Viele Kinder lieben es, sich in die Fluten zu stürzen. Dazu passt das Projekt „Wasserhelden”, das inklusive Schwimmprogramm des TSV 1860 Ansbach. Es richtet sich an Kinder mit Behinderung oder Beeinträchtigung und deren Geschwister. Dafür gab es jetzt den Inklusionspreis des Bezirks Mittelfranken 2025.
Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster verlieh dem Verein den Preis am Montagabend im Aquella-Freizeitbad, also am Ort des Geschehens. „Schwimmen ist ganz wichtig”, machte er deutlich. Er wies auf den paralympischen Top-Schwimmer Josia Topf aus Erlangen hin, der familiäre Wurzeln in Ansbach hat. Dessen Vater sei es ganz wichtig gewesen, dass sein Sohn früh schwimmen lernen müsse.
„Bei Ihnen ist sogar auch eine sehr gute Betreuung möglich, eine Eins-zu-eins-Betreuung”, sprach er die Beteiligten an. Er hob die Kooperation mit dem Sozialunternehmen Diakoneo in Neuendettelsau und der Sebastian-Strobel-Schule in Herrieden hervor, einem Förderzentrum mit Förderschwerpunkt geistige sowie körperliche und motorische Entwicklung.
„Gemeinsam tauchen, springen, schwimmen”: Diesen Aspekt fand der Bezirkstagspräsident bedeutsam – statt einer Barriere, also statt Extrakursen für die Kinder. Dies habe die Jury überzeugt. Mit dabei war Bezirksrätin Lisa Renz-Hübner, wie Peter Daniel Forster Jurymitglied.
Der Inklusionsbeauftragte des Bezirks, Lothar Baumüller, sprach von der neunten Vergabe des Preises. Dotiert ist er mit insgesamt 5000 Euro. Jeweils 2500 Euro fließen dabei den „Wasserhelden” und dem Café Eders in Zirndorf zu.
Die „Wasserhelden” gründeten und leiten Susanne und Helmut Korb, Sportwissenschaftlerin und Sportwissenschaftler. Derzeit engagieren sich ungefähr 80 Kinder und Jugendliche als Wasserheldinnen und Wasserhelden, wie Helmut Korb im FLZ-Gespräch erklärte. Es gebe drei Trainingstage.
Für Jonas, den achtjährigen Sohn der beiden, der eine schwere geistige Behinderung hat, „war Wasser immer schon ganz besonders”, betonte Helmut Korb in einem Film, der während der Vergabe zu sehen war. Das Angebot starteten die Korbs und der TSV 2021 mit acht Mädchen und Jungen.
Uwe Koch durfte miterleben, dass der TSV noch einmal ein ganz anderes Programm integriert. So drückte er es als dessen Präsident aus. „Ich freue mich, dass es über Helmut und Susanne auch so vorangetrieben wird.” Überdies würdigte er die Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die so engagiert dahinterstünden.
Man merke „die Begeisterung, die Leidenschaft, das ist einfach toll, das ist das, was unseren Sport ausmacht”. Das Ganze sei finanziell immer sehr fordernd, und der Bedarf sei gegeben. Die Gesellschaft benötige es außerdem, „dass wir uns um alle Gruppen kümmern”. Er lobte die Zusammenarbeit mit dem Aquella und Betriebsleiter Daniel Schramm.
Als Übungsleiterinnen und Übungsleiter setzen sich neben Susanne und Helmut Korb selbst ein: Katrin Hildner-Skuthan, Franka Dunne, Vincent Böhm, Uli Tsakarisianos, Bettina Ortner-Laczi, Aaron Tiedemann, Leona Fischer, Eva-Maria Krauß und Richard Mathes.