Bürgerwindpark Steigerwald mit 19 Anlagen: Der Projektierer gibt Einblicke | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 03.03.2026 15:20

Bürgerwindpark Steigerwald mit 19 Anlagen: Der Projektierer gibt Einblicke

Vertragsunterzeichnung für den Bürgerwindpark Steigerwald: Beim Besuch von Minister und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (hinten, stehend) unterschrieben die Bürgermeister der sechs Kommunen und die weiteren Projektbeteiligten die Unterlagen.  (Foto: Mirko Fryska)
Vertragsunterzeichnung für den Bürgerwindpark Steigerwald: Beim Besuch von Minister und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (hinten, stehend) unterschrieben die Bürgermeister der sechs Kommunen und die weiteren Projektbeteiligten die Unterlagen. (Foto: Mirko Fryska)
Vertragsunterzeichnung für den Bürgerwindpark Steigerwald: Beim Besuch von Minister und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (hinten, stehend) unterschrieben die Bürgermeister der sechs Kommunen und die weiteren Projektbeteiligten die Unterlagen. (Foto: Mirko Fryska)

„Bürgerwindpark Steigerwald” nennt sich jenes Großprojekt, zu dessen Vertragsunterzeichnung auch Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (FW) in Baudenbach vorbeigeschaut hatte. 19 Windräder werden entstehen. Katrin Held, Geschäftsführerin beim Projektierer Naturenergie Zeilinger, gibt genauere Einblicke.

Streng genommen handelt es sich bei dem Projekt um drei Windparks, denn drei Teilgebiete sind für die insgesamt 19 genehmigten Windräder eingeplant: eines in der Gemeinde Oberscheinfeld, eines in Baudenbach und das dritte im Gebiet Markt Bibart-Scheinfeld, als unmittelbare Verlängerung des Windparks am Enzlarer Berg. Am Großprojekt beteiligt sind sechs Kommunen: Scheinfeld, Markt Bibart, Baudenbach, Markt Taschendorf, Münchsteinach und Oberscheinfeld.

Vorstellung der Flächen an drei Terminen im März

Letztlich sind alle beteiligten Gemeinden eingebunden, da geeignete Flächen mit größtmöglichem Abstand zur Wohnbebauung häufig in den Randbereichen an Gemeindegrenzen liegen. Die konkreten Flächen stellt Naturenergie Zeilinger in den jeweiligen Bürgerversammlungen vor: am 27. März in der Baudenbacher Gemeindehalle, am 28. März im Oberscheinfelder Sportheim (Beginn jeweils 19 Uhr) und am 29. März ab 17 Uhr in der Scheinfelder Wolfgang-Graf-Halle.

Wie aber sieht es mit dem Netzanschluss aus? Alle Anlagen werden ihren Strom letztlich nach Markt Bibart leiten, informiert die Geschäftsführerin. Die entsprechenden Leitungen würden unterirdisch verlegt, am Wegrand eingepflügt. Ziel ist letztlich die 110-kV-Trasse, die von Markt Bibart weiter Richtung Kriegenbrunn verläuft. Um dort einspeisen zu können, sei eine eigene Trafostation nötig, erläutert Held. Diese werde zwischen Markt Bibart und Baudenbach errichtet, der genaue Standort sei aber bisher nicht zu 100 Prozent fix. Mit dem großen Netzkoppler-Projekt von Tennet habe das aber rein gar nichts zu tun, betont Katrin Held.

19 unterschiedliche Windräder

Die 19 Windräder werden nicht alle baugleich sein, auch die Höhe wird variieren. Das liege vor allem an zwei Dingen: am Transport und an der Luftfahrt, darunter fallen beispielsweise auch militärische Belange. Letztlich seien alle drei Gebiete so geplant, dass genügend Abstände zur Wohnbebauung, aber auch zwischen den Anlagen selbst seien, so Held.

Als Projektierer habe man auf die beste Nutzung, also die höchste Effizienz und den geringsten Eingriff in die Natur, und nicht auf die maximale Windradzahl geachtet: „Es wäre noch mehr möglich gewesen.” Als weiteres Kriterium komme die Topografie hinzu, also die Beschaffenheit der Landschaft. Die Nabenhöhen der genehmigten 19 Windräder liegen laut Katrin Held zwischen 160 und 175 Metern, je nach Standort.

Die Geschäftsführerin von Naturenergie Zeilinger geht im Gespräch auch noch einmal auf das Wind-an-Land-Gesetz ein, das letztlich den Anstoß für das Projekt gegeben hatte. Im Fall des Bürgerwindparks Steigerwald seien die Bürgermeister vorangegangen, hätten den Ausbau der Windenergie selbst in die Hand genommen. Passiert das nicht, hätten Großinvestoren die Möglichkeit, sich Flächen in Vorranggebieten zu sichern und einfach loszulegen. Die Kommune würde dann ihre Planungshoheit verlieren und hätte keinerlei Einflussmöglichkeiten mehr, sofern alle Grenzwerte eingehalten werden.

Wirtschaftsminister Aiwanger: Erweiterung ist möglich

In Mittelfranken hätten deshalb viele Gemeinden die Initiative ergriffen, im Steigerwald sei das „sehr optimal gelaufen”, findet Held. Dort liege der Fokus auf der Bürgerbeteiligung, die Wertschöpfung bleibe im Landkreis. So wie es eben sein sollte, denn die Windräder wären mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin gekommen.

Vize-Ministerpräsident Aiwanger hatte bei der feierlichen Vertragsunterzeichnung thematisiert, dass die 19 Windräder vielleicht „noch nicht der Endausbau” seien, und brachte so schon eine mögliche Erweiterung ins Spiel, „Schritt für Schritt”. Die Gebiete seien aber „nicht so beplant, dass sie auf eine Erweiterung ausgelegt sind”, erklärt Held hierzu. Nun wird der Windpark mit seinen 19 Anlagen auf den Weg gebracht, das habe genügend Tage und Nächte Arbeit gekostet.

Ob irgendwann in zig Jahren ein Ausbau kommt? Darüber macht sich Held noch keine Gedanken, denn wer weiß schon, wie sich die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen bis dahin entwickeln werden? Und der Weg hin zum geplanten Bürgerwindpark mit einem Investitionsvolumen von rund 200 Millionen Euro sei herausfordernd genug (gewesen).

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