„Le Frankenberg” im Guide Michelin: „Wir wollten unbedingt den Stern” | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 05.04.2024 06:33, aktualisiert am 05.04.2024 08:28

„Le Frankenberg” im Guide Michelin: „Wir wollten unbedingt den Stern”

Spitzenkoch Steffen Szabo vom Restaurant „Le Frankenberg“ hat den begehrten Michelin-Stern errungen. Er darf diesen nun für ein Jahr am Gourmet-Lokal von Schloss Frankenberg anbringen. (Foto: Dominic Heidl)
Spitzenkoch Steffen Szabo vom Restaurant „Le Frankenberg“ hat den begehrten Michelin-Stern errungen. Er darf diesen nun für ein Jahr am Gourmet-Lokal von Schloss Frankenberg anbringen. (Foto: Dominic Heidl)
Spitzenkoch Steffen Szabo vom Restaurant „Le Frankenberg“ hat den begehrten Michelin-Stern errungen. Er darf diesen nun für ein Jahr am Gourmet-Lokal von Schloss Frankenberg anbringen. (Foto: Dominic Heidl)

Niemand weiß, wann die Menütester kommen. Sie reservieren wie üblich und unterscheiden sich nicht von anderen Gästen. Mindestens sechs Mal aßen sie 2023 im Gourmet-Restaurant auf Schloss Frankenberg bei Weigenheim. Dies ist Voraussetzung für einen Michelin-Stern. Der Spitzenkoch Steffen Szabo hat ihn erhalten.

„Es ist ein Ritterschlag“, sagt der 33-jährige Weigenheimer. In der Handelskammer in Hamburg hatte er am 26. März seine Auszeichnung erhalten. Es ist nicht sein erster Stern. 2017 hatte er bereits einen im oberfränkischen Coburg bekommen und 2020 einen im unterfränkischen Volkach. „Jetzt hole ich ihn in meine Heimat Mittelfranken“, sagt er und schmunzelt.

Die Profi-Esser bleiben unbekannt

Wer die professionellen Esser waren und wie viele, das wird Szabo nicht erfahren. Als er die Mail von Michelin erhielt, hatte er im Betrieb absolutes Stillschweigen bis nach der Gala zu bewahren.

Auch auf der Zugfahrt nach Hamburg durfte er sich nicht „outen“, auch wenn er seine Bekannten aus Simmershofen und Rothenburg, am Bahngleis getroffen hatte und alle Sterne-Anwärter ahnten, wohin die Reise geht. Im Hamburg gab es übrigens „viel veganes Fingerfood“ zu essen.

Der Michelin-Stern ist die höchste Auszeichnung für die Könner in der Küche. Wer ihn für sein Restaurant vom Gourmet-Himmel holt, zählt zu den besten Köchen der ganzen Welt. Sterne-Köche gelten als Stars ihrer Zunft. Für ein Jahr lang darf sich das Gourmet-Lokal damit schmücken. Jedes Land wird nach und nach abgefertigt, Italien war bereits, Japan ist in dieser Woche an der Reihe.

„Wir wollten unbedingt diesen Stern haben“, erklärte Szabo. „Wir“, das sind sein Chef Professor Dr. Dr. Peter Löw und alle, die im Restaurant Le Frankenberg tätig sind. Es gibt nur 300 Sterne in Deutschland – davon einer zu sein, das sei etwas ganz Besonderes. „Du freust dich wie ein kleines Kind zu Weihnachten“, meinte Steffen Szabo.

Szabo will immer 100 Prozent geben

Und er setzt noch einen drauf. „Das wird nie aufhören“, meinte er in Bezug auf seinen Willen, diesem Kreis der Spitzenköche weiterhin anzugehören.

„Wir geben jeden Tag hundert Prozent und wollen nicht nachlassen“, versicherte er auch mit Blick auf seinen Stellvertreter und Patissier Stefan Ludwig. Dieser stammt aus Coburg und ist seit einem halben Jahr auf Schloss Frankenberg.

Die Philosophie: Gemüse ist gleichberechtigt neben Fleisch. Das klingt dann zum Beispiel so: Buchweizentörtchen gefüllt mit Brokkolipüree mit frisch gebratenem Brokkoli obenauf und granulierten Röstzwiebeln als Topping. Dazu gegrilltes Wagyu-Rind. Auch ein achtgängiges veganes Menü kann Szabo auf Wunsch kredenzen.

Viel Frisches aus der Region

Eröffnet hatte das Gourmet-Restaurant am 1. April 2022. Damals war Schloss Frankenberg noch Baustelle. 2023 waren die Michelin-Tester dann da.

Für Nachhaltigkeit gibt es inzwischen den Grünen Stern. Auch Szabo denkt in diese Richtung, bezieht die Küche doch etwa die Hälfte ihrer Zutaten aus der Region wie Wild, Pilze, Spargel, Gemüse und Kräuter. Aber manches wie Trüffel oder Kaviar, gibt es eben nicht hier.

Zur Gala, die jedes Jahr in einer anderen deutschen Stadt über die Bühne geht, wird man eingeladen, wenn man einen Stern neu bekommt – nicht, wenn man das Restaurant „verteidigt“. So kam es, dass Steffen Szabo jetzt erstmals an der Gala teilnahm – einmal verteidigte er den Stern, einmal fiel die Gala pandemiebedingt aus.

Die Tafel mit dem Michelin-Stern ist noch nicht da

„Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim haben wir nicht nur ein Weinparadies, sondern auch ein kulinarisches Paradies mit zwei Sternen (auch der Winzerhof Stahl wurde prämiert). Sonst hört man immer nur von Nürnberg und Würzburg. Aber unser Landkreis ist auch landschaftlich so schön, ich hoffe, dass mehr Touristen kommen“, schwärmt er.

Im Mai kommt der neue Michelin-Führer heraus. Darin werden nun auch der Name von Steffen Szabo und das feine Lokal von Schloss Frankenberg stehen. Es dauere auch noch einige Wochen, bis die Tafel ausgeliefert wird, weiß Szabo und sagt: „Ich kann es immer noch nicht glauben.“ Für dieses Jahr klügeln er und Stefan Ludwig bereits neue Kreationen und Gaumenfreuden für die Gäste aus.

Überraschend waren in Westmittelfranken gleich drei Restaurants mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet worden.

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