Für das Projekt „Mehr Baamaland für Frankens Mehrregion“ rückten Kinder und Erwachsene aus Burgbernheim an, um mit Rechen, Schaufeln, Spaten und Schubkarren die ersten Bäumchen zu pflanzen. Sie bilden später eine natürliche Grenze für das Areal der Streuobst-Kindergartengruppe „Grashüpfer“.
Die Naturgruppe der Burgbernheimer Kindertagesstätte Arche Noah soll im Frühjahr auf dem Gelände nahe des Tretbeckens an den Start gehen. Durch die Bäumchen soll das Areal quasi eingezäunt werden. Bei der Anpflanzung handelt es sich um einen „Tiny Food Forrest“, ein Mini-Nahrungswald. Das ist ein kleines, nachhaltiges Gartensystem, welches die vielschichtige Struktur natürlicher Wälder nachahmt. Auf kleinsten Flächen werden, mit möglichst geringem Pflegeaufwand, eine Vielzahl essbarer Pflanzen, etwa Obst, Gemüse oder Kräuter produziert, hieß es bei dem Termin vor Ort.
Die Pflanzaktion verlangte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ganz schön viel ab, motivierte aber auch – schließlich konnten alle Beteiligten hautnah miterleben, wie auf engstem Raum ein neuer, ganz anders aussehender Wald entsteht.
Unter der fachkundigen Anleitung von Streuobstmanagerin Antonia Zink und ihres Kollegen Florian Kleinschroth (beide vom Landschaftspflegeverband Neustadt/Aisch-Bad Windsheim), wurden binnen kürzester Zeit die ersten 90 von insgesamt für den Tag vorgesehenen 1200 Bäumchen in das präparierte Erdreich gesteckt.
Hilmar Fein aus Westheim hatte die Fläche dafür vorbereitet, im Abstand von 30 Zentimetern wurden die Setzlinge gepflanzt. Große Bedeutung kommt beim Anlegen eines Mini-Nahrungswaldes jedoch nicht nur der Pflanzdichte, sondern auch der Artenvielfalt des aus Elsbeere, Wildkirsche oder Maulbeere bestehenden Wildobstbestandes zu.
Dem ersten Schritt folgte mit dem Auftragen einer 20 Zentimeter dicken, aus der Kreiskompostanlage herangeschafften Humusschicht sogleich ein zweiter. „Am dritten, dem Einzäunen“, so Florian Kleinschroth, „führt kein Weg vorbei“. Der Verzicht darauf hätte zur Folge, dass die Pflänzchen binnen kürzester Zeit dem Wild zum Opfer fallen würden.
Fortan heißt es, den nach der Methode des japanischen Botanikers Akira Miyawaki angelegten Wald noch zwei Jahre lang regelmäßig zu bewässern sowie das Unkraut zu jäten. Bereits nach zwei bis drei Jahren sind die Waldstücke autark, nach zehn Jahren so groß wie herkömmlich gepflanzte Bäume nach 100 Jahren, erklärt Kleinschroth.
Es entstehe ein Miniökosystem, welches die natürliche Vegetation der Umgebung nachbildet und zudem eine 100-fach höhere Biodiversität aufweise als ein forstwirtschaftlich genutzter Wald. Beabsichtigt ist, die Entwicklung des Mini-Wildobstwaldes wissenschaftlich zu erforschen und zu dokumentieren. Beim Erforschen mit Händen und Mund werden dann sicher auch die Kinder der „Grashüpfer”-Gruppe behilflich sein.