlose Geschichten erzählen die Bilder der aktuellen Gruppenausstellung in der Kunsthalle Hilsbach. Fünf Künstlerinnen aus vier Ländern stellen dort bis 18. Juni, unter dem Titel „timeless tales“ aus. Im offenen Atelier können Interessierte an mehreren Terminen ihre Arbeit begleiten und sich darüber austauschen.
Unterschiedliche Kulturen und Mentalitäten beeinflussen die Arbeiten. Die Künstlerinnen, Ágnes Lipták, die leider nicht persönlich anwesend war, und Éva Taskovics, beide aus Ungarn, Clara Joris (Spanien), Uta Heinecke (Österreich) sowie Susanne Husemann (Deutschland), bringen ganz unterschiedliche Elemente ihrer europäischen Herkunftsländer mit. Kennengelernt haben sich die Frauen bei mehreren Workshops und festgestellt, dass sie vieles verbindet. So war auch die Ausstellung zustande gekommen.
Die Werkschau ist weit angelegt, lädt zum Nachdenken ein und versucht, den Geheimnissen von Mythen und Geschichten auf den Grund zu gehen, das Unerklärbare in eine bildhafte Sprache zu übertragen. Mythische Erzählungen etwa, lassen die Frauen Grundfragen des Lebens stellen, etwa derart: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was hält uns hier?
Althergebrachtes trifft auf heutige Einflüsse, etwa bei Clara Joris. Der traditionelle Kimono tangiert modernen Tanz. Ein Spannungsfeld, das sie in einigen ihrer Bilder aufgreift. Auch bei der Wahl des Untergrundes bleibt dieser Gedanke lebendig. „Ein alter Schreibtisch“, erzählt sie, „den eigentlich keiner mehr haben wollte, war wie ein Impuls.“ Sie zerlegte das Möbelstück und verwendete die einzelnen Bretter als Untergrund. Die Maserung des Holzes floss in die Arbeit mit ein, gab einen warmtönigen Hintergrund, gleichzeitig auch den Teint des Gesichtes. Die Malerei, die sie mit Acryl-Farben anfertigt, bekommt so eine ganz eigene Aura.
Bereits bemalte Leinwände verwendete auch Susanne Husemann. Sie dreht sie um und bemalt die Rückseite. Der Rahmen und die darauf geklammerten Leinwandränder bleiben sichtbar. „Die Farbe verhält sich auf dieser hinteren Seite ganz anders“, sagt sie, „entwickelt eine ganz eigene Wirkung.“ Die Konturen lösen sich auf, wirken wie Traumsequenzen. Manchmal übermalt die Künstlerin einfach auch alte Bilder oder gestaltet sie stellenweise neu.
Eine Ausstellung mit Puppen der schwarzen amerikanischen Bevölkerung, hatte die Wiener Malerin Uta Heinecke zu ihren Bildern angeregt. „Sie haben mich einfach nicht mehr losgelassen“, erinnert sie sich. Sie überlegte, wer die Kinder gewesen sein könnten, die mit ihnen spielten, aber auch ,ob weiße Kinder mit diesen, damals als „negro dolls“ bezeichneten Puppen, gespielt haben. Fragen, was sich hinter einer Sache verbirgt oder auch, welche Geschichten sie erzählen, bewegt die Frauen bei ihrer Arbeit.
Malerei und Filmanimation verbindet die ungarische Künstlerin Éva Taskovics. Sie stellt kleine Animationsfilme her, deren Bilder sie zuvor selbst gemalt hat und dann erst am Computer zu scheinbar bewegten Bildern verschmelzen lässt. So etwa, wenn sie an einer Haltestelle, irgendwo im Nirgendwo eines südlich anmutenden Landstrichs, verschiedene Figure zusammenkommen lässt, darunter auch ein Esel. Der Bus allerdings wird nicht kommen: eine kleine, witzig erzählte poetische Geschichte.
Geöffnet ist die Ausstellung bis 18. Juni jeden Sonntag, von 14 bis 18 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter Telefon 0151/57582631. Zusätzlich am 28. Mai sowie am 4., 11. und 18. Juni, von 14 bis 18 Uhr.
Vom 22. bis 26. Mai arbeiten die Künstlerin vor Ort und öffnen täglich von 16 bis 18 Uhr ihr Atelier. Über Besuch würden sie sich freuen.