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Veröffentlicht am 26.12.2023 14:05

Lungenklinik in Ansbach-Strüth bekommt mehr Geld für Neubau

Die Rangauklinik im Ansbacher Gemeindeteil Strüth erhält 1,15 Millionen Euro mehr für ihren Ersatzneubau. Die Lungenfachklinik ist damit eines von insgesamt 31 Krankenhausprojekten in Bayern, die zusätzliche Fördermittel vom Freistaat bekommen.

Bei der Rangauklinik erhöht der Freistaat die Förderrate laut Auskunft von 4,85 Millionen Euro auf sechs Millionen Euro. Er unterstützt damit die 24 Millionen teure Investition in einen Ersatzneubau für die akutstationäre Versorgung von Menschen mit Lungenerkrankungen.

Die weiteren Beispiele teilten Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Finanzminister Albert Füracker bei einem gemeinsamen Auftritt in München mit. Sie verteilten damit nicht abgerufene Fördermittel in Höhe von rund 43 Millionen Euro auf Projekte, die höheren Bedarf angemeldet haben, wie eine Sprecherin auf FLZ-Nachfrage bestätigte.

Investitionen in Krankenhäuser sind Ländersache, zum Beispiel in Gebäude, Medizintechnik und Digitalisierung. Insgesamt steckt der Freistaat 2023 wie in den vergangenen Jahren 643 Millionen in seine Kliniken. Das diesjährige Krankenhausbauprogramm enthält insgesamt 99 Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 3,5 Milliarden Euro. Grundlage für die Finanzierung ist der staatliche Krankenhausförderetat auf dem Niveau von 643 Millionen Euro.

Künftig soll diese Summe „bedarfsgerecht“ in den nächsten fünf Jahren auf eine Milliarde Euro steigen, heißt es. Konkrete Pläne, wann die versprochene „Krankenhausmilliarde“ der Staatsregierung an die Kliniken ausgezahlt wird, gibt es von Seiten des Gesundheitsministeriums jedoch bislang nicht.

Weniger Patienten durch Personalmangel

Der Nachschlag vom Freistaat durch die Erhöhung der Fördersumme kommt den bayerischen Kliniken gelegen. Die Baukosten sind mit der Inflation und Energiekrise zuletzt enorm gestiegen. Die akute Not vieler Krankenhäuser hat allerdings mehrere Gründe.

Fast alle sind in arger Bedrängnis wegen hoher Kosten und fehlender Einnahmen, beklagt etwa die Bayerische Krankenhausgesellschaft. Kliniken können aus Personalmangel Betten teilweise nicht belegen. Zudem werden viele Eingriffe inzwischen ambulant gemacht. Patienten müssen dann nicht in der Klinik übernachten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat eine Reform der Krankenhausfinanzierung auf den Weg gebracht. Die Kliniken fordern aber eine Zwischenfinanzierung – ein Anliegen, das auch die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach unterstützt, wie ihre Sprecherin gegenüber der Redaktion betonte. Demnach müsse Berlin „rasch ein Soforthilfeprogramm zur Stabilisierung der Kliniken auf den Weg bringen“.

Allein in Bayern würden sich die Defizite bis zum Ende dieses Jahres nach Angaben der Bayerischen Krankenhausgesellschaft auf rund 1,4 Milliarden Euro summieren. Rund acht von zehn Krankenhäusern hätten in diesem Jahr einen Defizitausgleich von ihren Trägern erhalten. Doch diese Unterstützung etwa durch Landkreise und Kommunen könne nicht beliebig lang fließen.

Die Fach- und Rehabilitationsklinik für Lungenerkrankungen in Strüth mit ihrer über 100-jährigen Tradition treibt die Modernisierung ihrer stationären Versorgung weiter voran. (Foto: Silvia Schäfer)
Die Fach- und Rehabilitationsklinik für Lungenerkrankungen in Strüth mit ihrer über 100-jährigen Tradition treibt die Modernisierung ihrer stationären Versorgung weiter voran. (Foto: Silvia Schäfer)
Die Fach- und Rehabilitationsklinik für Lungenerkrankungen in Strüth mit ihrer über 100-jährigen Tradition treibt die Modernisierung ihrer stationären Versorgung weiter voran. (Foto: Silvia Schäfer)
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