Lehranstalten Triesdorf werden erweitert: Richtfest für den großen Neubau | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 19.11.2024 17:00

Lehranstalten Triesdorf werden erweitert: Richtfest für den großen Neubau

Mit Bauhelmen auf ihren Köpfen versammelten sich die Verantwortlichen vor den Lehrgebäuden, die im Frühjahr 2026 eingeweiht werden sollen. (Foto: Jürgen Leykamm)
Mit Bauhelmen auf ihren Köpfen versammelten sich die Verantwortlichen vor den Lehrgebäuden, die im Frühjahr 2026 eingeweiht werden sollen. (Foto: Jürgen Leykamm)
Mit Bauhelmen auf ihren Köpfen versammelten sich die Verantwortlichen vor den Lehrgebäuden, die im Frühjahr 2026 eingeweiht werden sollen. (Foto: Jürgen Leykamm)

Mit dem neuen Fachzentrum für Energie und Landtechnik (FEL) gelang den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf (LLA) vor fünf Jahren ein „echter Quantensprung“. So das Lob von Bezirkstagspräsident Daniel Forster beim Richtfest der zweiten Baumaßnahme, die mit etwa 17,2 Millionen Euro zu Buche schlagen soll.

Der Rohbau steht weit vor Wintereinbruch. Mit der Einweihung wird für Frühjahr 2026 gerechnet. Die Lehrgebäude werden nach Fertigstellung gut 2000 Quadratmeter Nutzfläche umfassen. In den acht Lehrhallen sind auch Seminar- und Sozialräume sowie Lehrerbüros untergebracht – ebenso wie Sanitär- und Umkleidebereiche.

Triesdorf als „Leuchtturm” für Versuche bei erneuerbaren Energien

Das Großprojekt zeugt von einer kontinuierlichen Entwicklung, die in den 1950er-Jahren ihren Anfang nahm. Damals wurde die Landmaschinenschule als erste ihrer Art in Bayern hier ins Leben gerufen.

In der Folgezeit sei die Einrichtung „zu einem Leuchtturm im Bereich der Praxiserprobung erneuerbarer Energien“ avanciert, so Forster. Zur Jahrtausendwende verpasste sich die Schule einen neuen Namen und 2012 gab der Bezirkstag durch einen Grundsatzbeschluss den Weg für Neubaumaßnahmen frei.

Nach dem besagten Quantensprung holte man heuer beim Spatenstich zur zweiten Baumaßnahme im Februar zu einem neuen Coup aus. „Mit dem heutigen Richtfest feiern wir nun den Beginn der Vollendung der größten Investitionsmaßnahme in Triesdorf der letzten Jahrzehnte“, stellte der Bezirkstagspräsident zufrieden fest. Sehr glücklich sind die Verantwortlichen auch darüber, dass der Bauzeitenplan nicht nur eingehalten, sondern der Rohbau um einiges früher als geplant errichtet wurde.

„Hoffe, dass sie bald wieder bauen”

„Nun ist das Projekt schon in ganzer Größe und Dimension ersichtlich“, so Thomas Eckert, Chef der beauftragten Dömges Architekten AG aus Regensburg.

Das absolut zukunftsfähige Haus sei sowohl energetisch und klimatechnisch wie auch unter Lebenszyklus-Betrachtungen auf dem allerneuesten Stand. Die Planer und Handwerker hätten „alle Register ihres Könnens gezogen“, unterstrich Thomas Scheibe, Chef der Firma Ihr Tischler im ostthüringischen Forstwolfersdorf, bei seinem Richtspruch. Er dankte den Damen und Herren des Bezirks „für das Vertrauen und hoffe, dass sie bald wieder bauen!“

Nun aber heißt es erst einmal, der Einweihung des zweiten Bauabschnitts entgegenzufiebern. Ist er abgeschlossen, stehe hier „ein zeitgemäßer Bau mit moderner Technik, der ein attraktives Lernumfeld bietet“, wie LLA-Leiter Markus Heinz bei der Feierlichkeit betonte.

Die FEL könne zum einen auf 10.000 Kursteilnehmer pro Jahr und zum anderen auf damit verbundene 20.000 Teilnehmertage jährlich verweisen. „Damit stellt das Fachzentrum die größte Einrichtung im Bereich Landtechnik und Energie im gesamten Bundesgebiet dar“, unterstrich er. Die Angebotspalette sei beträchtlich.

Angebote für viele Berufsbilder

Sie umfasse mehr als die Aus- und Fortbildung angehender Landwirte. Wer Landmaschinenmechaniker oder Landwirtschaftsmeister werden will, sei hier ebenso gut aufgehoben wie jene, die das Berufsbild Gärtner oder Winzer im Visier haben. „Unser Aushängeschild sind die Bildungsmaßnahmen zur Fachkraft oder zum Meister im Agrarservice“, betonte Heinz im Nachgang des Richtfestes gegenüber unserer Zeitung.

Schüler und Studenten der weiteren Triesdorfer Einrichtungen erfreuten sich indes der Möglichkeit, hier Praktika abzuleisten. Eine Kooperation bestehe zudem mit einem Fraunhofer Institut, macht Heinz auf die breite Streuung der Synergieeffekte aufmerksam. „Unser Fachzentrum lebt natürlich auch von der Technik, die uns die Firmen zur Verfügung stellen“, die hier zudem ebenso wie Verbände zu Tagungen und Seminaren einladen.


Von Jürgen Leykamm
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