Der aktuelle Chef aus Dinkelsbühl ist nicht länger Vorstand der VR-Bank im südlichen Franken. Das hat die Bank mitgeteilt, schweigt sich aber zu den Gründen mit Hinweis auf den Datenschutz aus.
Das lässt natürlich Raum für Spekulation. Zumal es keinerlei offizielle Verabschiedung gab, wie es bei solchen herausgehobenen Tätigkeiten üblich ist. Der Dinkelsbühler Markus Kober hat bei vielen Anlässen die VR-Bank Feuchtwangen-Dinkelsbühl und später die VR-Bank im südlichen Franken repräsentiert. Erst im Herbst ist er als deren Vertreter erneut in das IHK-Gremium Dinkelsbühl gewählt worden. Er ist im Gewerbeverein Feuchtwangen als Kassier tätig und engagiert sich beim Rotary Club Dinkelsbühl-Feuchtwangen.
Statt großes Tamtam zum Abschied zu veranstalten, verschickte die Bank lediglich eine knappe, vom Aufsichtsrat unterzeichnete Pressemitteilung. Verbunden mit dem Hinweis, dass es keine weiteren Informationen zum Thema geben wird. Tags darauf war Markus Kober schon aus dem Impressum auf den Internetseiten der VR-Bank verschwunden. Üblich sind hier zumindest gewisse Übergangsfristen.
In seinem eigenen LinkedIn-Profil wird Kober noch als Vorstandsmitglied der VR-Bank im südlichen Franken geführt. Auch das ein Zeichen dafür, dass die Trennung unerwartet gekommen ist.
An anderer Stelle hat Kober seinen Geschäftsführer-Posten noch: Bei der Vrieda GmbH mit Sitz in Gunzenhausen handelt es sich um ein Immobilienunternehmen für Gebäudeverwaltung und Projektentwicklungen, das die VR-Bank im südlichen Franken zusammen mit der Raiffeisenbank Bechhofen gegründet hat, um Gebäudeverwaltungen vorzunehmen. Weitere Geschäftsführer sind Günther Simon und Wilfried Wiedemann. Letzterer ist Vorstandssprecher der VR-Bank im südlichen Franken.
Nebulös ist in dem Schreiben des Aufsichtsrates der Bank von „neuen Herausforderungen“ die Rede, denen Kober sich stellen möchte. Bei unseren Recherchen sind wir auf eine Mauer des Schweigens gestoßen. Es soll geknirscht haben zwischen Kober und Vorstandsvorsitzendem Wiedemann – das ist alles, was aus Bankkreisen zu hören ist. Doch das allein rechtfertigt keinen solch radikalen Schritt.
Es scheinen nur wenige Eingeweihte die wahren Gründe zu kennen und von denen wagte keiner eine Aussage gegenüber der FLZ. Markus Kober selbst gab auf Anfrage unserer Zeitung keine Stellungnahme zu den Vorfällen ab. Er verwies lediglich darauf, dass er noch bis Ende 2025 bei der VR-Bank im südlichen Franken angestellt sei.
Somit bleibt nur die karge Mitteilung der Bank. „Herr Kober hat wichtige und für unser Haus entscheidende Beiträge zur Entwicklung vor allem in den Bereichen Marketing/Vertrieb, Transformationsmanagement, Privatkundenbank sowie dem Immobilienfinanzierungs- und Vermittlungsgeschäft getroffen, für die ihm der Aufsichtsrat herzlich dankt“, wird Aufsichtsratsvorsitzender Erwin Christofori zitiert. Kober habe sich mit persönlichem Engagement zum Wohle der Bank eingesetzt und sich „beim Aufsichtsrat, den Vorstandskollegen, den Mitarbeitern sowie den Kunden hohe Anerkennung und Wertschätzung“ erworben.
33 Jahre hat Markus Kober für die Genossenschaftsbank gearbeitet, 2015 wurde er zum Vorstand bestimmt. Da war er gerade einmal 40 Jahre alt. Als die VR-Bank Feuchtwangen-Dinkelsbühl, Weißenburg-Gunzenhausen und die Raiffeisenbank Heilsbronn-Windsbach im Sommer 2023 fusionierten, war auch Kober als Mitglied in der Führungsriege gesetzt.
Zusammen mit Wilfried Wiedemann, Bernd Großmann, Gerhard Meyer und Markus Pfeiffer bildete er seitdem den fünfköpfigen Vorstand, der noch um zwei Generalbevollmächtigte – Markus Schröppel und Martin Käßer – auf höchster Führungsebene ergänzt wurde.
Es ist nach Fusionen durchaus üblich, dass das Vorstandsgremium zunächst sehr groß ist und sich im Lauf der Zeit durch natürliche Fluktuation verkleinert. Ob das auch bei der VR Bank im südlichen Franken der Fall sein wird, sei Sache des Aufsichtsrates, bekräftigte Vorstandssprecher Wilfried Wiedemann auf Nachfrage der FLZ. Fakt ist, dass die Genossenschaftsbank mit sechs Verantwortlichen an der Spitze immer noch üppig besetzt ist. In der von der Bilanzsumme ähnlich großen VR-Bank Mittelfranken Mitte besteht der Vorstand nur aus drei Vertretern.
Im südlichen Franken war Markus Kober für den Bereich Vertrieb verantwortlich. Diese Aufgabe wird nun kommissarisch von seinen beiden Stellvertretern Wiedemann und Schröppel miterledigt, hieß es von der Bank. „Es ist noch offen, ob sich daran etwas ändert“, betonte Wiedemann. Letztendlich muss der Aufsichtsrat festlegen, wie viele Köpfe die Bank führen und wer welche Aufgabe übernehmen wird, betonte der Vorstandsvorsitzende.