Im Frühjahr wächst alles schnell und viele Gartenbesitzende wollen Ordnung schaffen. Statt direkt zum Rasenmäher zu greifen, appelliert der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), ihn guten Gewissens im Schuppen zu lassen.
„Wer bis Ende Mai auf das Mähen verzichtet, schafft sich selbst nicht nur mehr freie Zeit, sondern fördert auch die Artenvielfalt“, wird die LBV-Biologin Tarja Richter in einer Pressemitteilung zitiert. Ungemähte Rasenflächen bieten wichtigen Lebensraum für Wildblumen und Insekten. Löwenzahn und Weißklee locken beispielsweise Schmetterlinge und Wildbienen an, die den Nektar und die Pollen brauchen. Brennnesseln werden von einigen Schmetterlingen zur Eiablage genutzt. Auch Vögel profitieren von den Insekten und Samen.
Wer auch nach dem Mai weniger mäht oder ungemähte Stellen stehen lässt, erhält den ganzen Sommer über wertvolle Lebensrauminseln.
Blüten auf der Wiese sind wichtige Nahrungsquellen für Schmetterlinge und Bienen, langes Gras der Lebensraum für Käfer oder Heuschrecken. Von der Insektenvielfalt profitierten auch die Gartenvögel, die aktuell viele hungrige Mäuler zu stopfen haben.
Wer später im Jahr mäht, sollte am besten eine Sense nutzen und die Mähintervalle strecken, sodass beispielsweise nur noch einmal im Monat gemäht wird. Es empfiehlt sich laut LBV abschnittsweise vorzugehen: Wenn erst ein Gartenabschnitt gemäht wird, bleiben andere Teile des Gartens als Rückzugsräume für die Tiere erhalten.