Nachwuchs führt die Bäckerei Beck in Bechhofen: „Bin stolz, Handwerker zu sein” | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 30.05.2025 15:24

Nachwuchs führt die Bäckerei Beck in Bechhofen: „Bin stolz, Handwerker zu sein”

Nachfolge in der Familie: Hermann Beck (rechts) hat sein Lebenswerk in vertraute Hände abgegeben. Sein jüngster Sohn Andreas leitet jetzt die Geschicke der Bäckerei. (Foto: Anica Krauß)
Nachfolge in der Familie: Hermann Beck (rechts) hat sein Lebenswerk in vertraute Hände abgegeben. Sein jüngster Sohn Andreas leitet jetzt die Geschicke der Bäckerei. (Foto: Anica Krauß)
Nachfolge in der Familie: Hermann Beck (rechts) hat sein Lebenswerk in vertraute Hände abgegeben. Sein jüngster Sohn Andreas leitet jetzt die Geschicke der Bäckerei. (Foto: Anica Krauß)

Das Regionalmanagement im Landkreis Ansbach unterstützt Initiativen, die sich für regionale Produkte zur Sicherung der Nahversorgung mit Lebensmitteln starkmachen. Jüngstes Beispiel: Die Weiterentwicklung der Bäckerei-Konditorei Beck in Bechhofen.

Der traditionsreiche Familienbetrieb wird in die fünfte Generation geführt. Bäckermeister Andreas Beck ist Nachfolger in der Leitung des wachsenden Unternehmens. Er will sich auf eine nachhaltige Ausrichtung konzentrieren, um im Wettbewerb zu bestehen.

Der Rückhalt der Familie

Dabei kann er auf Rückhalt der Familie zählen. Die Eltern Heidi und Hermann Beck und Schwester Carmen packen bei Herstellung und Verkauf der Backwaren tatkräftig mit an. 60 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit unterstützen in der Backstube, im Verkauf, in Versand und Verwaltung. Darunter zwei Bäcker-Azubis im ersten und dritten Lehrjahr. Vom Hauptgeschäft in Bechhofen werden acht Filialen in Stadt und Landkreis Ansbach beliefert und die Stände für die Wochenmärkte in Dinkelsbühl, Wassertrüdingen, Gunzenhausen und Nördlingen bestückt.

Andreas Beck war schon als Kind oft in der Backstube: „Ich wollte immer dabei sein.“ Mit 19 Jahren hatte er die Ausbildung zum Bäcker erfolgreich abgeschlossen. Um Erfahrungen in anderen Bäckereien zu sammeln, ging er nach der Gesellenprüfung ein bisschen „auf die Walz“. Mit 21 Jahren nahm er seinen Meisterbrief entgegen. Dann zog es ihn zurück in die Heimat. Jetzt trägt er die Verantwortung für die Unternehmensführung und ist frisch gebackener Papa. „Ich bin stolz, Handwerker zu sein“, sagt Andreas Beck.

Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten

Der Betrieb arbeitet mit regionalen Lieferanten zusammen, die in der näheren und weiteren Umgebung beheimatet sind. Die Beschaffung zur gesicherten Versorgung ist gar nicht so einfach. Es gibt immer weniger Mühlen, die heimisches Getreide vermahlen. Die Becks beziehen ihr Weizen- und Roggenmehl von der Benz-Mühle aus Heidenheim (Baden-Württemberg). Die Milch kommt aus Geilsheim bei Wassertrüdingen. Mit der Verarbeitung von Gelbweizen und Waldstaudenroggen aus Dietenhofen unterstützt die Bäckerei den Erhalt alter Getreidesorten. Neuester Zugang zum Lieferanten-Netz ist der Wachsbiene-Honig aus Leonrod bei Dietenhofen.

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Eigentlich war geplant, die Erweiterung bereits 2019 zu starten. Aus „Angst vor der Zukunft“ wurde das Projekt in der Corona-Pandemie aber auf Eis gelegt.

Die Regionalmanagerin des Landkreises Ansbach, Andrea Denzinger, initiiert immer wieder Betriebsbesuche und Netzwerktreffen, die einen Überblick über die Arbeitsabläufe und Produktionsstätten geben, um Nahversorger mit ihren Produkten und Dienstleistungen in den Fokus zu rücken. Erst recht, wenn eine Handwerksbäckerei von der jungen Generation weiterentwickelt wird.

Gratulation auch vom Landrat und vom Bürgermeister

Vertreter der Kreishandwerkerschaft und der Bäcker-Innung Westmittelfranken, der Berufsschule als Bestandteil der Ausbildung, Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Bechhofens Bürgermeister Sven Waidmann gratulierten der Bäckerfamilie Beck beim Vor-Ort-Termin zur erfolgreichen Betriebsübergabe durch eine strukturierte Nachfolge.

In der rund 6400 Einwohner zählenden Marktgemeinde Bechhofen gibt es dafür noch weitere Beispiele. Auch in der Bäckerei Rieß, die seit 235 Jahren besteht und aktuell 29 Personen beschäftigt, sind die Kinder Chris und Linda als Bäckermeister beziehungsweise Fachverkäuferin in das Familienunternehmen eingestiegen.

In der Metzgerei Weinmann (18 Mitarbeitende), ebenfalls ein alteingesessener Betrieb in Bechhofen, stand für Steffen Weinmann nach seiner Ausbildung zum Metzgermeister, Fleischtechniker und Betriebswirt fest, dass er den Fleischereibetrieb seiner Eltern fortführt. Mutter Marianne war Gründungsvorsitzende des Vereins Unternehmerfrauen im Handwerk Ansbach/Westmittelfranken zur Unterstützung der Regionalentwicklung.

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