Die GEDOK wird 100 – Große Ausstellung im Ansbacher Kunsthaus Reitbahn 3 | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 28.02.2026 09:00

Die GEDOK wird 100 – Große Ausstellung im Ansbacher Kunsthaus Reitbahn 3

„100 Jahre GEDOK – Künste · Frauen · Netzwerk“ – unter diesem Motto feiert eines der größten und traditionsreichsten Künstlerinnen-Netzwerke im deutschsprachigen Raum seinen 100. Geburtstag.

Die Abkürzung GEDOK steht für „Gemeinschaft deutscher und oesterreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“. Der Bundesverband dieser Vereinigung gilt als das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Kunstgattungen. In Deutschland hat er 23 Regionalgruppen.

„gangArt” in der Reitbahn

Auch die GEDOK Franken feiert das 100-jährige Bestehen. Deren erste Ausstellung im Jubiläumsjahr findet in Ansbach statt. Unter dem Titel „gangART“ist sie im Kunsthaus Reitbahn 3 zu sehen. Der Titel „gangART” spielt auf die historische Umgebung an, die Reitbahn hinter dem Ansbacher Schloss. „Gleichzeitig impliziert er eine Art der Fortbewegung und nimmt damit Bezug auf die erfolgreichen 100 Jahre GEDOK sowie auf die Zukunft”, so die Pressemitteilung der Künstlerinnen-Vereinigung.

Im Kunsthaus Reitbahn 3 präsentieren rund 50 Künstlerinnen vom 6. März bis zum 6. April rund 80 Arbeiten: aktuelle Werke aus den Bereichen Malerei, Keramik, Fotografie, Skulptur, Textilkunst und Installation.

Gegründet wurde die GEDOK 1926 von Ida Dehmel (1870 bis 1942). Die Kunstförderin und Frauenrechtlerin kam aus begütertem Hause und wandte sich schon bald den Künsten zu. Mit ihrem zweiten Mann, dem damals bereits erfolgreichen Literaten Richard Dehmel, zog sie von Berlin nach Hamburg und führte dort einen Kunstsalon, der viel Beachtung fand. Die Kontakte, die daraus entstanden, nutzte sie mehr und mehr dazu, die damals noch sehr wenig präsentierten Künstlerinnen zu fördern.

„Nun sind 100 Jahre vergangen, aber immer noch ist der Kunstmarkt stark von Künstlern geprägt. Es ist also auch heute noch richtig, Künstlerinnen zu fördern und zu unterstützen”, so die GEDOK Franken. Dies wolle sie im Sinne Ida Dehmels fortführen.

Die Ausstellung in Ansbach ist Ausdruck dieser Zielsetzung. Sie versammelt vielfältige künstlerische Positionen aus der Region und gibt Einblick in die Bandbreite zeitgenössischen Schaffens, so das Kulturforum Ansbach in seiner Pressemitteilung.

Vernissage am 6. März

Die Vernissage findet am Freitag, 6. März, um 18 Uhr statt. Grußworte sprechen unter anderem Oberbürgermeister Thomas Deffner sowie Vertreterinnen des Kulturforums und der GEDOK Franken. Die Laudatio hält Dr. Frauke Bayer. Die Swingpianistin Hilde Pohl übernimmt die musikalische Gestaltung.

Begleitend zur Ausstellung sind an drei Sonntagen im März „Artist Talks” geplant, bei denen beteiligte Künstlerinnen Einblicke in ihre Arbeiten geben. Am 8. März gibt es zum Weltfrauentag ein Sonderprogramm: Künstlerinnen der GEDOK Franken lesen aus Büchern, die ihnen besonders am Herzen liegen, so die GEDOK. Außerdem wollen sie auf 100 Jahre GEDOK und das Leben von Ida Dehmel blicken. Gezeigt wird ein Kurzfilm über das Leben der Kunstförderin. Da sie jüdischer Herkunft war, wurde sie nach 1933 von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, sie musste ihre Ämter niederlegen und durfte nicht mehr veröffentlichen. 1942 nahm sich Ida Dehmel das Leben.

”gangART” im Ansbacher Kunsthaus Reitbahn 3: von 6. März bis 6. April 2026
Artists Talks an den Sonntagen, 15. März, 22. März und 29. März, Beginn jeweils 15 Uhr.
Öffnungszeiten: Mittwoch und Samstag, 10 bis 13 Uhr, 14 bis 17 Uhr, Donnerstag, Freitag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr. Finissage am 6. April, 15 Uhr, Lesung mit Kerstin Knappe

Freuen sich auf die GEDOK-Ausstellung in Ansbach (von links): Irmtraud Schmidt-Hartung, Christine Hagner und Jutta Perrey. Sie haben zusammen mit Kolleginnen die Ausstellung im Kunsthaus Reitbahn 3 vorbereitet. Am Freitag, 6. März, wird sie eröffnet. (Foto: Thomas Wirth)
Freuen sich auf die GEDOK-Ausstellung in Ansbach (von links): Irmtraud Schmidt-Hartung, Christine Hagner und Jutta Perrey. Sie haben zusammen mit Kolleginnen die Ausstellung im Kunsthaus Reitbahn 3 vorbereitet. Am Freitag, 6. März, wird sie eröffnet. (Foto: Thomas Wirth)
Freuen sich auf die GEDOK-Ausstellung in Ansbach (von links): Irmtraud Schmidt-Hartung, Christine Hagner und Jutta Perrey. Sie haben zusammen mit Kolleginnen die Ausstellung im Kunsthaus Reitbahn 3 vorbereitet. Am Freitag, 6. März, wird sie eröffnet. (Foto: Thomas Wirth)
„Greetings from Amedeo”, eine Arbeit von Irmtraud Schmidt-Hartung, die in der Ausstellung „gangArt” zu sehen sein wird, auf Portraits von Amedeo Modigliani anspielt und Ida Dehmel zeigt. (Foto: Irmtraud Schmidt-Hartung)
„Greetings from Amedeo”, eine Arbeit von Irmtraud Schmidt-Hartung, die in der Ausstellung „gangArt” zu sehen sein wird, auf Portraits von Amedeo Modigliani anspielt und Ida Dehmel zeigt. (Foto: Irmtraud Schmidt-Hartung)
„Greetings from Amedeo”, eine Arbeit von Irmtraud Schmidt-Hartung, die in der Ausstellung „gangArt” zu sehen sein wird, auf Portraits von Amedeo Modigliani anspielt und Ida Dehmel zeigt. (Foto: Irmtraud Schmidt-Hartung)
Die Kunstförderin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel um 1908. (Foto: Jacob Hilsdorf)
Die Kunstförderin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel um 1908. (Foto: Jacob Hilsdorf)
Die Kunstförderin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel um 1908. (Foto: Jacob Hilsdorf)

Von tw
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