Nach einem nicht einfachen Jahr 2023 verspricht sich Maximilian Götz in den kommenden Monaten bessere Rennresultate. In der Nacht von Samstag auf Sonntag (deutscher Zeit) hat der Uffenheimer seinen zweiten Einsatz der Motorsport-Saison, diesmal in Australien bei den 12 Stunden von Bathurst.
„Das ist neben dem Nürburgring die Strecke überhaupt“ für Götz, der auf dem welligen, abwechslungsreichen Mount Panorama Circuit, der über gesperrte Landstraßen führt und 200 Kilometer nordwestlich von Sydney liegt, zum fünften Mal im Mercedes-AMG GT3 am Start ist.
Letztes Jahr sei der Uffenheimer dort mit Platz 5 „nicht so happy“ gewesen. Diesmal fährt er mit AMG-Werksfahrer-Kollege Daniel Juncadella und Jayden Ojeda für Craft Bamboo Racing. „Mit diesem Lineup sehe ich sehr gute Chancen“, sagt Götz, der sich schon in Daytona kurz vor seinem 38. Geburtstag selbst ein Geschenk hätte machen wollen.
Denn auch beim 24-Stunden-Klassiker zum Saisonstart Ende Januar waren die Voraussetzungen gut. Der AMG war konkurrenzfähig und er fuhr für das starke Team Korthoff/Preston Motorsports in der GTD-Klasse. „Wir waren wirklich gut dabei und sind strategisch gut gefahren. Am Ende konnten wir aber die Pace nicht mitgehen.“
Warum genau, sei noch immer unklar, eine Einstellung am Auto, das zeitweise in Führung lag, habe wohl nicht gepasst. Stattdessen fuhr ein anderer AMG zum Klassensieg, was doppelt wurmt. Das Götz-Auto wurde Fünfter.
Es lief damit erst einmal so weiter, wie es oft auch 2023 gelaufen war: Zu einem großen Wurf reichte es für Götz nicht, die Kollegen heimsten die Siege ein, wobei die Voraussetzungen für ihn auch nicht immer optimal waren. Denn nachdem er kein Cockpit in der DTM bekommen hatte, wurde er von AMG in diversen Rennserien eingesetzt – für Götz nicht mehr als ein „Übergangsjahr“.
So fuhr er bei den Europa- und Asien-Ablegern der GT World Challenge zwar für gute Teams, die starken Kollegen saßen aber jeweils im Schwester-Auto, das auch jeweils die Meisterschaft gewann. Sehr bitter sei das in Asien gewesen, wo er mit Anthony Liu hätte fahren sollen, verrät Götz. Er musste aber kurzfristig mit dem 53-jährigen Jeffrey Lee Vorlieb nehmen, kam nur einmal aufs Podium – und Liu gewann den Titel.
Bei der GT World Challenge Europe im Auto mit Lorenzo Ferrari und Thomas Drouet sei es in fünf Langstreckenrennen „teilweise sehr, sehr gut“ gelaufen, so Götz. Man habe oft einfach Pech gehabt. Podiumsplatzierungen waren weit entfernt.
Es folgten ab Jahresmitte drei Einsätze im ADAC GT Masters, wo Götz den Stammfahrer Petru Umbrarescu – Sohn eines rumänischen Bauunternehmers – in sechs Rennen zweimal aufs Podium hievte.
Im Oktober und Dezember wurde Götz dann in Indianapolis und Abu Dhabi ins Auto von Jules Gounon gesetzt. Mit den Plätzen 2 und 3 verhalf er dem AMG-Kollegen zum Titel der Intercontinental GT Challenge.
Nicht zuletzt diese Resultate hat man wohl mit Wohlwollen bei AMG registriert. Sein Arbeitgeber sei absolut zufrieden mit ihm gewesen, betont Götz, der seit 2014 Werksfahrer ist. Das werde sich auch in seinem diesjährigen Rennprogramm wiederspiegeln, kündigt er an. Details dürfe er noch nicht verraten, die solle es ab Mitte März geben.
Was der Uffenheimer sagen kann: Er sei an 25 Wochenenden im Einsatz, „von Sprint bis Endurance“, weitere Rennen in Nordamerika bei IMSA seien nicht geplant und die GT-Rennen in Asien werde er nicht wieder bestreiten. „Ich habe das genossen in Asien“, sagt Götz. „Tolle Strecken, tolle Atmosphäre“, aber „die Fliegerei“ sei anstrengend gewesen.
Die Frage nach der DTM, wo er 2021 den Titel gewann, muss natürlich kommen: „Ein bisschen Hoffnung bleibt immer“, sagt der Uffenheimer. Aber da nur vier AMG-Boliden gemeldet sind, stünden die Chancen schlecht für ihn. Seinen großen Auftritt in Deutschland hat er stattdessen bei den 24 Stunden am Nürburgring, wo er zum vierten Mal aufs Podium will.
Seit Dienstag ist er erstmal in Bathurst. Der erste Lauf der Intercontinental GT Challenge startet am Samstag, 16. Februar, um 19.45 Uhr deutscher Zeit. Das heißt: Vor Ort ist es da schon Sonntagmorgen. Zum Sonnenaufgang darf Götz den Start absolvieren und freut sich auf ein „Riesen-Highlight“, das den Weg für ein erfolgreiches Jahr bereiten soll. Denn er ist schließlich Rennfahrer und betont: „Am Ende will ich Meisterschaften gewinnen.“