Sportlich anspruchsvoll verlief die Rundenhatz beim Radrennen der RSG Ansbach im Stadtteil Eyb. Dabei wurde ordentlich Tempo gebolzt – einzelne Runden wurden mit über 51 km/h gefahren.
Bis in die Abendstunden fanden am Samstag, 5. Juli, spannende Wettkämpfe auf dem 1,3 km langen Rundkurs in der Industriestraße, Kaltengreuther Straße, Eichenbach- und Funkenbachstraße statt. Ausgeschrieben waren Rennen für alle Altersklassen ab der U15 bis zu den hochbetagten Senioren. Der älteste Teilnehmer war 71 Jahre alt. Der Einladung der Radsportgemeinschaft (RSG) Ansbach folgten Lizenzfahrerinnen und -fahrer von Aarhus (Dänemark) bis Rosenheim.
Das erste Rennen mit Ansbacher Beteiligung war der U17-Wettbewerb. Anton Löhner (Windsbach) durfte bei seinem ersten Lizenz-Heimrennen gleich erfahren, welche Last das bedeuten kann. Nicht nur mehr Angehörige und Bekannte als bei anderen Rennen sind als Zuschauer dabei, sondern man selbst will es besonders gut machen – und das weiß auch die Konkurrenz. Entsprechend hatte er über 25 Runden bzw. 32,5 km keine Chance, ernsthaft davonzufahren, um so wichtige Punkte für die Kriteriums-Wertung für sich zu verbuchen. So konnte David Schreck vom Traditionsverein RV Concordia Karbach 1926 den Sieg einfahren. Anton Löhner kam als guter Achter ins Ziel.
Es folgte das Rennen der Masters 3 und 4, also der ab 50-Jährigen, zusammen mit den Frauen, wobei beide Kategorien natürlich getrennte Ergebnisse erhielten. Die Herren des gesetzten Alters können dabei teilweise auf über 40 Jahre Rennsporterfahrung zurückblicken. Was an Spritzigkeit fehlt, wird durch Erfahrung ausgeglichen. Mit einer Überraschung hatte allerdings keiner der Männer gerechnet: Anja Bertleff, Jahrgang 1999, zündete in der ersten Runde den Turbo und hatte nach 1,3 km bereits einen deutlichen Vorsprung auf das Peloton herausgefahren. Die RSG'lerin verriet nach dem Rennen, dass sie mit einer derartigen Startattacke bereits bei der Bayerischen Kriteriums-Meisterschaft erfolgreich war.
Im weiteren Verlauf war zu erwarten, dass die kräftigeren Master-Fahrer über die lange Distanz alle weiteren Punkte holen würden. Die Punkte aus der ersten Wertungsabnahme nach 5 Runden hätte also das Frauenrennen entscheiden können. Schneller als gedacht, konnten sich die Mastersfahrer jedoch auf Temperatur bringen und Bertleff wieder einholen. Ohne Punkte wurde das Frauenrennen also erst durch die Zieleinlaufreihenfolge entschieden. Es gewann Lina Rausch (Kieler Radsportverein) vor Marina Knoll (Radsportverein Esselbach) und Anja Bertleff.
Das Rennen der Masters wurde von regionalen Radsporturgesteinen entschieden. Jan Puschmann, der am Vortag seinen 50. Geburtstag feierte, und Matthias Lastowsky (beide RC Herpersdorf) unterstützen sich gegenseitig hervorragend, so dass erst Puschmann (1. Platz) einen Rundengewinn alleine und gleich im Anschluss beide zusammen den nächsten Rundengewinn vollzogen, was Lastowsky den 2. Rang sicherte.
Auch das Amateur-Rennen ging mit Ansbacher Beteiligung über die Bühne. Bereits nach den ersten Rennen wurde die Strecke – auch aufgrund der schnell und sicher zu fahrenden Kurven – als Hochgeschwindigkeitskurs bezeichnet. Für die 45,5 km brauchten die ab 19-jährigen Männer nur 01:01 Stunden.
Auch Patrick Kreiter von der RSG hatte mit den Vor- und Nachteilen des Heimrennens zu tun. Jedoch gelang es ihm, nach 5 und 15 Runden bei den Wertungen insgesamt 3 Punkte einzufahren. Das hektische Rennen wurde am Ende in den Wertungen von Michael Walter (Radclub Radl-Express Feucht, 1. Platz) sowie von Beat und Matteo Flock (vom Nürnberger Verein Schleudergang, 2. und 3.) entschieden. Patrick Kreiter erreichte das Ziel als Neunter.
Im abschließenden Hauptrennen der UCI-Continental-Teams und Elitefahrer über 65,5 km hielten die Fahrer des Teams 54x11 und des RSC Kempten mit durchschnittlich 46,5 km/h das Tempo so hoch, dass es zu keinen erfolgreichen Fluchtgruppen kam. Dabei wurden einzelne Runden mit über 51 km/h gefahren!
Beeindruckend waren die Sprintleistungen des 36-jährigen Siegers Florian Knauer. Der gebürtige Bamberger konnte meist mehrere Meter Vorsprung bei den Zwischensprints herausfahren und sich bereits vor der Ziellinie durch einen Blick nach hinten vergewissern, dass er die Wertung gewinnen würde. Zu seinen über 100 Siegen, weltweit eingefahren, kommt nun der in Ansbach dazu. Zweiter wurde sein Teamkollege Linus Rosner. Den dritten Platz holte vom Fußballclub Wüstenselbitz Martin Gluth. Der ehemalige Mountainbikeprofi hat seinen Fokus mittlerweile ganz auf den Amateur-Straßenrennsport verlegt.